Einen kleinen Beitrag zu diesem Thema will ich auch leisten (finde übrigens daß dieser Thread trotz aller Befürchtungen doch recht zivil zugeht) :
Ich finde Deutschland ein unglaublich faszinierendes Land, weil es wie kaum ein anderes in einem ungeheuren Spannungsfeld existiert. Wir haben die meisten Nachbarn, sind viel zu viel Menschen auf engen Raum und leben in einem durchwachsenem Klima.
Ich schreibe das deswegen, weil viele Länder deren Patriotismus immer als beispielhaft erwähnt werden, meistens sehr isolierte Länder sind (USA, England, Spanien, Frankreich etc...).
In Deutschland ist es bedeutend schwerer patriotisch zu fühlen, weil man einfach und auch gottseidank so vielen Einflüssen ausgesetzt ist. So fühle ich mich als Bayer eher der Alpenregion zugehörig, Menschen im Saarland vielleicht eher französisch u.ä.
Viele fordern, daß diese Diskussion, wie sie jetzt geführt wird irgendwann ein Ende hat, aber dies wird u.a aus o.g Gründen nie passieren.
In meiner Familie z.B gab es sowohl Widerstandskämpfer, als auch einen sehr ranghohen Nazi. ich bin also mit beiden konfrontiert, zum einen mit jenen, die ihr Leben riskiert haben, als auch mit denen, die Hitler für einen sympathischen, visionären Messias hielten.
Der Stolz auf Bach, beethoven etc... gegen die unendliche Kleingeistigkeit und Humorlosigkeit der Deutschen.
Für mich ist das die Quintessenz aus dieser und ähnlicher Diskussionen.
IMO gibt es nur einen "Lösungsansatz" hier als auch im globaleren Sinn und das ist diese Spannung unter der wir nunmal Leben (in positiver und negativer Hinsicht) zu erkennen und zu akzeptieren.
Dann wird man vielleicht auch mal dem Diskussionspartner zuhören und auch verstehen können und nicht wie hier geschehen gleich mit Nazikeule oder mangelndem Alter oder Intelligenz zu kommen.
lg bertl