Beiträge von autares

    Hier kommt wieder die Aussage zum Tragen, dass es schwerer ist mit Titelauswahl einen gesamten Index zu schlagen. Ist Beiersdorf besser gelaufen als der MDax? Und das jetzt nicht nur im letzten Jahr, sondern über die letzten 5-6 Jahre?


    Ich handel mit dem Geld andere Leute, ja. Rendite an sich gibt es da nicht. Wir werden anhand anderer Kriterien bewertet.


    Natürlich würdest du profitieren, wenn du nur die Rosinen rauspickst. Aber was sind die Rosinen? Damit beschäftigen sich ganze Berufszweige, einige erfolgreich, andere weniger. Die Frage sollte dabei aber sein, was dich deiner Meinung nach befähigt, einen gesamten Index zu schlagen - und zwar auf lange Sicht. Das hat natürlich auch etwas mit deinem Risikoprofil zu tun. Wenn du aber so von Beiersdorf überzeugt bist und die aus welchen Gründen auch immer Pleite gehen, was machst du dann?


    Ich bin Trader für ein Unternehmen. Mein Vater und Onkel haben mich an das Thema herangeführt. Da war ich so 12 oder 14 und habe damals meinem Vater 10DM gegeben, damit er sie in Werte wie Ferranti oder Hongkong & Shanghai Bank anlegen kann :D


    Bücher gibt es viele. Ich rate immer davon ab, irgendwelche Bücher über Strategien zu lesen, sondern rein über das Fachwissen und sich dann seine eigene, passende Strategie zu suchen. Bzgl Charttechnik wäre das z.B. der Murphy. Bzgl Optionen den Hull und Natenberg. Dann die Klassiker wie Reminiscences of a Stock Operator, When Genius Failed, Trading Wizards usw.


    Edit:
    Und noch einmal zu dem Stockpicking: ich habe einfach nicht die Zeit, mich mit 10-20 Werten zu beschäftigen und sie zu analysieren. Meine Picks sind meistens rein intuitiv, z.B. Facebook oder aber beschränken sich auf die Werte, mit denen ich beruflich zu tun habe, z.B.Eon., und daher einen tieferen Einblick habe. Alles andere überlasse ich der Charttechnik von 5-10 Produkten, die ich sowieso beobachten muss oder aber Zukunftsperspektiven von Bereichen, in denen ich mich auskenne. Ansonsten Long oder Short auf Indizes per ETFs aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Heutzutage ist die Korrelation zwischen Assetklassen doch sowieso viel zu hoch imho.

    Jerx, bei deiner Argumentation frage ich mich immer, wieso Ihr Euch die Mühe macht, auf einzelne Aktien zu setzen. Warum kauft Ihr nicht einfach eine ETF? Bist du nach oben breit dabei und nach unten musst du nicht bei jeder Bewegung zittern. Ich kann mir aus zeitlichen Gründen gar nicht mehr erlauben, mich so intensiv mit einzelnen Werten zu beschäftigen, dass ich eine 5-Jahresstrategie entwickeln kann. Ich setze da lieber auf ganze Indizes oder einzelne Branchen in Form von ETFs.


    Und zu der anderen Sache: es geht nicht um das Risiko oder ähnlichem. Es geht um die Verantwortung, das Geld anderer Leute vermehren zu wollen und sich deshalb auch rechtfertigen zu müssen. Wie gesagt, probiert es mal aus und leiht Euch zum Spaß von Freunden und Bekannten 1000€ und sagt Ihnen, dass Ihr ihnen in einem Jahr 1060€ zurückzahlen werdet. Ihr werdet sehen, dass Ihr viel mehr nachdenken werdet, mehr recherchiert und Entscheidungen anders trefft.


    Und nochmal: das Hit Ratio sagt nichts über deinen Erfolg aus. Das wird immer wieder falsch gesehen, da die Leute meinen, je häufiger du richtig liegst, desto mehr Gewinn machst du auch. Aber diese Annahme ist falsch. Es geht darum, ein paar Mal falsch zu liegen und ein bisschen Geld zu verlieren, dann aber bei dem einen Trade abzukassieren. Und genau dieser Belastung halten die meisten nicht stand. Da werden Verluste laufen gelassen - "ich hab Zeit, brauche das Geld momentan eh nicht, wird schon werden" - und wenn man dann gerade wieder in der Gewinnzone ist, wird verkauft. Da werden Verlustgeschäfte gedoppelt, damit man einen besseren "Einstiegskurs" hat - reine Manipulation des eigenen Gewissens. Ist eine Aktie 5-6% gelaufen, wird kein Trailing Stop gesetzt, sondern weiter abgewartet. Es ist eine reine Frage der Disziplin - und damit haben die meisten Menschen Probleme denn ein Mensch kennt beim Trading normalerweise nur zwei Gefühle: Angst und Gier.

