Zitat
Original geschrieben von n3o
autares: Es kommt natuerlich ersteinmal immer auf den Studenten an sich an. Wer lernwillig ist, lernt automatisch mehr.
An der WHU ist es so, dass mein Freund quasi von morgens bis abends an der Uni ist und den Rest des Tages mit lernen verbringt. Student sein ist dort ein Full-Time-Job.
Die BWL'er die staatlich studieren, die ich kenne, bemuehen sich alle paar Tage mal zur Uni und lernen meist von zu Hause aus, wenn denn ueberhaupt. Student sein hat da viel mit Fun, Party oder verlaengerter Schulzeit zu tun. Wenn ein Schein nicht bestanden wird, geht die Welt nicht unter, dann eben beim naechsten Mal. Wer an der WHU durchfaellt ist weg vom Fenster, kann die Sachen packen und gehen, wer Pruefungen mit Noten wie einer 3 besteht gehoert schon zum schlechtesten Drittel...
Deine Aussage an staatlichen Unis sei der Lernaufwand gar hoeher halte ich fuer falsch, zumindest was BWL angeht, in technischen Bereichen stimme ich dir gerne zu! Auch denke ich, dass keine staatliche Uni an die individuelle Foerderung einer Privatuni (widerum nur auf den Bereich BWL bezogen) herankommt. Um entsprechend gefoerdert zu werden muss man an einer staatlichen Uni schon unter die Top 5 eines Jahrganges kommen (was natuerlich auch ein Anreiz sein kann/soll), an einer Privatuni zaehlt ersteinmal nur, dass man die Aufnahme geschafft hat...
Ein weiteres wichtiges Argument fuer mich ist, dass die Perspektive in einer privaten Uni einfach um Welten besser aussehen. BWL ist dermassen ueberlaufen, dass es wirklich nur die Top-Leute in die Top-Jobs schaffen und der Ruf der WHU (oder auch aehnlichen Unis wie der EBS) in der Wirtschaft ist einfach perfekt!
Tjo... mein Fluch ist es einfach, dass ich mich unheimlich fuer BWL, Wirtschaft, Politik interessiere und mir das Lernen in diesen Bereichen richtig Spass macht und mir Zusammenhaenge sehr leicht fallen, es aber gleichzeitig von den Bereichen Technik, Sprache/Kunst und eben Wirtschaft der zur Zeit am wenigsten gefragte ist (wobei es zugegebenermassen ueberall schlecht ausschaut). BWL ist als Lulufach verpoent und es gibt eben einfach zu viele, die das Fach wohl auch nur aus Verzweiflung studieren, weil es ihnen auf den ersten Blick am Einfachsten vorkommt. Und eben diese Masse verhindert, dass individuelle Klasse in diesen Bereichen erkannt wird. Darum habe ich fuer mich die Entscheidung getroffen, es an einer privaten Hochschule zu versuchen, wo genau die angesprochene Klasse bestmoeglich gefordert aber auch gefoerdert wird. Sollte das mit der Bewerbung an einer dieser Hochschulen nicht funktionieren wird es bei mir wohl auf einen technischen Studiengang an der Uni Aachen rauslaufen... aber noch bin ich ueberbezahlter Kriegsdienstverweigerer und habe andere Sorgen (mein Notebook soll endlich ankommen ;))
c ya
n3o
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Sorry, aber das sind die klassichen Vorurteile eines Abituerienten. Ohne Deinem Freund nahetreten zu wollen, aber ich kenne WHUler,EBSler, eigentlich alle privaten Unis in Deutschland, und ich kann Dir sagen, dass sich Party/Lernen bei allen Unis, egal ob oeffentlich oder privat, im Gleichgewicht haelt. Der Durchschnittsstudent lernt bei beiden Unis gleich viel, wie gesagt, wenn Du Schwerpunkte auf Forschung legen willst, mehr an einer oeffentlichen Uni, als an einer privaten. Das Privatstudenten nur bueffeln, ist ein Irrglaube, der immer nach Aussen getragen wird, um eben jenes Image nicht zu schaedigen. In Wirklichkeit werden an der EBS auch woechentlich Parties gefeiert und gesoffen bis zum Sanknimmerleinstag. Nach aussen wird natuerlich genau das Gegenteil versucht darzustellen.
Von einer Elite an dieser Schulen kann man ebenfalls nicht sprechen. Jeder mit einem einigermassen vernuenftigen Abitur wird zum Test eingeladen. Jeder, der einigermassen Mathe beherrscht und Englisch kann und weiterhin weiss, wann den nun die franz. Revolution war, wird diesen Test bestehen. Der AC am naechsten Tag ist nicht schwieriger als der bei einer Bewerbung fuer einen Ausbildungsplatz. Der einzige Unterschied ist und bleibt das Geld!
Das Dein Freund morgen bis abends an der Uni ist, ist normal, er hat schliesslich einen Stundenplan mit Anwesenheitspflicht. Auch ein normaler Student kann von morgens bis abends in der Uni sitzen. Ob er es tut oder nicht, hat nicht viel mit Fleiss zu tun, sondern mit Selbstverantwortung, ein Fremdwort an Privatunis.
Im Endeffekt lernen alle gleich viel, denn an jedem Semsterende werden Klausuren geschrieben!
Auch an einer oeffentlichen Uni ist nach 3 Fehlversuchen Schluss!
"Verlaengerte Schulzeit" trifft wesentlich eher auf Privatunis zu. Schon aus diesem Grunde wird Privatstudenten haeufig mangelnde Selbstverantwortung und geringes Eigenengagement vorgeworfen, denn man wird in eine Schema wie in der Schule gequetscht. Die wie ich finde waehrend des Studium wichtige Entwicklung der Persoenlichkeit wird hier unterdrueckt.
Glaube mir, die perspektiven fuer "gute" Normalostudenten und "gute" Privatstudis sind gleich. Ich kann Dir eine Menge Leute des letzten Jahrgangs an der EBS und WHU aufzaehlen, die immer noch keinen Job haben! Die EBS hat durch Kai-Uwe es jetzt auch endlich geschafft, endlich mal jemanden in der wirklichen Konzernespitze zu platzieren.
Top-Leute an einer Privatuni werden genausogerne genommen, wie Top-Leute an einer oeffentlichen Uni. Nein, der Unterschied liegt in den schwaecheren Leuten. Denn genau die, werden dann von einer Privatuni viel weniger genommen, als von einer oeffentlichen Uni, denn dort weiss das Unternehmen, was gelesen wird!
Und glaub mir, ein Personaler kann sehr schnell und einfach zwischen Masse und Klasse unterscheiden!
greetz,
autares