Beiträge von Felsen2000

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    Original geschrieben von Timba69
    Was alle vergessen beim 808 vs 1020:
    Den Preis:
    249 Euro zu 640 Euro


    Ja, das ist ein Punkt.


    Aber ehrlich muss man sagen, dass die Softwareentwicklung für Symbian jetzt wirklich am Ende ist. Ich verfolge auch andere Foren und den Nokia store und für Symbian tut sich nichts mehr. Keine neuen Spiele, keine Anwender-Apps. Da wird es schon als Höhepunkt gefeiert, wenn von WhatsApp eine neue Version rauskommt. Schauen wir mal, was sich in den letzten Wochen getan hat: ein Update für den YouTube-Client, ein Update für den GNrewsReader und die EasyStopWatch von Allstare. Ach ja, und das Update für Sparkle und Dungeon Hunter 2. Das ist alles Ado Goldkante. Symbian ist tot, akzeptieren wir das. Und damit tickt auch die Uhr für das geliebte 808.


    Außerdem finde ich das OIS vom 1020 total faszinierend und ich hätte gern einen größeren Display. Aber ein 1020 mit 32GB ist zu klein. Es kommt nur die 64GB-Variante in Frage.

    Wobei ich mir schon die Frage stelle, was genau bei WP8 im Vergleich zu Android eigentlich fehlt. So nutze ich mein Handy (von der häufigsten Nutzung zur seltensten):



    Fotos machen
    Musik hören
    eBooks lesen
    Telefonieren
    Videos ansehen
    WhatsApp
    Emails
    SMS
    Navigieren
    Wecker
    Uhr (auch im Sleepingscreen)
    Filmen
    Streckentracking
    Spielen
    Surfen
    Dateiarchiv


    Die obigen Punkte decken 99,9% aller meiner Aktivitäten mit dem Handy ab.
    Was genau davon fehlt mir denn bei WP8?

    Zitat

    Original geschrieben von Printus
    ...
    Kein Arbeitnehmer, der bei klarem Verstand ist, würde seine Arbeitskraft freiwillig für weniger als das Existenzminimum verkaufen.


    Es zeigt sich: der Arbeitsmarkt ist in Schieflage und der Mindestlohn rückt ihn, wenn auch mehr schlecht als recht, aber immerhin, wieder ein bisschen gerader.


    Es ist 2 Uhr Nachts - Insomnia? :-)
    Meine Zahlen sind veraltet. Aber Sie würden staunen, wieviele Menschen in Deutschland arbeiten gehen, obwohl sie beim Wechsel in die Arbeitslosigkeit (kaum) weniger verdienen würden. Offenbar hat für manche Menschen das Gefühl, sich selbst den Lebensunterhalt zu verdienen, eine wichtige Bedeutung.


    Aber Sie haben natürlich trotzdem Recht: in der Praxis ist die gesetzliche Existenzsicherung die Preisuntergrenze für Lohn und Gehalt. Ich kann nur Ihrer Interpretation einer Schieflage nicht zustimmen.


    Ich breche jetzt mal eine Lanze für Deutschland und Sie werden vielleicht überrascht sein. Ich bin nämlich keineswegs gegen Umverteilung, Gerechtigkeitsdebatten, soziale Mindeststandards. Ich plädiere nur dafür, den Bogen nicht zu überspannen und die Kirche im Dorf zu lassen.


    Deutschland hat seid 1950 eine enorme Zuwanderung zu verkraften. Eine Zuwanderung, die es meines Wissens so in keinem anderen Land der Erde gibt. Flüchtlinge, Spätaussiedler, Asylanten und so weiter. Übrigens ist auch meine Familie aus der DDR geflohen und damit in Bezug auf die Bundesrepublik eine Zuwandererfamilie. Wie viel Zuwanderer gab es im Laufe der letzten 40, 50 Jahre? 20 Millionen? Oder doch eher 30?