    Das ist das Problem der meisten Privatanleger, dass sie Verluste laufen lassen und Gewinne begrenzen. Man muss sich eine gewisse Distanz aufbauen. Die heutige Technik bietet inzwischen doch auch dem Privatanleger, vollkommen emotionslos an das Tradng heranzugehen. Ist mir gerade wieder mit FB passiert: habe einen Short Knock out gekauft. Direkt nach dem Kauf den Stop-Loss und Take Profit bzw Trailing Stop eingegeben und dann nichts weiter gemacht. Bin zwei Wochen später ausgestoppt und habe das erst Abends mitbekommen. Ist halt schief gelaufen, so what? Wenn ich überlege, wieviel ich bei der ersten Bewegung von FB damals beim IPO gewonnen habe...


    Es geht nur über die Disziplin und du hast im Gegensatz zu den professionellen Händlern einen entscheidenen Vorteil: es passiert nicht viel, wenn du verlierst. Du magst dich vllt ärgern, vllt wirst du erstmal nicht weiterhaneln können, weil du kein Geld mehr dafür hast. Aber wie wird hier immer gesagt: man sollte sowieso nur mit Geld handeln, dass man über hat. Und genau deswegen nerven solche Kommentare von Smartshopper über die Unfähigkeit der professionellen Investoren. Ich könnte Euch allen mal 100k leihen und Euch bitten, damit zu spekulieren. Eurer Risikoverhalten wäre ein komplett anderes. Euer ganzes Verhalten, eure Strategie, würde sich komplett ändern...von euren Nerven ganz zu schweigen ;) es macht immer einen Unterschied, ob man mit eigenem oder fremden Geld handelt, ob man davon abhängig ist oder nicht.

    Zitat

    Original geschrieben von jerx
    Was bedeutet das Hit-Ratio? Sind 40 % ihrer Investments im Plus oder haben sie eine Rendite von 40 %? Letzteres ist phänomenal. Ersteres hört sich aber nach wenig Rendite und einem relativ hohen Risiko an. Ok, bei deren Umsätzen wären selbst Renditen unterhalb der Inflationsrate immer noch mehr als ausreichend, aber trotzdem ist es erstaunlich, dass erfolgreiche Händler mehr daneben liegen als ins Schwarze treffen.


    Hit Ratio ist die Erfolgsquote, bei 40% sind also 4 von 10 Trades erfolgreich. Die Kunst liegt eben darin, seine Verluste zu begrenzen und die Gewinne laufen zu lassen. Deswegen kann ich dieses Gelaber von "da hab x Gewinn gemacht und da lag ich auch richtig und da auch" einfach nicht mehr hören, weil es keine 100% gibt. Händler liegen meistens falsch, verlieren 5% auf dem ersten Trade und bei dem danach auch, um bei dem dritten Trade 20% zu machen.

    Wenn ich sehe, wie der Strompreis gen Süden geht, bin ich weiterhin skeptisch, was Eon angeht. Alleine die gestrige Ankündigung, Irschung 5 stilllegen zu wollen, spricht wohl Bände. Da tendiere ich schon eher zur RWE aufgrund des kohlelastigen Kraftwerkspark. Bei Eon müsste der Gaspreis ordentlich steigen, dass deren Kraftwerke wieder ins Geld laufen.


    Edit: RIM hatte er irgendwo bei 30 oder so empfohlen...

    Zitat

    Original geschrieben von Smartshopper
    warum freust du dich nicht mit mir wenns gut gelaufen ist? wenn mir jemand erzählt, dass er gewinne gemacht hat wäre meine natürliche reaktion mich mit ihm zu freuen. und wenn er von verlusten erzählt, würde ich keine schadenfreude, sondern mitleid empfinden.


    ich verstehe deine reaktionen und das dauerhafte schlechtreden nicht. da kann ich nur neid attribuieren. das ist mir einfach gänzlich unverständlich.


