Beiträge von DUSA

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    Original geschrieben von Printus
    ...
    Aber im Ernst: dein Gedanke ist nicht schlecht, aber ich glaube nicht dass das so ist. Auch ein Insignia spricht nur eine gewisse, kleine Gruppe von Menschen an, nämlich diejenigen, die sich so ein Auto kaufen wollen und können, die es jetzt tun wollen, und die der Marke Opel nicht generell abgeneigt sind.


    Klar ist das kein Auto für die Massen, das ist bei Opel der Astra. Wenn ich alleine die Grundpreise mir angucke bin ich mit Automatik locker bei 35T, mit ein wenig Ausstattung und Schnick-Schack bei weit über 40T.
    Dennoch: die Auftragsbücher sind voll, soweit ich das am Samstag mitbekommen habe kannst Du wenn Du Deinen Opel Insignia morgen früh bestellen gehst frühstens März/April mit der Auslieferung rechnen! :cool: Und während die meisten Autobauerles einen laaangen Weihnachtsurlaub zu Hause verbringen dürfen, wird in Rüsselsheim durchgeschafft.


    Und was den Insignia angeht: da kann ich BB007 nur zustimmen - geile Karre! :top: Da schaut selbst der Signum alt gegen aus, v.a. innen wenn man hinterm Lenkrad Platz nimmt :cool: Da werd ich nu wirklich mal neidisch :o ;)


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    Für alle, bei denen diese Dinge nicht zutreffen - und das ist eine riesengroße Menge der Bevölkerung - bleibt eher das Negativimage, dass hier ein Unternehmen Geld vom Staat will und die Frage, ob das denn grundsätzlich OK ist oder man sowas generell verhindern müsse, bleibt im Raum.

    Hm, provokant könnte man jetzt sagen, diese "riesengroße Menge der Bevölkerung" sind die FDP- und PDS-Wähler :D
    Ob durch die Anfrage von Opel jetzt so das große Negativimage in der breiten Bevölkerung entstanden ist wie Du gerne unterstellst sie mal dahingestellt ;)

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    Dagegen ist die VW-Affaire Peanuts, weil da wurde nicht die ganze Nation an der Nase herumgeführt.

    Die VW-Affaire kam in den Massenmedien ja nur zu einem Bruchteil raus und es hat bis auf ein wenig Stammtischuffreeschung niemand groß gejuckt. Wüsste jedenfalls nicht, dass die Verkaufszahlen da einen großen Einbruch erlitten hätten. Und dass die Niedersachsen-AG, oh, tschuldigung, die Volkswagen AG da ein paar Walnuts über Jahre verbro.., ähh aufgebrochen hat interessiert auch niemand wirklich ;) Kommt eben immer nur drauf an, wer die Sache wie in der Blöd vermarktet....

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    Oder hast Du die geographischen Nummern aller Polizeidienststellen immer dabei und schaust nach, welche gerade die nächstgelegene ist? ;)

    Das hätte dann folgendes Posting hier im Thread zur Folge:



    "Heute hatte ich auf der AB so einen Vollidioten von TT vor mir, der erst von nem LKW-Deppen genötigt wurde und dann bei 150 schlingernd auf der linken Spur mit seinem Handy rumfuchtelte, um im Internet die Telefonnummer der nächstgelegenen Polizeidienststelle zu recherchieren :rolleyes: Ich war so erschrocken, dass mir die Kippe in den Kaffee gefallen ist, usw."


    :D :D SCNR! :D

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    Original geschrieben von mannesmann
    Neidisch? :cool:

    Naja... das Geld ist zwar nett, dafür arbeitest Du in diesen Sphären, wo alle um Dich rum Dich den ganzen Tag anlügen. Und um in so ne Position zu kommen und die auch zu halten hat ja auch einen Preis. Mir wäre der zu hoch :p

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    Für die meisten ist das Feindbild klar: die Ölmultis. Die Wahrheit sieht jedoch in absoluten Zahlen um den Faktor 100 anders aus.


    Frag dich lieber einmal was aus dem "Rest" von 1,116 Euro wird und wer sich damit die Eier schaukelt.

