Beiträge von 01833

    [USER="983"]Anja Terchova[/USER] ich empfehle eine Reise ins Herz Dunkeldeutschlands. In Dresden steht die Gläserne Manufaktur, eine Autoschmiede mit marginalem Flächenbedarf aber einem Ausstoß von doch ein paar mehr als 5 Autos pro Tag. Ist die Frage erlaubt, wann du zuletzt in Singapur warst und wie du darauf kommst, dass Einfuhrzölle im zweistelligen Prozentbereich im Vergleich zu Lohnkosten zu vernachlässigen sind?


    Deinen Optimismus finde ich spannend. Ich bin auch optimistisch, aber ich bin nicht naiv. Naivität hatte seit 2015 in Deutschland nicht erst einmal tödliche Folgen.


    Fliege doch mal nach Indonesien und schau dir das Kippen live an. https://www.welt.de/debatte/kommenta...erstaates.html


    Die Toleranz der Vielen wird von einer knallhart intoleranten Minderheit radikal ausgenutzt. Dort, aber auch hier.


    Grundstückspreise werden vermutlich kaum am Rande eine Rolle gespielt haben, schließlich ist Singapur eine der erfolgreichsten gelenkten Demokratien. Wenn die eAuto wollen, sind die in der Lage Grundstücke zu verschenken. Ein Freund arbeitet z.B. für Boskalis in Singapur. Die gewinnen dort Land z.B. für Industriegebiete. Ich weiß, Landgewinnung ist schlecht, böse und unökologisch. Die tun es aber trotzdem, weil die ihren Stadtstaat nicht endverwalten, wie Buntland endverwaltet wird.


    Noch etwas putziges zu Tesla, die ja eigentlich seit zig Jahren eher niedergeschrieben werden: E wie Euphorie. Investor kippt Wette - Tesla-Kurs zieht an
    https://www.n-tv.de/wirtschaft…t-an-article20684935.html


    Sollten nun heute tatsächlich Zahlen kommen, die die Gewinnzone zeigen, müssten Leute wie Zetsche eigentlich ihren Hut nehmen. Werden die aber selbstverständlich nicht, denn noch sind die Taschen nicht komplett vollgestopft.

    [USER="983"]Anja Terchova[/USER] Malaysia? Dieses Land fällt absehbar in die Hände muslimischer Fundamentalisten. Ein Freund von mir war dort in der Chipindustrie tätig. Der war mit Familie 10 Jahre da unten und hat Anfang 2018 nach mehreren Übergriffen auf ihn und auch andere Expats sich und seine Familie nach Kanada evakuiert.


    https://www.nzz.ch/international/hue...ien-ld.1342156


    Wenn du dir die Produktion von Tesla anschaust, werden Lohnstückkosten mehr und mehr irrelevant. Wichtiger ist der Marktzugang. Möglichst barrierefrei. Damit ist Singapur perfekt. Und, wie gesagt, denke ich schon, dass man dort deutlich strategischer in die Zukunft denkt, als bei uns.

    Wozu in Europa fertigen, wenn anderswo die Post abgeht? Ich gehe mal davon aus, dass im Gegensatz zur „Wir schaffen das“-Kanzlerin Singapur erkannt hat, dass es aktuell disruptiv um die Wurst bzw. die Zukunft geht. Die werden schon den Teppich für Dyson ausgerollt haben. Wir dagegen rollen unsere Teppiche seit 2015 eher anderswo aus. Dümmliche Durchhalteparolen und das Anpassen von Gesetzen an die Emissionen der Autos werden dagegen zu nichts Verwertbarem führen. Man tanzt auf zu vielen Hochzeiten und hat den Arsch voller Arbeit, den Status Quo zu zementieren, da muss die Zukunft eben warten.


    Akkumotive/Daimler suchen in Dresden derzeit händeringend Personal und kleistern die Stadt mit Plakaten zu (wegen 750 Nasen). Das haben die sich auch anders vorgestellt. Offenbar ging man davon aus, die Lausitzer Wälder seien vollgestopft mit blöden Ossis, die man in 12h-Schichten und rollenden Wochen wie bei Globalfoundries verheizen kann. Irrtum. Teurer Irrtum.


