Beiträge von Felsen2000

    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    hören, denn den Vorteil "dieser Parteienfinanzierung" haben andere Parteien bei der Wahl nicht........


    Für mich ist das Thema absolut nachrangig, weil es nichts, aber auch gar nichts mit der Qualität von politischen Entscheidungen zu tun hat...
    aber ich erinnere mich, dass die Diskussion über die "moralische Verpflichtung zum spenden der Diäten" auch mindestens bei den Grünen und den Piraten geführt worden ist.


    In so weit scheint das kein reines CSU-Thema zu sein.

    Zitat

    Original geschrieben von dungeonlight
    http://www.sueddeutsche.de/pol…lich-nahe-steht-1.1756596


    Was ist da bei euch so rausgekommen ?


    FDP und Freie Wähler vorn; das war aber klar, weil die AfD nicht in der Auswertung auftaucht - die wären sonst bei mir Platz 1. Als Erzliberaler ist mir jede Form von Staatsdirigismus, Planwirtschaft, Lemming- und Ameisenstaat und ähnlichen Arten der Vergewaltigung des Individuums ein Greuel.


    Ansonsten waren die Fragen selten unsinnig. Ich habe drei oder vier Fragen gefunden, die Sinn ergaben. Die meisten Fragen waren schlicht zu unspezifisch. Braucht Deutschland mehr Zuwanderung? Ja sicher, da die tumben Deutschen ja mal in der Mehrheit beschlossen haben, aussterben zu wollen, ist es schon sinnvoll den Platz nachzubesetzen. Die Frage ist nur: mit wem. Eine Zuwanderung muss Bedarfs- und Integrations- (oder genauer noch Assimilations-)gesteuert sein.


    Und so weiter.

    Werter Jimmythebob,
    das hatte ich noch übersehen:


    Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Du machst es dir schon sehr einfach. Danach ist also jeder Militäreinsatz ohne UN-Mandat ein Kriegsverbrechen? Das ist nicht nur einfach, sondern auch juristisch falsch.


    Dann ist deiner Definition ja auch der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan ein Kriegsverbrechen, der Einsatz der Nato im ehem. Jugoslawien ein Kriegsverbrechen, uvm. :confused:


    Ja, Jugoslawien ist nach allen nur denkbaren Rechtssystemen ein Kriegsverbrechen gewesen. Aber wo kein Kläger, da kein Richter. Und zum Thema "Militäreinsatz": Sie schreiben es nicht, aber Sie meinen natürlich den Angriffsfall. Denn selbvstverständlich darf sich ein Staat verteidigen; und eine Verteidigung ist ja ebenfalls ein Militäreinsatz. Der Begriff "Verteidigungsfall" ist leider auch dehnbar. Nach dem Terrorangriff vom 11. September auf die Tower hat die NATO den "Verteidigungsfall" erklärt und das auch als Begründung für den Angriff auf Afghanistan verwendet. "Verteidigungsfall"... naja, ich weiß nicht...



    Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Es schadet manchmal nicht, etwas über den eigenen Tellerrand zu schauen und sich von (falschen) Begrifflichkeiten zu lösen und stattdessen den Zweck hinter dem in Frage stehenden Militäreinsatz in deine Überlegungen einfließen zu lassen. Wenn du A sagst (kein Militäreinsatz), musst du nämlich auch B sagen (die Bevölkerung stirbt weiterhin). Bei allem Respekt für eine pazifistische Grundhaltung, aber das finde ich einfach nur erbärmlich.


    Ja, selbstverständlich akzeptiere ich das. Das ist die absolut einzige Art und Weise die Vielfalt der menschlichen Kulturen auf einem Planeten zu garantieren. Wo wollen Sie die Grenze ziehen? Nordkorea? Da verrecken die Menschen auch erbärmlich unter einem kommunistischem System. Müssen wir die auch zu derem Besten erobern? Was ist mit dem Klassensystem in Indien? Müssten wir das auch gewaltsam beenden (wobei das seit ein paar Jahren auf dem Papier ja abgeschafft ist)?

    Werter Jimmythebob,
    Es steht Ihnen frei, mir nicht zu glauben. Wenn es sie interessiert, können Sie ja bei Gelegenheit einem Volljuristen den Satz "ist eine Tat immer dann gerechtfertigt, wenn damit ein rechtswidriger Angriff auf einen Dritten beendet werden soll." vorlegen und warten die Reaktion ab.


    Bis dahin einigen wir uns darauf, dass wir uns uneinig sind und trennen uns in Frieden.

    Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    Hast du dafür auch Argumente oder Quellen? Nach meinem Rechtsempfinden (und auch dem des deutschen Strafrechts) ist eine Tat immer dann gerechtfertigt, wenn damit ein rechtswidriger Angriff auf einen Dritten beendet werden soll. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das auch ein "gesellschaftstheoretischer" Ansatz ist.


    Werter Jimmythebob,
    ich sehe mich außer Stande Ihnen eine komplette Vorlesung in Staatsrecht zu geben, wenn Sie diese Grundlagen nicht beherrschen.
    Grundsätzlich hat JEDES Gesetz, JEDES Recht einen Geltungsbereich. Es gibt keinen Geltungsbereich, der deutsche Staatsbürger oder Subjekte deutschen Rechts (Staatsorgane) binden würde, für fremde Staatsbürger auf fremden Staatsboden tätig zu werden.


    Genau so ist es mit EU-Recht.