    Wir alle? (Zumindest in der Theorie, denn wir alle sind der Staat ;))


    Mein Feindbild ist zwar inzwischen auch unser Staat, allerdings nicht weil sie bei den Steuern auf Benzin unverschämt zulangen, sondern aus leicht anderen Gründen ;)



    "In Deutschland wird Politik hinter verschlossenen Türen gemacht. Da werden die Fäden gezogen, an denen die Berliner Hampelmänner hängen, die dann in den öffentlich-rechtlichen Bedürfnisanstalten bei den Klofrauen wie Christiansen und Illner ihre Notdurft verrichten. Und wenn sie nach dem Verrichten ihrer Notdurft es noch nachtröpfelt, dann können sie sich bei Beckmann und Kerner an der emotionalen Pissrinne unter's Volk mischen."
    Lothar Dombrowski (Georg Schramm)

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    Original geschrieben von mannesmann
    ...
    Meiner Meinung nach bleibt da nicht viel übrig für die"Ölmultis" wie Shell & Co..

    Selbst wenn die nur einen Cent pro verkauftem Liter Gewinn erwirtschaften, macht das einen Tausi pro 100.000 verkauften Litern. Dafür müssen gerundet 2.000 Leute jeweils 50 Liter tanken. Jetzt fehlt nur noch die Zeiteinheit, wie lange es im Durchschnitt braucht, bis diese Menge deutschlandweit verkauft ist.


    Eine grobe Hochrechnung lässt mich jedenfalls zu zwei Schlüssen kommen:
    1. Kleinvieh macht auch Mist.
    2. Es reicht dicke, damit sich zumindest die oberen Bosse der Ölmultis bei Shell & Co für ein nettes Jahresgehalt die Eier schaukeln lassen können ;)

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    Original geschrieben von DJ Wisdom
    Muss man mehr sagen? GM is going down, das steht für mich fest.

    Dass dort in der Tat hauptsächlich Pappnasen in den obersten Etagen arbeiten, wird Dir auch der kleinste Mitarbeiter in Rüsselsheim, Bochum und Eisenach sagen können ;) :D


    Bei allem Käse, die der Herr vor dem Kongress los lässt: ob die Amis es sich wirklich vom Prestige her leisten wollen, den einst größten Automobilhersteller untergehen zu lassen, will ich erstmal sehen.
    Ford steht noch am besten da, nach der "Hochzeit im Himmel" ist Chrysler nach der Scheidung nun irgendwo zwischen Vorhölle und Hölle angekommen - wo sich inzwischen auch GM eingefunden hat. Wenn letztere zwei dicht machen, bleibt als einziger amerikanischer Hersteller Ford übrig und der Präsident sowie die Senatoren müssen zukünftig mit einem deutschen Mercedes, BMW oder Audi bzw. einem japanischem Toyota durch Washington kutschiert werden. Soviel Schmach wird glaub auch der wirtschaftsliberalste Abgeordnete nicht aushalten :p :D und sie werden irgendeine Art von Plan aushecken, wie sie GM und Chrysler zu zwingen können mit dem Staatsgeld ihre Modellpalette umzustricken und sich den Marktgegebenheiten wenigstens ein Stück anzupassen. Von daher ist da das letzte Wort imho noch nicht gesprochen und es bleibt spannend... ;)

    Na, der Herr hatte auf seinem Kundenkonto (bei welchem Anbieter iss ja im Grunde völlig wurscht) einen netten Fehlbetrag von $234 und wird aufgefordert, seine Rechnung zu begleichen. Da er die Kohle entweder nicht hat oder keinen Bock hat zu bezahlen, schickt der Witzbold der netten Supportdame eben eine Zeichnung einer Spinne und schlägt vor, dass sein Kunstwerk genau die $234 wert ist :D
    Und weil das nicht genug Blödsinn ist, kostet er das eben über mehrere Emails aus und treibt mit dem Mädel Schabernack :cool: :D


    Jetzt verständlich? (Oder macht die Erklärung nu alles völlig kaputt? ;))

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    Original geschrieben von Printus
    Wenn man diese Mitarbeiter aber durch Billig-Leiharbeiter ersetzt sind es keine Werksangehörigen mehr - und Geld für ein Auto haben diese Menschen sowieso nicht, auch nicht wenn es "nur" den Mitarbeiter-Preis kostet...