    Und jetzt bedenken Sie bitte: die Zuwanderer hatten allesamt: nichts. Kein Vermögen, zunächst kein Einkommen. Wenn so viele Habenichtse in eine Wirtschaft einwandern, dann müsste man eigentlich annehmen, dass sich die Reichtumsverteilung weiter aufspreizt. Dem war aber nicht so. Das bedeutet, Deutschland hat es geschafft, die Chance und den Reichtum so schmerzlos umzuverteilen, dass Abermillionen Menschen Teil dieser Gesellschaft werden konnten.


    Deutschland - wir alle - brauchen uns weiß Gott nicht zu schämen. In Punkte Gerechtigkeit und Umverteilung macht uns so schnell keiner was vor. Deswegen reagiere ich mit Unverständnis, wenn das bisherige System so verurteilt wird.


    So, ich geh´ ins Bett. Gute Nacht allen.

    Zitat

    Original geschrieben von Printus
    ...Hast du noch nicht verstanden, dass wir in einer Gesellschaft leben und nur dann friedlich und auskömmlich klarkommen, wenn möglichst alle koexistieren können? Wenn nicht der eine den anderen völlig ausnimmt, sondern wenn wir darauf achten, dass möglichst alle "mitgenommen" werden und jeder innerhalb eines akzeptablen Rahmens friedlich und auskömmlich leben kann...


    Ich vermute, dass Sie das anders sehen. Aber wenn man sich die Verteilungskurve der Vermögen und Einkommen ansieht, dann ist Deutschland mit eines der Länder weltweit, in denen das "mitnehmen" noch am Besten gelöst wurde. Daran will weder ich noch sonst ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler etwas ändern. Aber a) muss ein Kuchen auch gebacken werden, bevor man ihn essen kann und b) ist der Wohlstand einer Nation wsentlich von der Motivation abhängig. Und zu viel Umverteilung und Planwirtschaft ist der Motivationskiller Nr. 1. Um es auf den Punkt zu bringen: in der DDR waren alle gleich. Ja, gleich arm.


    (Und nicht mal in der DDR waren alle gleich)


    Zitat

    Original geschrieben von Printus
    ...Den KOMPLETTEN Dienstleistungssektor sowie SÄMTLICHES Handwerk können wir gar nicht ans Ausland verlieren weil der Bedarf für ALLE Dienstleistungen hier ist! ...


    ...Wobei ich zu bedenken gebe, dass Aufgaben, die aufgrund von Technisierung an Maschinen verloren gehen, so oder so wegfallen, da spielt es keine Rolle wo auf der Welt der Automat steht. Das kann man also nicht einrechnen.


    Wenn Sie nicht auf den ersten Blick erkennen können, dass die Lohnkosten einen wesentlichen Teil der Motivation für Automatisierung bilden, dann werde ich Ihnen den Gedanken auch nicht näher bringen können. Die Geschwindigkeit, mit der menschliche Arbeitskraft durch Maschinen ersetzt wird, ist keine Konstante. Und auch die Größe des Dienstleistungssektors ist keine Konstante; was man schon erkennen kann, wenn man Wirtschaftsräume wie den der USA mit dem von Deutschland oder Frankreich vergleicht. Ich verstehe nicht ganz, wie man sich gegen diese Argumentation verschließen kann. ALLES ist variabel.


    Ein typischer Dienstleistungsberuf ist der Friseur. Wenn mir der Friseur vor Ort zu teuer wird, dann gehe ich eben seltener hin. Wenn der Friseur noch teurer wird, dann schneide ich mir nötigenfalls selbst die Haare oder fahre über die Grenze.


    Warum gibt es in Deutschland keine menschlichen Schuhputzer mehr? Weil das zu teuer wäre. Statt dessen gibt es jetzt Schuhputzmaschinen. In den USA gibt es bei großen Kaufhäusern sogar Angestellte, die Ihnen die Waren in Tüten packen und bei Bedarf zum Auto tragen.


