ZitatOriginal geschrieben von Jochen
Allerdings sieht jeder diesen "Spielraum" anders.
Deswegen gibts ja die StVO und den Bußgeldkatalog ![]()
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ZitatOriginal geschrieben von Jochen
Allerdings sieht jeder diesen "Spielraum" anders.
Deswegen gibts ja die StVO und den Bußgeldkatalog ![]()
ZitatOriginal geschrieben von Jochen
Einzig, was ein Raser und ein Drängler ist, ist strittig und wird von fast jedem anders definiert.
Das kann man der Definition mit dem Einbringen und Ausschöpfen von Sicherheitsspielräumen ableiten: wer regelmässig mehr Sicherheitsspielraum in Anspruch nimmt als einbringt, der ist ein asozialer Raser und Drängler.
Lustig wirds auf der anderen Seite: wer regelmässig zu viel Sicherheitsspielraum einbringt, ist ein rollendes Verkehrshindernis, ein .. wie heißt es hier im Thread .. ein Schleicher.
Was also von fast jedem unterschiedlich definiert (außer von denen, die bewußt keinen Sicherheitsspielraum einbringen sondern stets nur konsumieren) wird ist der sinnvolle, einzubringende Sicherheitsspielraum. Manche Fahrer schätzen sich als besonders routiniert und sicher ein, und nehmen für sich selbst in Anspruch, mit weniger einzubringendem Sicherheitsspielraum auszukommen. Andere fahren vorsichtiger und mit mehr Sicherheitsspielraum. Natürlich ist diese Komponente subjektiv, nämlich von Fähigkeit und Fahrzeug des Lenkers abhängig.
In der Regel überschätzen die meisten Fahrer ihre Fähigkeiten aber - sonst gäbe es schließlich überhaupt keine Unfälle. Ein regelmässiges Fahrsicherheitstraining würde einer besseren Einschätzung der eigenen Fähigkeiten sicherlich abhelfen. Ich fänd es daher übrigens nur fair und angemessen, wenn solche Kurse positiv auf den Versicherungsbeitrag angerechnet würden - ähnlich wie es bei Präventionskursen mit Krankenkassen der Fall ist.
Wie auch immer, in Bezug auf das hier im Thread diskutierte "Drängeln" gibt es ein absolutes Maß, welches nicht zu diskutieren ist: die Straßenverkehrsordnung gibt in §4 den Abstand vor:
ZitatAlles anzeigen§ 4 StVO Abstand
(1) Der Abstand von einem vorausfahrenden Fahrzeug muß in der Regel so groß sein, daß auch dann hinter ihm gehalten werden kann, wenn es plötzlich gebremst wird. Der Vorausfahrende darf nicht ohne zwingenden Grund stark bremsen.
(2) Kraftfahrzeuge, für die eine besondere Geschwindigkeitsbeschränkung gilt, sowie Züge, die länger als 7 m sind, müssen außerhalb geschlossener Ortschaften ständig so großen Abstand von dem vorausfahrenden Kraftfahrzeug halten, daß ein überholendes Kraftfahrzeug einscheren kann. Das gilt nicht,
1. wenn sie zum Überholen ausscheren und dies angekündigt haben,
2. wenn in der Fahrtrichtung mehr als ein Fahrstreifen vorhanden ist oder
3. auf Strecken, auf denen das Überholen verboten ist.
(3) Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 t und Kraftomnibusse müssen auf Autobahnen, wenn ihre Geschwindigkeit mehr als 50 km/h beträgt, von vorausfahrenden Fahrzeugen einen Mindestabstand von 50 m einhalten.