    Dass ausgerechnet eine SPD-Regierung einen zweigleisigen Arbeitsmarkt aufgebaut hat, wo inzwischen Lohndumping und Sklavenartige Zustände legal sind mag in der Tat gesellschaftlich unerfreulich sein.
    Bei Dir klingt es allerdings so, als wären bei Opel nur noch Leiharbeiter im Werk beschäftigt ;) Mir hingegen liegen keine Zahlen vor, wie viel Prozent die Leiharbeiter an den im Werk (bzw. in den Werken) Beschäftigten ausmacht - ich tippe aber, dass es immer noch eine Minderheit ist.

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    Na na na, wir wollen mal nicht persönlich werden! ;) Ich verstehe genauso viel wie du, bewerte die Dinge aber anders.

    Das sollte auch kein persönlicher Angriff sein :)
    Wenn ich allerdings Deine (hier jetzt nicht mehr zitierte) ellenlange Argumentation durchlese bleiben mir nur zwei Schlüsse:
    1. In allen Autokonzernen der Welt arbeiten in den Entwicklungsabteilungen und auch in den zugeordneten Controllingabteilungen Stümper und Vollidioten, die für jedes neue Modell Millionen durch den Ofen pusten. Sie warten dringend auf Deine Bewerbung, damit Du da endlich was dran änderst.
    -- oder --
    2. Es gibt gute Gründe, warum bei einer Neuentwicklung so viel Geld verbraten wird und Deine Argumentation ist zum Großteil Käse.


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    Man erfindet aber das Rad nicht neu, Autos haben immer noch ein Lenkrad, 4 Räder, 2-3 Pedale, einen Motor, Türen und Scheiben rundum. "Das bisschen Optik" und Design erklärt es nicht, alle anderen Branchen schaffen es auch fortwährend neue Produkte zu entwickeln ohne eine Preisentwicklung wie in der Automobilbranche hinzulegen.
    ...
    Wenn man natürlich jeder Schraube neu konstruiert ist klar dass die Kosten exorbitant steigen.
    ...
    ..., das sind im Wesentlichen nur Design-Spielereien, die man nicht 4 Jahre erforschen und testen muss.

    Doch noch mal paar "Highlights", die ich kurz kommentiere ;) Es wird natürlich nicht jede Schraube neu konstruiert und auch das Rad nnicht neu erfunden. Auch am Blinker-Relais wird nicht 4 Jahre lang geforscht. Es wird geforscht, wo denn nu jede der vielen Schrauben hin müssen, wie die Roboter die Karrosserie zusammenschweißen (nachdem "das bisschen Design" vom Holzmodell bis zu größeren Vorarbeiten fertig ist), die Statik und Gewichtsverteilung muss neu gebastelt werden, Zulieferer wie Hella müssen die Scheinwerfer umkonstruieren, damit sie außen bündig abschließen und räumlich müssen sie innen nicht anderen Teilen im Weg sein usw usw.


    Werden Häuser eigentlich billiger? Die werden doch schon seit Jahrtausenden gebaut und müssten kaum mehr was kosten? Halt ein bisserl ne andere Raumaufteilung, aber sonst? Beton, die Steine, Dämmmaterialien usw. müsste bei der Massenproduktion doch auch inzwischen im Centbereich liegen. Warum kost' dann sich ne neue Hütte hinstellen je nach Größe so ein Arsch voll Kohle? ;) Nur mal so als Beispiel...


    Mein Tipp: mach mal ne Werksführung beim Hersteller Deiner Wahl, da bekommt man wenigstens etwas Einblick. Wobei Du da nur die Produktion mitbekommst, nicht die Konstruktion (die geschieht im Hochsicherheitsbereich, wo Kamerahandys auch den Businessleutchens mit ihren schicken Armani-Anzügen abgenommen werden ;)).

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    Jetzt mal ganz einfach mit Menschenverstand: Man verwendet Komponenten in mehreren Fahrzeugen und dadurch wird die Sache teurer anstatt preiswerter?

    In der Produktion wird es billiger, richtig. Trotzdem muss auch die Entwicklung und Konstruktion des - um bei meinem Beispiel zu bleiben - New Beatle bezahlt und im Verkaufspreis wieder reingeholt werden. Entsprechend ist die Rechnung wie sie ist und nicht "och, wir verwenden 60% gleiche Teile im Golf und im Beatle, da können wir für beide Fahrzeuge ja den Preis um 20% senken".


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    Genauso wie spätestens jetzt begonnen werden muss sich Gedanken über umweltschonende, kleine und effektive Fahrzeuge anstatt Privatpanzer mit zweifelhaftem Nutzen zu machen. Auch hier hat die (deutsche) Autoindustrie die Zeichen der Zeit schon lange verschlafen.