    Ein weiterer Dienstleistungssektor ist die Beratung. In dem Bereich werden jetzt, genau in diesen Jahren, tausende Arbeitsplätze abgebaut und durch sonst was ersetzt... durch CallCenter, Online banling und so weiter.


    Ein anderer Dienstleistungssektor ist Transport (Taxi; aber auch andere Transportleistungen). Ich hab´s nicht verfolgt, aber wenn die explodierende Umsätze hätten, dann hätte ich das wahrscheinlich mitbekommen. Ich denke eher, die haben auch zu knabbern.


    Verkauf ist Dienstleistung. Da erleben wir gerade das Aussterben der klassischen Verkäufer hin zur Selbstbedienung. Sogar Fleisch und Käse gibt es mehr und mehr in Selbstbedienungstheken.


    Pflege und Betreuung sind Dienstleistung. Auch da gibt es Kostendruck. Im Ausland werden Altenheime und Betreuungszentren gebaut, die gezielt Deutsche ansprechen, denen hier die Tarife zu teuer sind.


    Wäschereien und Bügeln sind Dienstleistung: auch hier gibt es keine Ntwendigkeit zur Abnahme. Wenn es dem Kunden zu teuer wird, macht er/sie es eben selbst.


    Kunst und Kultur könnte man auch noch dazu rechnen...
    ich habe jetzt genügend Beispiele gebracht, dass Sie erkennen können, wie variabel der Dienstleistungssektor ist. Da ist nichts fest oder naturgegeben. Sondern ganz im Gegenteil vergrößert und verkleinert sich der Dienstleistungssektor ständig; und es gibt auch ständig Konkurrenz sowohl mit der Automatisierung als auch mit der Verlagerung ins Ausland.

    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Was hat Mindestlohn mit Planwirtschaft zu tun?


    Ein Mindestlohn ist ein Werkzeug der Preiskontrolle und als solches ein Bestandteil der Planwirtschaft. Da gibt es nichts zu diskutieren, dass ist die DEFINITION von Planwirtschaft. Was Sie wohl meinen ist, dass der Übergang von der Marktwirtschaft zur Planwirtschaft fließend ist und allein mit Mindestlöhnen noch keine vollständige Planwirtschaft erreicht ist.


    Das ist natürlich richtig und ich hatte ernsthaft angenommen, dass das jedem klar wäre. Sollte ihr Hinweis aber berechtigt sein und selbst dieses Basiswissen hier bei einigen Teilnehmern nicht vorhanden sein, dann formuliere ich es eben anders:


    Der Übergang von einer freien Preisbildung auf den Arbeitsmarkt hin zu einer Regulation mit staatlich festgelegten Mindestpreisen (und eventuell Höchstpreisen, wie es von manchen gefordert wird) ist ein Schritt weg von der Marktwirtschaft und ein Schritt hin zur Planwirtschaft.

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    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Hier im TT ist es seit jeher (jedenfalls soweit ich mich zurückentsinne) üblich, die direkte Anrede mit "Du" zu wählen. Wir sind hier halt unter kleinen Leuten.


    Das ist jetzt schon das zweite Mal, dass sich hier jemand über die Höflichkeitsform mokiert. Ich habe ja auch nicht gejammert, dass ich pseudokumpelhaft mit "Du" angesprochen werde.


    Extrem faszinierend, dass insbesondere in links dominierten Foren, wo immer so toll auf "Ach, was sind wir tolerant gegen (Hunde, Ausländer, Frauen, Vegetarier, ) und was sind wir alle individuell" in der Realität kaum Vielfalt und Individualität geduldet wird. Muss was wohl mit dem Unterschied von Theorie und Praxis zu tun haben. Virtueller Uniformzwang ist mir in linken Foren viel öfter begegnet als in liberalen oder bürgerlichen Foren.


    We agree to disagree und trennen uns in Frieden, so lange noch keine bösen Worte gefallen sind.

    Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Nein, man darf Trinkgelder nicht zum Nettolohn rechnen! Es handelt sich dabei um eine freiwillige und nicht planbare Anerkennung eines zufriedenen Kunden. Das kann nicht Grundlage eines kalkulierbaren festen Gehalts sein.


