Wie war das?
"There are always four sides to a story: your side, their side, the truth and what really happened." 
Die Schwierigkeit, wenn hier einfach "über den Kopf der Betroffenen hinweg geholfen wird" sehe ich vor allem auch darin, dass sich damit genau ihr Muster wiederholen würde: mit ihr wird gemacht, ob sie will oder nicht. Das fördert genauso die Unselbstständigkeit bzw. erlernte Hilflosigkeit wie das, was sie jetzt erlebt (nur mit "freundlicheren Absichten").
Die Position "na, da kann man nix machen, da muss sie schon selbst - und wenn sie noch nix macht, leidet sie eben noch nicht genug" ist allerdings genauso "dämlich". Viele in helfenden Berufen ziehen sich gerne irgendwann auf diese Position zurück, um besser mit ihrem eigenen Frust umzugehen. Vielmehr ist es so, dass man entweder noch nicht die passenden Hilfe-zur-Selbsthilfe-Angebote gemacht hat, oder die unwillkürlichen Prozesse noch so gut verankert sind, dass sie weiterhin die alten Angebote annehmen und darauf reagieren und im alten Verhalten enden.
Was hier gefragt ist, ist konsequente Ressourcenorientierung und -förderung. Wenn die Dame im Beruf erfolgreich ist und die Kohle nach Hause schafft, hat sie ja durchaus Fähigkeiten. Vielleicht kann sie sich sogar gegen KollegInnen zur Wehr setzen, wer weiß
Wenn es hier gelingt die Seite, die durchaus Fähigkeiten zur Lebensbewältigung hat, auch für zu Hause mehr und mehr zu stärken ist doch schon viel geholfen. Das kann mit etwas Geduld auch jeder Laie - z.B. mit der simplen Frage "Was könnte Dir helfen und was könnte ich tun, um Dich darin zu unterstützen?" Oder auf die Frage "Was soll ich bloß machen?" mit ner Gegenfrage reagieren ala "Was würdest Du denn einer Freundin raten, die in so einer Situation ist?" Allerdings muss man dann auf seine eigenen supi-dupi Lösungsvor- und/oder Ratschläge verzichten und ist nicht sofort im Handeln drin, was wir gerne alle sofort machen würden 
Das grundlegende Muster, das die Frau da mit dem Kerl an den Tag legt sollte sie bei Zeiten mal in einer Therapie näher betrachten und aufarbeiten. Sonst wird sie den Herrn hier erfolgreich los und hat in paar Monaten den nächsten, "an und mit dem sie an ihrem Problem weiterarbeiten kann". Denn da scheinen so einige Überzeugungen und Glaubenssätze über das eigene Selbst am Werke zu sein, die ihr vermutlich nicht so wirklich hilfreich zu mehr Zufriedenheit und Glücklichkeit sind. Und wenn sie hier ihr (Lebens)Skript nicht ein wenig umschreibt, wird sie immer die gleichen Enden zu ihren alten Geschichten konstruieren. Da wär's doch schöner, mal ein neues Ende für ihre selbe alten Geschichten zu finden 