    Verfehlte Modellpolitik der Hersteller iss aber nu ne ganz andere Baustelle, oder?


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    Noch weiter ins Umfeld wirkt aber wenn Grundprinzipien der Marktwirtschaft über den Haufen geschmissen werden.
    Bei den Banken ging es noch darum ein System zu stabilisieren, von dem der ganze Wirtschaftskreislauf abhängt. Da konnte die Politik nicht anders als einzugreifen. Ärgerlich genug...

    Was (mir) auffällt: Du argumentierst aus (D)einem Wertesystem heraus und somit in gewisser Weise moralisch. Dass die Werte im Kapitalismus in eine ungesunde Richtung laufen, brauchen wir hier nicht diskutieren (das machen wir schon in zig anderen Threads, ich sach nur 'Die Linke' :D), zumal wir da eh ähnlicher Meinung sind.

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    Das Argument der wirtschaftlichen Folgen stimmt immer und überall, auch die Insolvenz eines Ein-Mann-Betriebs hat wirtschaftliche Konsequenzen für alle Anbieter, bei denen dieser eine nun nicht mehr (oder nur noch in geringem Maße) konsumiert.

    Es macht leider einen Unterschied, ob der Kleinbetrieb mit 10 Mann von nebenan in die Insolvenz geht, oder ob 50.000 auf einen Schlag ihren Job verlieren...
    Übrigens: die Höherqualifizierten im ITEZ hätten vermutlich zu 80% innerhalb von 3-6 Monaten einen neuen Job mit vermutlich ähnlichem Gehalt. Der "kleine Mann/Arbeiter" vom Band hingegen wird zu einem Großteil erstmal für die ihn vorgesehene Röhre gucken. Traurig, aber so isses nu mal.

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    Zum anderen ist die Politik jetzt gerade gefordert nach Grundsätzen und Prinzipien zu handeln, denn sie verliert sich sonst in Einzellösungen, die nicht vermittelbar sind.

    Sie sind imho deshalb nicht vermittelbar, weil sie sich nicht in eine Blöd-Schlagzeile bringen lassen. Und weil die Zusammenhänge so komplex sind, dass sie viele Leute leider nicht verstehen (wobei ich nicht sagen will, dass ich da alles verstehe). Und mit Prinzipienreiterei kommt man da glaub eh nicht weit.
    Und ach ja: schon heute ist es möglich nach deutschem Aktienrecht, die Handlager z.B. bei den Banken persönlich verantwortlich zu machen. Man braucht nur klagen. Dumm nur, dass weder Du und ich Klage einreichen dürfen, dazu ist nämlich afaik nur der Aufsichtsrat berechtigt. Und hocken da nicht auch Leute von der Gewerkschaft mit drinne, die - so war es mal gedacht - den einfachen Arbeiter repräsentieren sollen? Wo bleiben also die ganzen Klagen gegen die Bankenvorstände, die qua Amt die Verantwortung für die (Ver)Zockereien haben?

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    Entweder ist Opel bereit das Seine zu tun um Lösungen zu finden, wenn erforderlich durch Ablösung von GM, wenn sich die Politik und die Bürger schon zu Hilfsmaßnahmen und Eingriffen in den freien Markt entschließen (entgegen ordnungspolitischer Bedenken).

    Du scheinst - auch in vorigen Postings - zu überschätzen, was bzw. wieviel Opel innerhalb des GM-Konzerns zu melden hat ;) Das ist ungefähr wie wenn man nem muslimischem Mädel sagt, dass sie doch selber dran blöd ist, wenn sie nicht von zu Hause wegläuft, weil sie in ner "Familiendiktatur" lebt... Die können zwar den Schnabel aufmachen, entschieden wird aber seit jeher in Detroit und dann heißt es Fresse halten. "Selbst schuld" rufen verkennt die Zwänge, die in so einem System numal bestehen...


    Und im übrigen geht es ja wenn um Bürgschaften, weil die Banken dafür nicht mehr grade stehen wollen. Klar müssen auch hier Vereinbarungen getroffen werden. Aber es geht ja nicht drum, Opel jetzt Steuergelder auf's Firmenkonto zu überweisen - das find ich einen großen Unterschied.