Für die für Punkt (1) subjektive Komponente gibt es auch ein Maß, nämlich die "Faustformel" für den Anhalteweg. Diese ist trotz besserer Bremsen nicht wirklich überholt, wie der von mir gepostete Link zum SWR-Artikel zeigt. Der Bußgeldkatalog trägt diesem Umstand Rechnung: wer weniger als den halben Tachoabstand auffährt, drängelt. Das gilt dann leider auch für eigentlich alle Lastwagen, denn die fahren normalerweise in Handschüttelreichweite im Windschatten hintereinander her ![]()
ZitatOriginal geschrieben von Jochen Gleichzeitig aber gibt es nach meiner Beobachtung weniges in unserer Gesellschaft, was so schiefläuft und dennoch erstaunlicherweise doch meist noch gut ausgeht, wie der Straßenverkehr.
Das ist wohl wahr. Ein Blick auf den Straßenverkehr in mediterranen Regionen oder gar in asiatischen Metropolen beweist, daß es sogar noch deutlich schlimmer und trotzdem irgendwie glimpflich funktioniert. Angewandte Chaostheorie ![]()
Das liegt aber daran, daß die Menge derer, die Sicherheitsspielräume in Anspruch nehmen, deutlich geringer ist als die Menge der Autofahrer, die Sicherheitsspielräume einbringen. Daraus folgt, daß das System kollabieren würde, wenn zu viele oder gar alle rasen und drängeln würden. In gewisser Weise ist damit erlaubt zu sagen: Raser und Drängler sind asozial.
q.e.d. ![]()
ZitatOriginal geschrieben von MisterVegas
heutzutage sind die ganzen geschwindigkeitsbegrenzungen und formelberechnungen zum bremsweg schon längst veraltet.
halber tacho abstand, im traum vielleicht.
Dir gehört der Lappen abgenommen.
ZitatLeistungsstarke Motoren und hohe Sicherheitsstandards haben nicht nur Pkw revolutioniert, sie haben auch das Fahrverhalten negativ beeinflusst. Der Mensch überschätzt seine Fähigkeiten, Tempo und Abstände einzuschätzen, in Notsituationen spontan und korrekt zu reagieren, dass heißt zum Beispiel rechtzeitig zu bremsen.
Testfahrten mit Deutschlands derzeit fortschrittlichstem Fahrsimulator, der Drive Station in Frankfurt beweisen das. Wir simulieren eine Autobahnfahrt mit Tempo 140 Kilometer pro Stunde. Hinter uns ist Verkehr im Abstand von 50 bis 60 Meter, also weniger als der halbe Tachowert. Das ist die Normalität. Dann unerwartet: eine Vollbremsung. Für den Hintermann reicht die Reaktionszeit nicht aus. Beim Aufprall hat er noch mehr als 40 km/h auf dem Tacho. Das entspricht einem freien Fall aus 10 Metern Höhe.
Aus Ist die Sicherheitsregel "halber Tachoabstand" heute noch zeitgemäß? (aus diesem Thread))
Vor etwas über einem Jahr bin ich die A8 von München nach Norden mit Bleifuß gefahren. 3 Spuren, schnurgerade. Die heizen da alle wie Sau. Toll, dachte ich, da kannste endlich mal wieder den BMW ausfahren. Nach vielen Kilometern mit 200km/h bremst der Vordermann .. und bremst und bremst. Ich zuerst sanft auf die Bremse, dann immer kräftiger. Die letzten bestimmt 50 Meter waren Vollbremsung. Jeder Meter des eigentlich so großzügig einschätzten Abstands - und ich fahre stets mit viel Abstand - war erforderlich, und ich wette, daß es an dieser Stelle vielen auf der linken Spur so ging. Hätte in diesem Moment jemand hinter mir gedrängelt würde ich heute wohl bis ans Ende aller Tage zu einer Harfe singen.
So ein Adrenalin-Schock, der Geruch glühender und dann spürbar weniger wirkungsvoller Bremsen und eine quasi-Nahtoderfahrung halten wirklich lange vor.
