Zitat
Original geschrieben von Redolshofer
Ja, das ist schon seltsam, wie die sich da bekriegen. Ich glaube aber, dass das eigentlich nur die unwichtigen Mini-Shitstorms sind. DA gehts doch gar nicht mehr um die Sache. DA haben sich wahrscheinlich beide Seiten zu weit rausgewagt und den eigentlichen Grund längst hinter sich gelassen.
Ich habe mal ein paar Beiträge von Ihnen, flamesoldier, angelesen. Sie sind Profi und haben beruflich mit dem Mobilfunk zu tun, glaube ich herauslesen zu können. Ziemlich viel Fachchinesisch.
Ich selbst bin per Zufall hier reingekommen und wollte mich über Mobilfunktechnik schlau machen. Irgendwie bin ich dann bei den BI's hängen geblieben. Es gibt wirklich sehr viele, wenn man da mal das Googlen anfängt.
Haben denn diese BI's übehaupt eine Chance, wenn denen so ein Mast vor die Nase gebaut wird? Den letzten paar Kommentaren entnehme ich, dass diese BI's ja auch ziemlich nerven.
Wie sehen Sie das hier?
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Um ehrlich zu sein bin ich Abiturient, habe beruflich also bisher noch nichts damit zu tun, aber ich interessiere mich hobbymäßig ziemlich dafür und mein duales Studium wird auch in die Richtung gehen 
Die ganzen Bürgerinitiativen sind meistens in kleinen 300-Seelen-Orten, wo die Leute sich noch leicht von irgendwelchen haarspalterischen, pseudo-wissenschaftlichen "Argumenten" beeinflussen lassen, denn diese ganzen Studien bezüglich Krebsgefahr durch Mobilfunkstrahlung halte ich für überzogen. Klar kann starke elektromagnetische Strahlung mit Krankheiten in Verbindung gebracht werden, aber da ist eine Mobilfunk-Basisstation ein Klacks gegenüber anderen viel stärkeren Diensten wie z.B. terrestrisches Fernsehen (sendet mit mehreren 100.000 Watt). Dazu nimmt die Leistung ja auch mit 1/r² ab, wenn man also nicht gerade die Antenne anfasst während sie sendet ist man normalerweise schon in einer Entfernung, die nicht mehr wirklich gefährlich sein sollte. Die BI´s sollten sich mal lieber Gedanken darüber machen, wieviel Strahlung sie durch ihr eigenes Handy abbekommen, weil sie dank fehlendem Masten schlechten Empfang haben. Dadurch muss ihr eigenes Gerät nämlich wesentlich stärker senden, das Gerät sendet dann statt z.B. direkt neben einer UMTS-Basisstation mit 1 Nanowatt plötzlich mit bis zu 2 Watt über GSM, und das direkt am Kopf der telefonierenden Person.
Dazu sind die Argumente solcher Initiativen meist aus irgendwelchen Halbwissens-Texten, die sie über Google gefunden haben, zusammengewürfelt. Da werden dann Ergebnisse aus Studien aus dem Zusammenhang gerissen, gekreuzt mit dem Wort "Hochfrequenzstrahlung", was erstmal bedrohlich klingt, letztendlich aber einfach nur ein elektromagnetisches Feld mit hoher Frequenz ist, und dann noch ein paar Stammtischparolen dazu geschrieben und fertig ist der Text, mit dem man ein ganzes Dorf gegen einen Netzbetreiber aufbringen kann. In Städten und auch auf dem Land freuen sich die meisten Leute eher darüber, dass endlich mal ein Mast mit LTE vor ihre Haustür kommt und man endlich vernünftigen Empfang/schnelles Internet hat, aber es gibt eben immer noch Leute, die vor jeder technischen Neuerung panische Angst haben und ihre kleinen körperlichen Wehwehchen sofort damit in Verbindung bringen, dann noch ein bisschen Google bedienen, Seiten wie zentrum-der-gesundheit.de finden und sich dann am Liebsten in Alufolie einwickeln würden, damit ja kein bisschen der bösen Strahlung mehr an sie rankommt. Aus dieser Idee resultiert dann der allseitsbekannte Aluhut. Strahlung ist ja schließlich schlimm, radioaktive Strahlung ist ja schließlich auch Strahlung und sehr schädlich für den Körper, also schlussfolgert der gemeine Internetneuling, dass elektromagnetische Hochfrequenzstrahlung auch ganz böse sein muss.
Ich glaube also, dass so eine Bürgerinitiative auf rein argumentativer Basis keine Chance hat, allerdings gibts in einigen Dörfern eben noch Bürgermeister, die ihren nächsten Wahlerfolg mit so einem Thema erhoffen und bei 300 Einwohner-Dörfern lässt sich so ein Bürgermeister dann recht schnell "überzeugen"...
Wenn es wirklich unabhängige Studien geben würde, die eindeutig belegen, dass Mobilfunk-Strahlung schädlich ist und nicht nur bei 24/7 telefonieren Kopfschmerzen verursachen kann, dann wäre das etwas anderes. Die gibt es aber nicht und somit sind solche Bürgerinitiativen in Orten, die größer als Kuhdörfer sind, selten erfolgreich.