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    Original geschrieben von Printus
    Wie heißt es so schön, Autos kaufen keine Autos. Also nützt das billige Produzieren nichts wenn sich nachher kein Konsument die Ware leisten kann, da sie als Endprodukt nämlich nach wie vor viel zu teuer ist und die Preisentwicklung nicht der Rationalisierung folgt, also man für's gleiche oder weniger Geld mehr vom Produkt bekommt.

    Übrigens: Werksangehörige kaufen die Wagen eh zum Mitarbeiterpreis und wer schlau ist, verkauft sie mit nur einem minimalen Verlust nach 6-12 Monaten als (Halb)Jahreswagen. An denen wird es am wenigsten liegen, wenn weniger Autos verkauft werden ;)

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    Bei Computern funktioniert es, man zahlt heute tendentiell weniger als früher und hat dennoch leistungsfähigere Geräte. Warum klappt es beim Automobil nicht?

    Ich kann ja viel von Deiner Meinung nachvollziehen und verstehen. Dass der Weltmittelstand systematisch ausgeblutet wird halte ich in der Tat auch für Fakt. Allerdings ist es hier doch ein wenig komplizierter...


    Wenn Du nicht verstehst, warum Autos gleich teuer bleiben bzw. im Preis sogar steigen statt billiger zu werden und das auch noch mit der Computer-Industrie vergleichst, zeigt das, wie wenig Du von den Internas der Automobilindustrie verstehst oder Ahnung von den Vorgängen dort hast.


    Um aus einem Pentium III einen Pentium IV zu machen, brauchte es grob gesagt weitere Verkleinerung, womit mehr "Kram" auf die CPU gepackt werden konnte. Und man hat lange Zeit die Taktraten hochgeschraubt - also eine Art evolutionärer Prozess. Nehme Bestehendes, optimiere es, beschleunige es, verkleinere es und bau es aus (z.B. zwei Kerne in einem = Dual Core). Die CPUs sind zwar leistungsfähiger geworden, aber an ihren Grundprinzipien hat sich jetzt nix revolutionäres verändert.


    Wenn Du aus dem Astra G den Astra H machst oder aus dem Vectra B den Vectra C startest Du mehr oder weniger bei Null. Das Außenkleid muss komplett neu entworfen werden, die Innenverkleidung muss komplett neu entworfen werden, das Chassis wird meist auch komplett neu konstruiert. Von der Technik im Auto kann einiges übernommen werden, also auch bestehende Teile. Ansonsten wird auch hier der Rest komplett neu konstruiert. Entsprechend brauchen die Hunderte von Ingenieuren für jede Neukonstruktion bei einem Modellwechsel ähnlich viel Zeit - das kostet schon mal Geld. Dann müssen sämtliche Anlagen, welche die Teile im Werk und beim Zulieferer ausspucken umgestellt werden, erstmal für 5 Wagen. So ne Serie von 10 Teilen verbrät auch mehr Geld als die Massenfertigung.
    Noch am ehsten mit Computern lässt sich der Motor vergleichen - da wird probiert, mehr PS aus weniger Hubraum rauszuquetschen bei gleichzeitig weniger Verbrauch und weniger Abgasen - wobei auch das sein Geld verschlingt.


    Bis also die ersten 5 Wagen zusammengebastelt sind, vergehen gerne 3-4 Jahre. Dann müssen die sämtliche Tests bestehen. Klar, da wird auch vorher schon viel im Computer simmuliert. Trotzdem hauen sie einen der 5 Karren am nächsten Tag an die Wand - da ist in 20 Sekunden ein zweistelliger Millionenbetrag futsch :cool:
    Wenn Du da jetzt noch die ganze neue Sicherheits- und sonstige Technik dazu nimmst wird hoffentlich klar, warum die Kisten im Gegensatz zu sonstigen Produktionsgütern nicht billiger werden.


    Selbst "Schwester"modelle, die auf der gleichen Plattform aufbauen kosten noch einiges in der Konstruktion. Klar - der Unterboden vom Golf konnte 1:1 übernommen werden, VW hat "nur" noch das hässliche Blechkleid für den New Beatle drum rum gezaubert. Aber auch dafür musste bei Null angefangen werden, dann musste es auf die Golf-Konstruktion drauf passen, ein neues Interior musste her und auch hier brauchte es diverse Erlkönige, an denen getestet und geschraubt wurde, bevor das Viech in die Massenproduktion gehen konnte. Somit wird zwar die Vielfalt breiter und es entstehen Einsparungen, weil xx% an Gleichteilen verwendet werden können - aber für fast jeden verkauften New Beatle haben die Leute dann keinen Golf gekauft - da war nur entweder oder, bzw. es wurden eben Käufer anderer Marken gewonnen. Ob die neuen Kunden dann allerdings genügend waren, damit sich das rechnet sei mal dahin gestellt. Entsprechend mussten auch hier die Gesamtentwicklungskosten auf die verschiedenen Modelle umgelegt werden - der Preis geht also eher hoch.