Grund für den spontanen Stau waren übrigens Fahrzeugteile, die ein sich auflösendes Wohnmobil quer über die Bahn verstreut hatte...
edit In gut zehn Jahren Führerschein kann ich immerhin 4 Ereignisse anführen, wo ich froh bin, immer viel Abstand gehalten zu haben:
1) Stauende hinter einer Kurve
2) Fahrrad auf einer Autobahn
3) das in diesem Beitrag erwähnte Ereignis
4) ein dem vorausfahrenden Fahrzeug platzender Reifen
Das ist natürlich alles unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Sicherheitsabstand dient der Sicherheit und ist eine Versicherung gegen gefährliche Situationen. Wer so fährt, daß er auf Sicherheitsspielräume anderer Verkehrsteilnehmer angewiesen ist und selbst keine solchen Puffer mit einbringt, gehört runter von der Straße. Diese notwendigen Puffer steigen quadratisch mit der Geschwindigkeit, nicht linear.
Jeder sollte mal ähnlich wie beim Billard Stoß-um-den-Anstoß einen Test machen: Hütchen auf ner geraden Strecke setzen. Mit 200 Sachen drauf zu und genau dann eine Vollbremsung einleiten, wenn man meint daß es genau passt um davor zum Stehen zu kommen. Ich wette, daß da 95% der Raser die Hütchen abmähen.
Wie ich bereits im anderen Thread schrieb: Straßenverkehr ist kooperatives und nicht preemptives Multitasking.
Wenn das nicht mal eine Killerapplikation ist!
ZitatAuch Google ist dabei, sein Angebot auf mobile Endgeräte zuzuschneiden. Nachdem Google seine Suchergebnisseiten bereits für die mobile Nutzung optimiert hat, sind ab heute auch Satelliten-Bilder und Karten aus dem Angebot Google Maps mit Java-Handys abrufbar. Die Nutzer sollen sich dabei durch das Angebot bewegen können, als säßen sie am heimischen PC. Zusätzlich sollen spezielle lokale Mobilfunkservices (LBS) genutzt werden können. Laut Google kann der Dienst bereits mit über 100 verschiedenen Handymodellen genutzt werden. Google Maps steht den Nutzer kostenlos zur Verfügung, allerdings müssen die erforderlichen Datenverbindungen beim jeweiligen Mobilfunkanbieter bezahlt werden.
Geil! ![]()
... nur wie und wo bekommt man das Applet? Funktionierts womöglich sogar über die o2 Flat? ![]()
ZitatDie paar Sekunden bringen mir keine entscheidenden Vor- oder Nachteile.
So sehe ich das auch. Sorry Stefan, aber meiner Meinung nach ist es auch ziemlich rücksichtslos, in einem Bereich, wo mit 60 bis 100 Stundenkilometern Spurwechsel in beide Richtungen stattfinden, noch 160 rasen zu müssen - da kann ich den ein oder anderen Wischer gut verstehen.
Mit so einem Fahrverhalten reduziert man Sicherheitspolster deutlich und gefährdet unnötig sich und andere.
Ich sage immer: Straßenverkehr ist kooperatives und nicht preemptives Multitasking ![]()
ZitatOriginal geschrieben von Martyn
Aber ansonsten ist es einfach notwendig, das jeder einzelne nach Bildung und Qualifikation strebt, anders gehts einfach nicht.
Das klingt, als würde jeder Arbeit finden, wenn er nur ausreichend gebildet und qualifiziert ist. Erzähl das mal einem der Millionen arbeitslosen Akademiker.
Seit Jahren warte ich auf den großen Knall. Ich denke, daß es bald soweit ist. Falls der Flächenbrand in Frankreich auch andere Länder anstecken sollte, ist es wohl eher morgen als in 10 bis 20 Jahren der Fall.
ZitatOriginal geschrieben von Martyn
Wobei der Kapitalismuss ansich nichts schlechtes ist, man muss eben den Kapitalissmuss nur so gestalten das jeder eine Chance hat und nicht Ärmere von vorne herein zum Verlierer bestimmt sind.