    Variable Gehaltsbestandteile gibt es in vielen Berufen.


    Trinkgelder sind zwar in der Regel steuerfrei, aber das heisst nicht, dass die Arbeitnehmer die Trinkgelder nicht in ihre Kalkulation aufnehmen würden. Jeder kleine Student, der schon mal gekellnert hat, weiß das. In einer freien Marktwirtschaft bildet jeder Marktteilnehmer seine persönliche Vorstellung über die Vorteile und Nachteile eines bestimmten Angebots. Gibt es Trinkgelder? Muss ich auf eigene Kosten Kleidung kaufen? Habe ich bestimmte Fahrtzeiten/ Fahrtstrecken? Wie sind die Arbeitszeiten? Was ist mit Lärm, Gestank, unangenehmen Menschenkontakten? Es gibt neben dem festen Lohn Dutzende, wenn nicht hunderte weiterer Kriterien, wie gewünscht oder unerwünscht eine Tätigkeit ist. Und für jeden ist es anders. Der eine findet es toll, als Tourbegleitung mit Hardrock zugeschallt zu werden, für den nächsten wäre das Höchststrafe.


    Den Fehler den Sie und viele andere machen ist, dass Sie ein vermeintlich objekives Bewertungsraster entwickeln wollen, nach dem Sie die Jobs bewerten und vergüten wollen. Völliger Quatsch. Niemals wird es möglich sein, objektive Kriterien für Millionen von Einzelentscheidungen zu finden. Immer diese Planwirtschaftsutopien. Als ob Sozialismus nicht schon genug Schaden angerichtet hätte.


    Der Preis einer Tätigkeit soll und muss sich durch Angebot und Nachfrage ergeben. Alles andere führt nur zu noch mehr Fehlsteuerung und damit Schaden. Wenn ich als Arbeitgeber zum Preis X niemanden finde, der den Job tun will, dann muss ich eben den Preis (Gehalt/Lohn) hochsetzen. Und wenn die Leute mir die Bude einrennen, dann ist mein Angebot wohl zu gut - ich verschenke Geld. Kann man im Einzelfall zwar mal tun, muss man aber nicht.


    Es geht nicht darum, dass ich Leute verhungern lassen will - die Existenzgrenze in Deutschland ist sicher. Auch, wenn euch das nicht in den Kopf will: hiesige HARTZ-Empfänger gehören immer noch zu den oberen 50% der reichsten Menschen der Welt. Vielleicht sogar zu den obersten 25%. Die Diskussion von wegen "Aaaahh, die Leute verhungern auf offener Straße!!!!!" brauchen wir also gar nicht zu führen. Das ist schlicht Unsinn.


    Es geht schlicht darum, dass Planwirtschaft nicht funktioniert. Hat noch nie funktioniert und wird auch nie funktionieren.


    Ich persönlich würde meine Wahlentscheidung nicht von dieser Frage abhängig machen, weil es weder mich noch meine Familie betrifft. Von mir aus führt diesen bekloppten Mindestlohn ein. Ich muss die Konsequenzen ja nicht tragen. Schon heute ist der Niedrioglohnsektor in Deutschland furchtbar unter Druck. Wir haben MILLIONEN -und das meine ich ernst- Millionen Arbeitsplätze ans Ausland verloren, weil hiesige Arbeitskraft einfach zu teuer ist. Und da können Sie auf und nieder hüppen und die böse Welt beklagen; die Realität ändern Sie damit doch nicht. Führen Sie einen Mindestlohn ein - und es wird genau das passieren: entweder der Abstand zu Nulloption (nix tun und Stütze kassieren) ist zu klein; dann hat der Mindestlohn keinen Nutzen. Oder der Abstand ist groß - dann werden weitere Dienstleistungsbereiche aussterben. Was wollen Sie dann machen: eine Mauer bauen, damit die bösen Konsumenten sich nicht nach Alternativen umsehen?