    Auch fehlt Dir vermutlich der Überblick, wie verflochten die ganzen Zulieferfirmen inzwischen sind. Ich empfehle da wie so oft das "Schwarzbuch VW" von H-J Selenz. Da bekommt man dann zumindest mal einen kleinen Einblick, welche Sachen sich VW und das Land Niedersachsen da so in der Vergangenheit geleistet haben. Wenn Opel jetzt morgen pleite macht, stehen nicht nur die ca. 30.000 Opelaner arbeitslos auf der Straße und leben auf Kosten der Sozialsysteme (wo sie übrigens auch alle nix mehr einbezahlen). Die Zulieferer, die hauptsächlich an Opel liefern gehen also direkt mit den Bach runter. Die Zulieferer, die nur anteilig an Opel liefern verlieren einen Großkunden (mehr als an Opel, VW, BMW, Mercedes, Ford und evtl. noch Porsche gibt's als Kunden nicht ;)), damit bricht Umsatz weg, damit können nicht mehr alle Mitarbeiter weiter bezahlt werden oder noch schlimmer, die Kredite zurückgezahlt werden. Gerade wo die Banken selbstverschuldet mit Argusaugen auf Kreditrückzahlungen gucken, könnten also auch hier Firmen insolvent gehen, obwohl sie auch noch an VW und Mercedes liefern. Und damit übrigens nicht genug: diverse Dienstleister (z.B. Bereich Weiterbildung) hätten auch einen Kunden weniger und damit weniger Einkommen, kaufen vielleicht den nächsten Dienstwagen erst 1-2 Jahre später. Auch die ganze Infrastruktur wird betroffen sein: wenn das Werk und das ITEZ in Rüsselsheim schließen, hockt auch mittags niemand mehr in der Opel-Klause (ok, ich war nie drin, wir haben uns wenn nebenan beim Italiener was geholt :D), es wird weniger in Bäckereien und was weiß ich wo im Umfeld der Werke konsumiert.
    Kurzum: die wirtschaftlichen Folgen bleiben also nicht auf die paartausend Opelaner beschränkt, sondern wirken weit ins Umfeld. Zumal die Autoindustrie eben einer der größten Arbeitgeber in D ist - oder was glaubt ihr, warum wir noch kein Tempolimit haben? (;))



    Für mich zeigt der Fall, dass bei aller Kritik an unserem derzeitigen Wirtschaftssystem mit kurzfristigem Profitstreben, Gier, Verantwortungslosigkeit und Werteverfall auf den obersten Ebenen es der Politik nix bringt nach Grundsätzen oder Prinzipien zu handeln - sondern man eben in den vielen Widersprüchlichkeiten eine pragmatische Lösung finden muss, wo beide Seiten zufrieden mit sein können. Allerdings wird so eine Lösung recht komplex ausfallen und nicht entlang irgendwelcher Blöd- oder Attak-Parolen.



    Noch was zum "Opel aus GM herauslösen": netter Versuch, aber die Amis wären schön blöd ihren profitabelsten Unternehmensteil derzeit zu verscherbeln. Wenn überhaupt machen die das nur für einen groooßen Batzen Kohle und dann ist es in der Tat so, dass das ITEZ in seiner jetzigen Form nur bestehen kann, eben weil es weltweit für GM tätig ist. Das ist die andere Seite der Medaille, dass sie (das ITEZ) seit Jahren von GM ausgeplündert werden ;) Um nur 'nen neuen Corsa, Astra, Insignium, Meriva, Zafira und Combo zu konstruieren braucht's keine ca. 9.000 Mitarbeiter.... Und was die Gleichteile-Strategie angeht: ohne Saab und andere GM-Kutschen wäre auch da vieles für Nur-Opels viel zu teuer.

