Korrekt. Zusätzlich zum restlichen Benziner und Dieselmarkt. Denn realistisch betrachtet (und da werden mir alle recht geben, die kalkulatorisch Ahnung haben und ggf. für ihre Mitarbeiter Autos leasen oder selber Mitarbeiter sind und ein Auto für Heim und Arbeit brauchen) rechnet sich ein E-Auto erst bei massiven Zuschüssen beim Kauf.
Selbst einfachste Überschlagsrechnungen der Kosten werfen ein riesiges Problem für das E-Auto auf.
Hierzu empfehle ich dringend Kontakt zum Fuhrparkmanagement der Post und von Dominos Pizza aufzunehmen. Beide träumen durch Elektro von Kostenkappungen um > 50 %!
Wir haben einen Kunden, der pendelt seit Anfang Juni 2018 täglich Leipzig - Dresden - Leipzig mit dem eGolf. Wir haben Kundinnen, die pendeln täglich einen Renault Zoe leer. Das aber seit 2015 bzw. 2016. Witzig dabei: diese Damen arbeiten im Fuhrparkmanagement ihrer Firmen, so dass ich einfach mal unterstelle, dass Mathematik und TCO denen geläufig sein sollten.
Unter dem Strich gilt aktuell: es kommt darauf an...
Aber da die Akkupreise ja regelrecht kollabieren, rechnet es sich absehbar für immer mehr Anwendungen. Und dieses Rechnen höhlt den Restmarkt aus, da der Overhead der klassischen Hersteller dann tendenziell auf immer weniger Autos umgelegt werden kann.
Ich persönlich sehe das Feld der Entscheidung sowieso in Asien. Denen, ist ihren 4 Milliarden Einwohnern, ist es heute schon relativ egal, welche Befindlichkeiten wir in Europa so haben. Und sofern in Asien die Anteile beginnen, sich zu verschieben, sind wir ganz fix bei der CashCow von VW und BMW. VW verdient in Deutschland keine 400€/Auto. In China aber >3000€. Knackt es dort, knackt es ganz laut auch in Deutschland.
Buchempfehlung: https://www.amazon.de/Wer-kriegt-Kur...s=dudenhöffer
Nicht alles wird eintreffen. Trifft aber nur 1/3 ein, wackelt in Deutschland die Wand.
Wenn du heute eine Anwendung hast, bei der du konstant und planbar Strecken abspulst, die den Akku täglich möglichst weit leer fahren, kommst du heute schon ohne gesund zu rechnen in die schwarzen Zahlen. Alle Elektroautofahrer, die ich kenne, genießen es außerdem, nahezu wartungsfrei und ohne Tankstopps an der Tankstelle zu fahren. Die meisten von denen fahren zu Hause voll los und laden entweder auf Arbeit oder fahren den Akku eben nur einmal täglich leer. Für den Urlaub und das Wochenende gibt es Carsharing oder Miete.
Ich selbst fahre einen alten Verbrenner, da ich unplanbar und viel fahre. Kämen reale Reichweiten um 350 km wäre ich aber sofort dabei.
Bis dahin testen wir seit Anfang Juli einen Nissan eNV200, den wir im Zweischichtbetrieb nutzen und täglich mit knapp über 300 km füttern. Da zwischen den Schichten jeweils eine Lücke liegt, ist es kein Problem den Akku zu füttern. Auf dem Papier rechnet der sich. Und wenn der sich bis kommendes Jahr auch real rechnet, fliegen einige Kangoos raus. Ehrlich gesagt wäre es spannend, alle 20 vergleichbar genutzten Kangoos auszutauschen. Ist zwar Pillepalle und wir sind eine Hanswurstfirma, aber warum sollte Hans Wurst nicht die Großen bei den Eiern packen?
Stromknappheit und andere gern erzählte Märchen sehe ich dabei nicht als Problem. Als Eigner mehrerer WKAs im windreichen Teil Deutschlands kann ich Geschichten erzählen, wie viele Stunden unsere Anlagen abgekoppelt werden, weil zu viel Strom im Netz ist.
Ausserdem ballern wir ca. 25% der Ladung vom eigenen Dach rein. Zumindest beim ersten eAutochen.
Das ist das erste Auto, das ich jemals geleast habe. Damit ist das Risiko minimiert und schon heute kann ich sagen: Die Fahrer sind angefixt. Elektro zu fahren ist supergeil, weil sogar ein Hundefänger zum Dynamiker wird und man tatsächlich sehr ruhig unterwegs ist. Natürlich könnte man auch einen Audi holen, der ist auch schön leise, nur kann der keine Europalette zuladen. Geschweige denn 2 Paletten.
Was auch Fakt und brandgefährlich ist: Man wird von Kunden und Lieferanten permanent angesprochen. Irgendwie scheinen viele zu warten, ob die Zahlen stimmen. Es scheinen sich zumindest in meinem Umfeld viele, insbesondere VW-Käufer verarscht und abgezockt vorzukommen und warten nun auf den Moment, den Finger zeigen zu können. Das sehe ich an unserem Nissan als das gefährlichste. Pizza und Post schön und gut, aber Handwerker?!
eAuto als Nischenmarkt bis 2025 oder gar 2030? Spannend. Allein schon unter dem Gesichtspunkt der Energieeffizienz mit Faktor 2-2,5 gegenüber modernden Verbrennern. So lange wird die Industrie die Leute nicht verdummen und die Chinesen nicht aufhalten können. 2030 werden voraussichtlich in Norwegen, Holland und Paris keine Verbrenner mehr zugelassen werden. Meinst du einer der dortigen Bewohner wird sich dann 2028 oder 2027 noch einen neunen Alten kaufen? Die Welle läuft und Deutschland sollte dringend versuchen mit zu schwimmen.
Vergleiche mal deine Zeitachse mit Internet oder Smartphone.