Zitat
Original geschrieben von Boy2006
Woher hat Google das Kartenmaterial?
Das initiale Material stammte von Teleatlas, wurde aber nicht weiter aktualisiert.
Dann haben sie im Rahmen von Streetview selbst angefangen zu kartographieren, nutzen die gesammelten Daten aus den Navis, missbrauchen Recaptcha, um Hausnummern auf den Streetview-Bildern zu identifizieren und haben vor kurzem nochmal richtig Geld in die Hand genommen und einen größeren Schwung Karten von Katasterämtern erworben.
Der Witz ist eben, dass Google einen ganz anderen Fokus beim Kartenmaterial hat. Ihnen geht es darum, lokalisierte Werbung zu vermarkten. Dazu brauchen sie möglichst genau geokodierte Adressen -- deshalb auch die Sache mit den Hausnummern in den Recaptchas.
Mit Straßennavigation kann man aus dieser Sichtweise heraus kein Geld verdienen. Das ist eher ein "Beifang". Und das ist genau die Ironie an der Geschichte. Eben weil sie die Karten kostenlos raushauen und ihre Maps-Anwendung auch ein bisschen Navi kann, haben sie den Anbietern, die sich auf hochwertiges Kartenmaterial und hochwertige Navigationsanwendung systematisch das Wasser abgegraben.
Denn Lieschen Müller fragt sich, warum sie denn für 250 Euro ein Gerät von Tomtom, Garmin, Navigon, usw. kaufen soll, wenn doch ihr Google-Handy auch schon Navi kann.
Nokia ist diesem Trend ja damals auch schnell gefolgt. Nachdem zunächst nur die reine Kartenanwendung auf den Geräten kostenlos und die Navigation nur im Abo erhältlich war, sind sie nachgezogen. Aber hier eben nach dem klassischen Modell der Hardware-Bindung. Du kaufst ein Stück Blech und bekommst dann den Dienst dazu. Es gab ja damals zunächst einzelne Geräte, die explizit als "Navigator" ausgewiesen waren.
Aber auch das Modell funktionierte nicht. Du kannst nicht für etwas Geld verlangen, was ein anderer für lau raushaut.
Nokia ist dann voll auf den Zug aufgesprungen, hat Navteq übernommen und die Karten- und Navigationsanwendungen auf allen Geräten kostenlos angeboten. Allerdings bietet Navteq auch noch andere, kostenpflichtige Dienste an. Das Privatkundengeschäft war tot, dafür florieren die kommerziellen Anwendungen, z.B. im Bereich Flottenmanagement.