    Ich freue mich für jeden, der Gewinne macht. Wenn man wie du aber immer und immer und immer wieder hier herkommt, such selbst zum Himmel lobt, aber über die anderen (Analysten, Fondsmanager) herzieht, sich über sie lächerlich macht und als vollkommen inkompetent darstellt, dann hinterfrage ich das ganz gerne. Und wenn dann nichts außer heißer Luft kommt, abgedroschende Phrasen benutzt werden und nie über die eigenen Verluste, sondern nur über seine eigene Genialität philosophiert wird, dann unterstelle ich dieser Person einen Hang zur Selbstdarstellung.


    Du willst hier ernsthaft diskutieren. Fragt man einmal nach, fühlst du dich persönlich angegriffen und ziehst dich mit einem "jeder so wie er will" zurück. Wie gesagt, dann brauchen wir hier gar nicht weiter zu diskutieren. Du schmeisst Titel in den Raum, die in 99% der Fälle bereits gut gelaufen sind und bei denen du natürlich mindestens 20% darunter eingestiegen bist. Kursziel wird manchmal noch genannt. Stopp? Fehlanzeige. Exit? Fehlanzeige.


    Ich gebe dir etwas zum Nachdenken: erfolgreiche Händler haben ein Hit-Ratio von 40%. Absolute Toptrader bei 55%. Verluste sollte man nicht bemitleiden, denn sie gehören dazu!


    Und was ist eigentlich auch EON und RIM geworden?

    Jaja, uNd Kollege Smartshopper, liegt ja im,er richtig und präsentiert hier im Gegensatz zu den Analysten immer erst im Nachhinein, was gut gelaufen ist. Nochmal: wenn du so ein total toller Investor bist, müssten sich doch alle um dich reissen. Einen Job hast du hier ja schon einmal gesucht... :rolleyes:


    Und zu Peter Thiel: Guter Investor und Seed-Geber. Als Fondsmanager...naja. Oder ist Clarium wieder obenauf?


    Edit: sieht fast so aus, als hätte er Clarium inzwischen dicht gemacht?!

    Natürlich werden sie nicht auf einen Schlag wertlos. Es geht vielmehr um die wegere Entwicklung nach seinem Tod - mit einem Horizont von 3-7 Jahren. Wird sein Nachfolger ein ähnlich glückliches Händchen haben? Niemand kann das garantieren.


    Du - als ehemaliger Mitarbeiter einer Fondsgesellschaft - solltest dir doch bewusst sein, welche Risiko in einem Managerwechsel liegen (Kaldemorgen u.a. lassen grüßen).


    Damit wir uns nicht missverstehen: ich halte Buffet fur einen grandiosen Investor. Ich habe aber auch Steve Jobs für einen unglaublichen Visionär gehalten. Seitdem er nicht mehr da ist, bin ich von Apples Zukunftsaussichten nicht mehr so überzeugt. Ähnlich geht es mir bei dem Gedanken, Buffet würde nicht mehr Berkshire leiten.

    Ja, damit hast du dich aber genau so entschieden, wie Xodus es dargestellt hat. Du hast eben keine Kennzahlen zur Aktienbewertung herangezogen, sondern hast dir angeschaut, wie bisher investiert wurde, wie die Performance war usw. Und genau hier liegt das Problem mit Berkshire worauf ich hinaus wollte: wenn Linde oder Metro einen neuen CEO bekommt, hat das geringe Auswirkungen. Stirbt ein Steve Jobs, sieht das schon anders aus, Noch anders sieht es aus, stirbt der Fondsmanager eines sehr erfolgreichen Fonds. Und genau das ist die Problematik, auf die Xoduz hinweisen wollte.


    Altersvorsorge...mag sein. Aber wer garantiert, dass der Nachfolger Buffets genauso erfolgreich sein wird? Davon auszugehen, dass es die Aktie bzw Gesellschaft in 20 bis 30 Jahren noch gibt, halte ich für gewagt.


    Edit zu deinem Link:
    Nochmal: ähnlich wie Xoduz halte ich es für riskant, nur auf eine Aktie zu setzen, weil die vergangene Performance gut war. Berkshires Geschäftsmodell hin oder her. Das Fondsmanagerrisiko finde ich bei Berkshire enorm...