    (Wir haben auf Grund der Nutzung der eNV200 ein unwiderstehliches Angebot eines französischen Herstellers bekommen und kaufen zum 01.12. zehn elektrische Franzosen-Transporter. Langsam nimmt die Elektroflotte Dimensionen an. Und mangels Angebot bleibt sie undeutsch. Deutsche Hersteller haben dieses Segment aber auch nicht nötig, denn die haben ja Leute, die sich an Ledersitzen und anklappenden Spiegeln erfreuen.)

    Man hat sich darauf spezialisiert, billig zusammen gekaufte Komponenten zusammen zu tackern, vorne ein Schildchen dran zu heften und dafür hunderte Prozent Marge auf die Komponenten aufzuschlagen. Weil man einen Wasserkopf füttern muss und auch die Leute am Band fürstlich verdienen, brauchte man diese Art von Vergoldung der Billigkomponenten. Nun wird der Brei durchgerührt und man kommt ins Zittern.


    Das ist einerseits sehr schön und längst verdient. Andererseits wird das ganze deutsche Schlaraffenland erschüttert werden, wenn der endlose Strom aus Milch und Honig versiegt.

    Die einen bauen Staubsauger und nebenbei Elektroautos. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaf...-15852571.html


    Die anderen = Etablierten bauen Autos und machen nebenbei noch viel heiße Luft, ohne Gebläse nutzen zu müssen.


    Vielleicht wirbelt ja Dyson ein bisschen Zusatzstaub auf, um die Satten in Wallung zu bringen. Aber erstmal werden die „weiter so“ palavern und „wir schaffen das“ singen. Witzig finde ich die Arbeitsplatzgarantien bis in eine Zukunft, die im Ungewissen liegt. Nicht das Papier wert.


    Aber wenn dyson seine Feststoffbatterie dann marktreif hat, werden unsere Schnarchnasen und das Blaue vom Himmel Versprecher sicher auch ganz groß investieren. Vorher lohnt es nicht. Man muss nicht lernen, man kann ja schon alles, außer Hochdeutsch.


    Da kommt ein schrulliger Südafrikaner und nun auch noch ein Staubsaugervertreter. Wird Zeit, dass Vorwerk ein Auto bringt. Mit dem Thermomix sind sie ja schon ganz nah dran.

    [USER="983"]Anja Terchova[/USER] früher hat ein Facharbeiter im Westen so viel verdient, dass seine Frau Hausfrau sein konnte, ein Einfamilienhaus und ein Auto drin waren.


    Diese Zeiten sind weitgehend vorbei. Und diese Zeiten werden absehbar nicht wiederkommen. Wie auch, denn auf Grund der Globalisierung und der weltweit steigenden Bildungsniveaus gibt es kaum mehr Vorteile deutscher Arbeiter, die das x-fache Gehalt eines Polen oder Tschechen rechtfertigen.


    Im Osten haben wir schon einen entwickelten Kapitalismus mit 30% auf Mindestlohn. Glaubst du etwa, dass das besser wird? Ich nicht. Es wird gleicher, aber indem im Westen die untere Mitte absteigt. Um das zu sehen, hast du ein lebendes Beispiel im Spiegel direkt vor Augen.

    Bezüglich Geely bin ich auch mal gespannt. Die haben ja auch angekündigt, bei Daimler weiter aufzustocken, sofern die "billiger" werden.


    Ebenso finde ich BYD spannend. Allein an den Bewertungen der beiden im Vergleich zu den deutschen Herstellern sieht man, wo die Leute, die Geld haben, die Zukunft sehen. Daimler schiebt ein einstelliges KGV durch die Gegend, hat Pensionsansprüche in der Bilanz, die kaum mehr zu decken sein werden und bildet sich trotz eines mässigen Cashflows ein, x-gleisig zu fahren.