    Etwas schwammiger ist es mit UN-Recht, wo manchmal postuliert wird, es würde einfach automatisch für alle gelten. Ich (und die meisten Juristen weltweit) halten das für Quatsch und nehmen eine Bindungswirkung nur für die Staaten an, die mindestens sich als Vollmitglied der UN angeschlossen haben. Was wiederum verschiedene Konsequenzen hat (unter anderem das man ein anerkannter Staat ist). Ich gehe sogar noch weiter und behaupte, dass eine Bindungswirkung nur vorhanden ist, wenn die jeweilige Verfassung das zulässt (Staatsverträge können selbstverständlich verfassungswidrig sein, denn euch Politiker können irren).


    Gesellschaftstheoretisch muss ein "Gesellschaftsvertrag" gelten. Aus diesem Vertrag ergeben sich dann gemeinsame Organe, deren Handlungen bindend sind (Gewaltmonopol der Staatsmacht). Es gibt aber keinen gemeinsamen Gesellschaftsvertrag der deutschen und der syrischen Bürger. Also gibt es kein gemeinsames Gewaltmonopol.


    Was Sie empfinden steht mir nicht zu zu beurteilen. Aber von Jura und Gesellschaftswissenschaft haben Sie offensichtlich wenig Ahnung. Ich empfehle Ihnen daher, mit Behauptungen wie "(und auch dem des deutschen Strafrechts)" vorsichtiger zu sein.


    Und wenn ich schon beim Korinthenka... bin: die Aussage "ist eine Tat immer dann gerechtfertigt, wenn damit ein rechtswidriger Angriff auf einen Dritten beendet werden soll." ist ebenfalls Quatsch. Und zwar selbst dann, wenn wir körperlicher Gewalt sprechen. Und zwar selbst dann, wenn kein Einvernehmen besteht (rechtswidrig heisst nicht automatisch gegen den Willen der Beteiligten). Mindestens müssen die Mittel angemessen und zweckdienlich sein. Mindestens.

    Zitat

    Original geschrieben von Jimmythebob
    ...
    Außerdem, ich schreibe es gerne erneut, geht es nicht darum, ein fremdes Land zu erobern und grundlos anzugreifen (das würde auch ich als "Angriffskrieg" bezeichnen), sondern darum Zivilisten zu schützen. Im wahren Leben nennt man das Nothilfe und diese ist, wie du weisst, juristisch gerechtfertigt.


    Nein, ein solcher Eingriff ist juristisch nicht gedeckt; weder durch deutsche, noch durch syrische noch durch EU-, noch durch UN-Gesetze. Daneben gibt es auch keinen gesellschaftstheoretischen Ansatz um das zu rechtfertigen und auch in der Politktheorie gibt es kein Modell, um das zu rechtfertigen.


    Ein solcher Eingriff ist nur ideologisch/religiös zu rechtfertigen. Und auf DEM Gebiet wird es blutig, denn mit exakt der gleichen Berechtigung könnten die chinesischen Kommunisten bei uns eimaschieren, um uns vor den bösen kapitalistischen Ausbeutern zu schützen oder eine islamische Allianz, um unsere Seelen zu retten.

    Zitat

    Original geschrieben von Printus
    Das Problem in Syrien ist, wie auch in allen anderen arabischen Ländern, dass da Glaubenskriege zwischen islamistischen Vorgestrigen und sekularisierten Kräften ausgetragen werden ...


    Wenn Sie das so zuspitzen wollen (ich würde mich das n icht trauen), dann sind die "islamistischen Vorgestrigen" aber die sunnitische Mehrheit und die "sekularisierten Kräfte" sind die gut ausgebildete shiitische Elite. Womit mal wieder gezeigt wäre, wie schwierig die Lage ist und das wir uns da einfach raushalten sollten.

    Zitat

    Original geschrieben von Educator
    Das hätte sich der Westen mal überlegen sollen bevor er der Meinung war, seine Art von Demokratie in ferne Länder zu exportieren. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass der Westen den Krieg erst angezettelt hat.


    Ich nehme immer wieder staunend zur Kenntnis, dass in Deutschland "der Westen" für so ziemlich alles verantwortlich gemacht wird. Angefangen bei Armut und Hunger, über Kriege, Umweltverschmutzung, Kinderarbeit, Analphabetentum, Unterdrückung der Frauen bis hin zum schlechten Fernsehprogramm in Indonesien. Alles der Westen. Wenn die Weltbevölkerung so grausam unter diesen westlichen Bestien zu leiden hat, dann sollte die UN endlich mal durchgreifen. Am besten, wie stellen "den Westen" unter Kontrolle so friedlicher und toleranter Staaten wir Russland, China oder Kuba und dann hat die Welt endliche Ruhe.


    Zitat

    Original geschrieben von Educator
    Nun ist es zu spät, vermutlich ist es ganz einfach: es gibt keine Lösung, die alle beteiligten Parteien zufrieden stellen wird.


    Wir sollten uns aus diesem Bürgerkrieg einfach raushalten. Die Situation ist doch exakt wie in Deutschland zur Zeit des 30jährigen Krieges. Die einzige Lösung besteht darin, dass so viele Menschen sterben, bis die Überlebenden die Schnauze voll haben und endlich Frieden wollen. Und dabei für den Frieden auch den Preis akzeptieren, dass man die jeweils andere Partei nicht unterdrücken kann, sondern die auch ihren Weg gehen dürfen.