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Original geschrieben von uwm Nach "Premium" hört sich das für mich nicht an .... und die letzte echte Innovation (homezone) ist auch schon ein paar Tage her... 
Multicard und WAP-Flat sind weiterhin konkurrenzlose Innovationen, welche beide nach der Homezone eingeführt wurden.
Hohe ARPU hin oder her - Herr Gröger hat auf einer der letzten Pressekonferenzen die Präsentation der Quartalsbilanzzahlen eingeleitet mit der Feststellung, daß der Mobilfunkmarkt nun eindeutig in eine Phase getreten sei, die von Marktsättigung, Verdrängungswettbewerb und Preisdruck gekennzeichnet sei. In der anschließenden Präsentation der neuen Genion-Tarife fiel so oft das Wort "Signalpreis", daß ich mich ernsthaft gefragt habe, ob die noch ganz knusper sind. Übersetzt heißt Signalpreis ja nix anderes als Lockmittel. Schön, daß es vom Chef selbst besätigt wird: Kundenverarschung. Ein Preis billig, beim Rest wird abgezockt. Die neuen Tarife gingen im Mittel ja auch nicht runter sondern rauf.
Vielleicht sollte man alle Tarifentscheider und Betonköpfe mal daran erinnern, daß "faire, transparente Tarife" und "Signalpreise" sich einander ausschließen.
Wenn Herr Gröger vom Premium-Netz spricht, dann spricht der damit wohl die Aktionäre an: ARPU, Kundenzahlensteigerung, Renditesteigerung. Wobei Aktionäre bei T-Mobil und Vodafone in Bezug auf Umsatzrendite dann doch wieder anderes gewohnt sind.
Premium ist auch die massive Werbung. In der breiten Masse ist das gut fürs Image.
Hier bei TT hat man Einblick in die Tarife und die Technik - da ist o2 schon lange nicht mehr billig, nur noch unter Umständen preiswert, und die Faustformel, nach der auf eine Störung bei D1/D2/E+ fünf Störungen bei o2 kommen, gilt auch immer noch. Das komplexere Homezone/Multicard-Flickwerk kann nicht permanent als Entschuldigung herhalten, irgendwann müsste das doch mal repariert sein (und wenn sie schon dabei sind, ne Cost-Control einbauen).
Das "Schönwetternetzphänomen" müsste auch schon jeder mehr-als-Gelegenheits-Telefonierer erlebt haben. Exemplarisch die Unwetter vor rund einer Woche: mit dem ersten Krachen und Donnern ist das Netz weg und das Handy klammert sich an D1. Aber auch in der ungestörten o2-Home-sweet-Homezone kommen Anrufe auf die Homezone zu oft erst im zweiten Versuch an, und wenn die Verbindung mal steht bricht sie zu oft irgendwann einseitig ab (einer kann den anderen noch hören, aber umgekehrt nicht mehr).
Was dem Kunden vom Premium bleibt: der Preis.
Wer sich im Verdrängungswettbewerb dem Preiskampf nicht stellen will, der geht aber unter. Öttinger hat im Biermarkt auch kräftig aufgeräumt - ganz ohne "Premium". Aldi, Lidl, H&M - der Durchschnittsbürger hat kein Geld mehr für "Premium", und sogar "Besserverdienende" sind preisbewußt geworden und schämen sich nicht, im Aldi einzukaufen.
Lang- oder sogar mittelfristig ist weder im Mobilfunk noch im Festnetz mit Sprachtelefonie Geld zu verdienen. Der VoIP-Zug ist gerade erst angerollt, doch schon jetzt brechen dem rosa Riesen Milliarden (!) weg. o2 sollte sich, wie auch die anderen Anbieter, darauf einstellen.
Wenn die weiterhin versuchen, krampfhaft "Premium Content", "Premium Dienste" und Services, die keiner braucht (z.B. das total gehypte push2talk, gibts da wirklich ein sinnvolles Anwendungsszenario für 08/15-Privatnutzer? Der GSM-CB-Funk hat sich in den USA auch nur über den Preis durchgesetzt), für viel Geld zu verkaufen, werden sie den Karren gewaltig an die Wand fahren. 40% Umsatzrendite und mehr sind nicht auf Dauer zu halten.
In 10 Jahren möchte ich meine Bits und Bytes ungehemmt durch den Äther schieben, unabhängig von der Aufschrift VoIP, email (sms/mms braucht dann eh keiner mehr, wenn jedes Handy ne IP hat), WWW, VPN etc.
Dann zählen nur noch Preis und Geschwindigkeit (Bandbreite). Hoffentlich.
Die Farbe der SIM-Karte (magenta, rot, grün, blau) ist mir dann auch egal.