Ich habe Kinder. Die nächste Generation ist ebenfalls bereits auf dem Weg. Mein Antrieb ist beim besten Willen nicht die Maximierung des Reichtums. Es geht um Zukunft und Chancen für die eigene Familie. Familie im erweiterten Sinn. In meinen Firmen arbeiten auch Cousins, Cousinen und ein paar Onkel.
Ausserdem geht es darum etwas sinnvolles zu tun und letztlich auch sich die Zeit zu vertreiben. Ginge es um Geld, wäre die Messe schon vor 10 Jahren gelesen gewesen. Das Geld produziert mehr Geld als wir ausgeben können. Aber das Geld macht dabei doch nicht zufrieden. Es ist tatsächlich nur eine Zahl. Wobei wir kaum Geld im eigentlichen Sinn haben. Unser Geld steckt in den Firmen, Häusern und Aktien.
Ich fand es immer spannend, wie Familien wirtschaftliche Dynastien gründen und durch die Zeit tragen. Das wäre ein Ziel bzw. ist es. Wenn auch in einem winzigen Massstab.
Meine Grosseltern waren Bäcker in 5. Generation. Die wurden von den Kommunisten enteignet. Daher meine Allergie gegen alles Linke und Grüne = die rot und grün lackierten Faschisten. Nun fangen wir eben neu an und versuchen etwas Dauerhaftes aufzubauen. Deshalb divers.
Bei uns und in der Familie meiner Frau dachte man immer über die Generationen hinweg. Das von dir beschriebene Leben als Individuum kenne ich so gar nicht. Dem kann ich auch nichts abgewinnen, denn Familie ist der Kern und die Basis für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Staaten kommen und gehen. Die Sippe als kleinste Einheit sollte verlässlich und tragfähig sein. Sowohl meine Frau als auch ich haben immer mit m indestens 2 Generationen zusammen gelebt.
Dein Modell funktioniert in guten Zeiten. Außerhalb derer aber nicht. Und alles nach dem 2. Weltkrieg war ein Sonderfall, denke ich. Aktuell erleben wir ja eine beschleunigte Ausdifferenzierung der Gesellschaft. Unaufhaltsam, weil es letztlich außerhalb des Ostblocks und der quasi sozialistischen BRD der Regelfall war und ist, dass ein rauer Wind weht. Unterbrochen von allerlei Experimenten, wie Korea, Venezuela, Kuba und den anderen südamerikanischen Sozialisten.
Nach dem Krieg heirateten Ärzte Krankenschwestern. Vor dem Krieg sehr selten. Aktuell auch nicht mehr so oft. Es selektiert sich gesellschaftlich. Ganz automatisch. Schau nach Frankreich oder Belgien oder England, dort ist das auch durch den Krieg nicht unterbrochen worden. Am Ende stehen ggf. Verslummung, Gated Communitys (auch in Europa längst vorhanden) und alles, was dazu gehört. Wir steuern auf brasilianische Verhältnisse mit beschissenem Wetter zu. Deshalb Augen auf und vorbereit sein. Auf Grundsicherung und ewigen Aufschwung zu spekulieren, halte ich deshalb für grundfalsch.
Im vermeintlich sozialistischen Frankreich gibt es Eliten, die bourgeois leben und seit Generationen komplett vom „Pöbel“ abgekoppelt separate Schulen, Unis etc. besuchen. Die sehen das Elend vielleicht noch aus der Ferne, haben aber keinen Bezug mehr dazu. Gleiches schält sich bei uns auch Schritt für Schritt heraus. Es fängt mit Privatschulen an. Unsere Kinder waren in kirchlichen Schulen mit 100€ Schulgeld. Ein lächerlicher Betrag, der aber ausreichte, um KEIN einziges Kind eines Arbeiters oder einfachen Angestellten in der Klasse zu haben. Jedes Jahr gab es Schüleraustausch in den Ferien. Schweiz, Argentinien, Frankreich, USA. Das hat p.a. pro Kind jeweils mindestens 2500€ gekostet. Wenn du dann mehr als 1 Kind hast, so wie wir, musst du schon einen gewissen Background haben. So geht Selektion, obwohl die Medien noch immer das Lied von der Gleichheit trällern.
Wenn deine Tochter dann noch ein Stipendium für eine amerikanische Uni erhält, kannst du gleich nochmal mindestens 2000€ pro Monat für Kost und Logie einplanen. Wenn du das nicht willst oder kannst, geht natürlich auch die TU Dresden und später dann Gehälter bis vielleicht 100000€ bei Bosch oder Globalfoundries. Das Bücken vor dem Chef von der besseren Uni gibt es kostenlos on top.
Und das ist Ostdeutschland! Kindergarten im Vergleich mit westdeutschen Eliteschulen und -unis! Aber irgendwie will das niemand als real anerkennen, weil allen immer eingeflötet wird, der Ponyhof sei das Ideal.
Der Job der Eltern ist es, einen optimalen Start zu gewährleisten. Kinder sollten frei entscheiden können. Und Enkel erst recht. Dafür stehe ich jeden Morgen auf. Nicht für den variierenden Badeteich oder das neueste iPhone. Ersteres brauche ich nicht, Letzteres habe ich. Fällt nebenbei mit ab.
Ich weiß, ich habe ein krankes Weltbild. Aber ich bin nicht allein. Um mich herum sind noch einige solcher Schwachköpfe. Und ja, ich kenne auch Leute, die viel viel viel mehr Geld haben als ich. Die hatten nicht nur Glück, die waren schlauer, vorausschauender und konsequenter als ich. Respekt.
Und fast alle, die ich kenne sind 1990 mit beinahe leeren Händen im Vergleich zu unseren westdeutschen Landsleuten gestartet. Das ist der Beweis, dass es Chancen gibt. Immer. Zu jeder Zeit.