Noch ist der Markt für Elektrofahrzeuge nicht so gross das wir dafür in Europa eine Gigafactory braeuchten. Erst mit Milliarden eine Gigafactory errichten und dann stellt sich raus, das sich vielleicht stattdessen Wasserstoffantrieb durchsetzt wäre doch auch doof.
Man merkt, dass du selbst kein Unternehmer bist. Entweder trifft man die Entscheidung für Elektro oder man trifft die Entscheidung für Wasserstoff. Tut man das nicht, hat man die deutsche Situation mit Alibi-Elektroautos in Kleinserie zu absurden Preis-Leistungs-Verhältnissen.
Für diesen Fall ist natürlich eine kleine Halle zur Montage der Akkus ausreichend. Für diesen Fall braucht man keine eigene, wirtschaftlich wettbewerbsfähige Zellenfertigung. Deshalb haben wir ja die derzeitige Situation. Exakt deshalb. Und wenn das die Entscheidung der deutschen Industrie und Politik ist, dann muss man das eben zur Kenntnis nehmen. In Alibi sind wir ja ganz groß, siehe z.B. Dosenpfand und grünen Punkt und Energiewende mit erforderlichem Hochfahren der Braunkohle.
Nach meiner Auffassung ist das aber der gleiche Fehler wie seinerzeit bei der Fertigung von Solarpanels. Entweder ich will und ziehe das groß auf oder ich will nur das Maximum an Fördermitteln, dann baue ich Hällchen und kassiere ab. Danach schließe ich dann rechtzeitig. Letzteres ist geschehen. Schau dir im Gegensatz dazu mal die Fertigungen in China an. Ein Werk hat dort im Neubau die Kapazität aller SolarWorld-Werke mal Faktor 5-10.
Akkuzellen sind wie Solarpanels ein nur über Skaleneffekte wirtschaftlich herstellbares Produkt. Klein Klein führt dagegen zu unwirtschaftlichen Preisen, siehe LiTec. Diese Schiene könnte man natürlich fahren, um Technologie zu lernen, müsste dann aber später noch tiefere Taschen für die Giga-Factory haben. Ich ich tippe mal, die nächsten Grossfabriken werden noch größer als die von Tesla, da einzig die Größe die Preise schnell genug skaliert.
Wasserstoff? Die Wirkungsgrade bei der Herstellung des H2 sind so spannend, dass dieser deutsche Traum einfach nur noch lächerlich wirkt. Entweder baut man dafür dann neue Atomkraftwerke oder Autos können sich nur noch die obersten 10000 leisten. Über die Flüchtigkeit, die geringe Energiedichte, das Sicherheitsrisiko und die Kosten für das Tankstellennetz müssen wir gar nicht erst reden.
H2 heißt nicht umsonst Knallgas. Jede Tankstelle wäre das perfekte Ziel für Terroristen.
Dass die deutsche Autoindustrie H2 liebt, kann ich verstehen. Maximal kompliziert. Sehr kurze Wartungsintervalle. Teuer. Alles wunderbar, um die VEBs weiter voll auszulasten.
Ich denke aber, energetisch betrachtet und auf Grund der Einfachheit der Konstruktion hat H2 gegen Elektro keine Chance. Nicht einmal ansatzweise. Jeder Umwandlungsschritt bedeutet bei Energie Verlust, entsprechend macht die Umwandlung Elektro - Wasserstoff - Elektro keinen wirklich Sinn, wenn Elektro in ausreichenden Mengen speicherbar ist.
Damit haben sich aber andere Leute längst auseinander gesetzt: https://www.heise.de/newsticker/meld...g-3638549.html
Auch bei deinem Thema bist die der Altindustrie, der Qualitätspresse und der Politik gnadenlos auf den Leim gegangen. Leute wie du, die billigen Transport benötigen, müssten sogar gegen H2 kämpfen, weil dir dann nur noch das Fahrrad bleibt.
Elektro dagegen ist bei den TCO bereits heute wirtschaftlich und wird zunehmend billiger. Wie gesagt, die die kenne, die Zoes fahren, fahren die wegen der besseren Wirtschaftlichkeit gegenüber herkömmlichen Verbrennern. Heute. Nicht 2025.
Eine Zellenfertigung könnte man z.B. politisch mit kurzen Abschreibungsfristen fördern. Tut man aber auch nicht, weil man das Geld für Afrikaner braucht, die man nach Europa lockt. Da sind dann plötzlich 5 Mrd. für die industrielle Zukunft viel Geld, nachdem man offizielle 22 Mrd p.a. in die neuen Präferenzen „investiert“. Die deutsche Industrie ist zwar der Goldesel, der den Refugeewelcomestaat nährt und jeder Esel braucht Futter, aber man kann natürlich insbesondere Industrieesel auch eine Weile ohne Futter melken, ehe sie kollabieren, verrecken oder abhauen. Kollabiert ist die Solarindustrie, außerdem das Gros der Elektronik. Wobei, eigentlich ist Solar ja nun endlich verreckt. Abhauen? Die Chemie haut ab, wegen der Strompreise. Pharma auch, wegen der Forschungsfreundlichkeit. Dafür wächst die Sozialindustrie doppelt so schnell wie das BIP. Seit zig Jahren. Wie gesagt, Goldesel zahlen dafür. Noch.
Wenn du für den Verbrennern und/oder H2 eine große Zukunft siehst, hast du dann z.B. Aktien von Shell oder Gazprom? Die liefern ganz treu Dividenden, von denen Omi eine feuchte Hose bekäme bzw. für die Omi ihr Tagesgeld 25 Jahre liegen lassen müsste. Hast du? Oder auch nicht? Man muss sich entscheiden! Im Leben! Man ist als Mann nämlich keine Amöbe, die sich treiben lässt. Eigentlich.
Der IWF hat zunehmend auch die Faxen dicke vom deutschen Geschäftsmodell, alle anderen zu Tode zu exportieren: https://www.welt.de/wirtschaft/artic...h-Risiken.html
Der Sinn hinter der Nichtinvestition in Zellen ist ja vielleicht genau dies. Den Überschuss auszugleichen. Wobei BWLern die volkswirtschaftliche Perspektive in der Regel egal ist.