Das klingt nach dem Wahlprogramm der FDP. Jeder ist seines eigenen Schicksals Schmied, jeder hat ein Grundrecht auf Bildung und mit Qualifikation und Fleiß alleine kann sich dann auch jeder hocharbeiten. Quasi der amerikanische Traum .. auf deutsch.
Ein Blick ins wirkliche Leben zeigt aber, daß Fleiß und Kompetenz alleine aber bei weitem nicht nicht ausreichen, um sich wirklich hochzuarbeiten.
ZitatDazu ist ein soziales Sicherungsnetz notwendig, das auch den Namen verdient.
Es funktioniert doch immer noch, in Deutschland muß niemand hungern und niemand unter einer Brücke schlafen. Es funktioniert sogar so gut, daß es hunderttausende "Arbeitsunwillige" gibt, die sich da bewußt "reinlegen". Schließlich gehört man damit immer noch zu den Top 5% der Weltbevölkerung.
Man kann aber auch den restlichen 5 Millionen, die womöglich täglich zum Arbeitsamt pilgern und fleissig weiter Bewerbungen schreiben nicht verdenken, daß denen irgendwann die Lust aufs Arbeiten vergeht. Wenn ich sehe, daß es Industriearbeiter gibt, die bei einer 40h-Woche vielleicht gerade mal mit 700 EUR netto auskommen müssen ... hier ein falsches Kreuz und da eine falsche Angabe, und womöglich hat man ohne Arbeit schon mehr Geld als ohne.
Viele sagen, man müsste denen, die keine Lust auf Arbeit haben, alles nehmen. Andersrum wärs doch irgendwie geschickter, die Motivation zu produktivem Dasein zu steigern: laßt denen, die was tun, mehr. Mehrarbeit müsste sich lohnen.
Im klassischen Sinne produktives Gewerbe hat seine Produktivität extrem gesteigert und erfolgreich viele Arbeitsplätze wegrationalisiert. Ein paar Abende Galileo anschauen und sich wundern, wie viele Produkte des Alltags in Massen, mit gewaltigen Maschinen und unglaublich wenig Personal erzeugt werden ...
In Altenpflege, Krankenpflege, Reinigung .. Kunst und Kultur wäre noch genug "Arbeit" übrig, so daß sich niemand auf die faule Haut legen müsste. Geld ist auch genug da - nur leider nicht dafür. Es sammelt sich da, wo es bereits ist, und vermehrt sich dort exponentiell. Dafür arbeitet und sorgt der geschröpfte Mittelstand - auch die "Unterschicht" muß von hier mitversorgt werden.
Solange Kapital und Arbeit so funktionieren wie es heute der Fall ist, solange ist das Auseinanderdriften von Arm und Reich systemimmanennt und es wird immer wieder knallen. Warum also sollte man sich heute ins Zeug legen? Damit zieht man den Karren nicht aus dem Dreck, man verzögert das endgültige Versinken im Schlamm nur ein wenig.
Ich habe mich durch einen Freund beraten lassen, der als Versicherungsmakler arbeitet und dessen Programm alle Tarife (inkl. Onlinetarifen) berücksichtigen soll.
Dadurch bin ich nun auch bei der VHV gelandet. Erfahrungen in Bezug auf Service habe ich nicht - und hoffe natürlich, keine zu sammeln. Selbst wenn .. Ansprechpartner ist nun mein Makler, nicht die Versicherung.
Einen Vorgeschmack auf das, was in größerem Maßstab noch kommen wird, sehen wir, wenn wir nach Frankreich blicken.
Die sind zwar nicht Deutschland und dort sind es ursächlich massive "Integrationsprobleme", aber die Grundspannung ist die gleiche: Spannungen aufgrund einer sehr ungleichen Verteilung von Wohlstand.
Wenn die Schere zu weit auseinanderklafft, krachts halt. Ob gute Vorsätze von ein paar wenigen Gutmenschen oder eine "Reichensteuer" ausreichen wird, daß Auseinanderdriften von Arm+Reich bis zum großen Knall zu stoppen, wage ich allerdings zu bezweifeln.