    - Diesel
    - Benzin
    - beides als Hybrid
    - Elektro
    - Wasserstoff / Brennstoffzelle
    - synthetische Kraftstoffe


    Viele Hochzeiten, bei denen am Ende ein Todesfall stehen könnte.


    [USER="983"]Anja Terchova[/USER] du bildest dir also ein, dass Audi wenn sie keine großen Autos mehr verkaufen auf billige kleine Autos umschwenkt? Und weiterhin bildest du dir ein, dass du bei Eintritt dieses singulären Ereignisses genügend Geld haben wirst, dir einen Audi zu kaufen? Dream on Baby. Wenn die, die heute Q7 fahren kein ELD GmbH mehr für den neuen Q7 haben werden, wird deine Alternative nicht einmal mehr ein Dacia sein. Eher doch ein preiswertes Pedelec von Aldi. Schalte bitte mal dein Hirn ein und male dir nicht einseitig eine Welt in der bei einem "Zurückkommen der Übertreibungen" du ungeschoren davon kommst. Wenn geschoren wird, dann bei allen Schafen und die, die heute schon kein dickes Fell haben, waren dann zittern vor Kälte, wenn dem Sozialstaat das Geld ausgeht.


    Heinsohn hat das schön auf den Punkt gebracht: Deutschland hat sich für unqualifizierte Einwanderung entschieden. Resultat wird eine Ausdifferenzierung der Gesellschaft in Richtung brasilianischer Verhältnisse sein. Viele bis sehr viele die nichts von allem haben und wenige bis ganz wenige, die viel Land, viel Geld, viele Produktionsmittel haben. Das alles nur mit einem schlechteren Wetter als in Brasilien. Und du kommst ungeschoren davon? Ist es lustig, so als naives Schaf?

    Die Schwächung der Starken stärkt also die Schwachen? In Sachsen würde man sich die Frage stellen, wer dir wohl ins Hirn geschissen hat.


    Im Sozialismus sind am Ende alle bzw. beinahe alle gleich arm. Und garantiert frei von Ledersitzen und gebürstetem Aluminium. Wenn ich deine Beiträge so lese, könnte ich fast auf die Idee kommen, den Grünen und ein paar fränkischen Salafisten meine Spenden zukommen zu lassen.

    So kann man es nicht sagen, ein gut gepflegter Premium-Gebrauchter sieht auch mit sechsstelliger Kilometerzahl her vom Innenraum noch immer wertiger als als eine Discountmarken-Neuwagen.


    Den einen geht es ums Aussehen. Den anderen eher nicht. Ist doch schön.


    „Wertig“ und „investieren“ sollten Konsumenten möglichst selten benutzen. Der Gebrauch falscher Vokabeln führt zu falschen Entscheidungen. An Massenschrottautos ist nichts „wertig“. Wertig ist reinstes Marketingsprech um Leute dazu zu verführen, Dinge zu kaufen, die sich weder benötigen noch sich leisten können. Gern wird auch in Fahrzeuge investiert. Nur ist das keine Investition sondern Konsum der schnödesten Art mit exorbitanten Zeitwertverlusten.


    Stell dir doch bitte täglich direkt nach dem Aufstehen die Frage, wo du ganz persönlich wirtschaftlich nach 9 Jahren Aufschwung und Boom stehst und wie du gedenkst, diese eh schon marode Position in, sagen wir 1-5 Jahren Stagnation oder gar Abschwung zu halten! Das könnte Cabrioträume heilen und ein bisschen erden. Aber was sollten dann Nachbarn, Kumpels etc. denken. Bist du über diesen Punkt weg, stelle denen doch mal die o.g. Frage. Aber, stimmt ja, der Aufschwung wird ewig andauern. Herr Altmaier sprach von mindestens bis 2025. Honecker hatte wenigstens noch 100-Jahres-Visionen. Und der Österreicher vorher dachte noch langfristiger. Erfahrungsgemäß denken die Obervorturner aber vordergründig ganz groß und hintergründig sieht man den Laden verrotten.