Das musst Du mir jetzt mal genauer erklären: Du meinst die Politiker wissen schon genau was sie tun wollen und laden jetzt nur die Wissenschaftler ein, die ihre Meinung bestätigen, damit die Massnahmen als "Wissenschaftlich empfohlen!" eingestuft werden können?
Jein, sie wissen nur dass sie den Anstieg bremsen wollen. Das Ergebnis "4 Wochen alle wegsperren" ist zwar naheliegend und aus medizinischer Sicht zielführend, aber das kann nur funktionieren wenn die Bevölkerung mitmacht.
Und das wird meiner Meinung nach anders als im Frühjahr eben nicht funktionieren.
Das Modell Angst machen funktioniert nicht mehr, dafür wurde es zu lange und selbst bei vernachlässigbaren Zahlen gefahren.
Dazu das ganze Hü und Hott mit Maskenpflicht nein, doch, jetzt auch im Freien, aber nicht in der Schule..., Beherbergungsverbote ja, nein, doch, Sperrstunden..).
15% (sprich rund 1.2 Millionen Menschen) haben schon die früheren Maßnahmen abgelehnt, und von den 50% die die letzten Maßnahmen noch mitgetragen haben wird ein Teil in das Lager der Verweigerer abdriften, dann haben wir möglicherweise eher 20-25% Ablehnung, und zusätzlich halten sich auch von den Leuten die die Maßnahmen nicht ablehnen ein Teil nur bedingt daran, damit reden wir schon von an die 20Mio.
Das sind da so viele dass man da auch mit Kontrollen und Blockwarten kein Land sieht.
Daher wäre oberstes Gebot für die Politik bei den Menschen für Einsicht zu sorgen, und da sind Merkels Mahnungen bsiher das höchste der Gefühle, sonst kommt nur Angstmachen und Schuldzuweisung, offensichtlich aber ohne Datenbasis. Nachdem man (meiner Meinung zwar nach nicht ganz unberechtigt) auf die Party-Leute mit dem Finger gezeigt hat muss man jetzt kleinlaut zugeben dass man anhand der eigenen Daten gar nicht sagen kann woher die Infektionen kommen.
Da hat man vielelicht durch die stigmatisierung einer Minderheit viele Menschen in falsche Sicherheit gewogen die sich dann aufgrund vielleicht eher kleiner Nachlässigkeiten im Alltag angesteckt haben.
Dass die Lage mittlerweile wirklich ersnt ist kann ich nachvollziehen weil ich mir das als Zeitverteib ein Wenig durchrechne (nicht immer unfallfrei, wer einen relervanten Fehler findet möge mich gerne korrigieren)
Wenn das RKI was könenn müsste sind das Statistiken und Hochrechnungen, warum wird da nichts gezeigt um den Ernst der Lage zu erklären? Wenn ich meine Laienstatisik betrachte komme ich bei der Belegung der Intensivstationen in den letzten 2 Wochen auf eine täglichen Anstieg von 8% (ohne die ca. 30 Todesfälle dabei zu berücksichtigen, also effektiv eher leicht über 8%).
Hört sich erstmal nicht schlimm an (wie die Sache mit dem Reiskorn und dem Schachbrett), bedeutet aber in 30 Tagen eine Verzehnfachung.
Jetzt kann man hoffen dass der Anstieg nicht so weitergeht, nur wenn man 1-2 Wochen Verzug zwischen Ansteckung und Krankenhauseinlieferung rechnet kommt kommt man zur Erkenntnis dass das ziemlich genau mit dem Anstieg der Infektionszahlen korreliert, der liegt aktuell im Mittel über 7 Tage ebenfalls um die 8%.
Wir werden also selbst wenn sich die Zahl der Neuinfektionen deutlich abflacht die nächsten 2 Wochen eine weiterhin exponentiell steigende Belegung der Intensivstationen mit COVID Patienten sehen.
Wäre das wirklich so schwer das eingermaßen verständlich aufzubereiten und den Leuten zu verklickern? Man muss nicht jeden Aluhutträger mitnehmen, aber die man sollte versuchen große Mehrheit der Menschen abzuholen und auch praxistaugliche Empfehlungen geben, einfach zu sagen treff diech mit niemandem ist schön und gut, aber genau wie Essen ist sozialer Kontakt ein Grundbedürfnis des Menschen, man weiß auch dass man Nachts nicht an den Kühlschrank gehen sollte ,tut es aber trotzdem wenn sich der Appetit meldet, gnauso trifft man sich dann doch ab und zu zum Kaffeekränchen oder mit Freunden zum Bierchen vor dem Fernseher.
Das zu vermitteln braucht man mehr als Virologen und Vertreter des Gesundheitssystems.