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    Original geschrieben von Buchungszeichen
    ... Jeder Käufer achtet heute bei der Neuanschaffung auch auf die Unterhaltskosten (Spritverbrauch, Steuern etc.). U.a. wird ja auch hier im Forum immer eifrig über die Spritpreise diskutiert... Auch ein schönes Auto kann umweltfreundlich sein. ...

    Wer auf die von Dir genannten Punkte achtet, wird bei Opel doch ganz gut bedient :confused: Da werden in D eine Menge anderer Wagen gekauft, die mehr verbrauchen, mehr CO2 rauspusten (bei ähnlicher Leistung) und mehr im "sonstigen" Unterhalt kosten. Zumindest sind das jetzt keine Argumente, die gegen Opel als alleinigen Hersteller sprechen, wenn sprechen diese Argumente gegen (fast?) alle Hersteller.
    [small]Und mal so nebenbei: gäb es nicht diese Dienstwagenregelung wie sie besteht, wäre der Absatz von den Premium-Marken um einiges weniger. Aber in fast jeder Firma, v.a. den größeren gilt: "eher stellen wir weniger Leute ein / schmeißen ein paar Leute raus, als dass auf das Prestige eines Sterns, Propellers oder 4 Ringe an unseren Autos verzichtet wird" - da iss wurscht, was die Karre an Gesamtkosten verursacht. [/small]


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    Original geschrieben von StebuEx
    Ich finde Autos der Volumenhersteller generell zu teuer.
    Angemessen wäre Corsa/Polo < 10k, Astra/Golf < 15k und Insignia/Passat < 25k mit brauchbarer Ausstattung. Irgendwelche OPC/R-Modelle mal ausgenommen.

    Soweit bin ich noch bei Dir - früher hat nicht mal der Opel Senator 80.000 Öcken gekostet, heute lässt sich der Vectra C / Signum mit entsprechender Ausstattung locker auf die 40.000 Euro hochtreiben :eek: Gleiches gilt für Astra/Golf usw.

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    Bei jedem technischen Konsumgut schlägt sich der Fortschritt auch mal in sinkenden Preisen nieder, nur nicht beim Auto. Das kann man auch nicht mit höheren Stahlpreisen etc erklären denke ich mal. Der Bogen ist überspannt. Das fängt schon damit an, daß ein Satz Plastikradkappen teurer ist als ein TFT-Monitor und findet mit Werkstattstundensätzen um die 100 € noch lange nicht sein Ende. Navifesteinbau mit Graustufendisplay auf Nokia 6150 Niveau: 1000 Euro bitte. Also nee, irgendwann ist Schluß mit lustig. Geschäfte machen wollen wir alle, aber nicht auf solch eine plumpe Tour.

    Damit machst Du es zu einfach:
    Einmal ist heute um vieles mehr an Technik, Elektronik und Sicherheit in einem Auto drin (z.B.: wer mag heute noch auf ne Klimaanlage verzichten? ;)). Das alles will natürlich auch mitbezahlt werden.
    Dann werden die Produktionszyklen für ein Auto immer kürzer. Wo früher ein Auto noch 7-8 Jahre Zeit hatte, die Entwicklungskosten um den Faktor x wieder reinzuspielen, bleiben heute ca. 5 Jahre. Das macht einmal das Auto teurer, wenn der gleiche Gewinn in 3 Jahren weniger Zeit reinkommen soll. Dann ist der Wettbewerb natürlich irgendwann härter geworden - Stichwort "Reisschüssel". Die ganzen Extras sind entsprechend eine Möglichkeit nochmal richtig Kohle beim Erstverkauf reinzuholen. Dass niemand mehr einen DIN-Schacht für's Radio konstruiert liegt allein daran, dass die Firmen lieber 800 Tacken für ein mittleres CD-Radio und 1.500 Tacken für ein einfaches Navi kassieren als dass sie nur für 300 die Vorbereitung reinbauen und jeder zum Blödmarkt fährt und sich dort für 600 Tacken ein High-Tech-Navi holt. Klar - das ist ziemlich übel, aber daran verdienen die eben noch.


    Und was die Werkstattkosten angeht: die lassen sich eben nicht nach Nah- und Fernost outsourcen, da müssen noch die "ekligen deutschen Stundenlöhne" (;)) geblecht werden. Und der Händler verdient viel weniger Provision beim Neuwagenverkauf - will er also überleben, braucht er ne neue Mischkalkulation, was darauf hinausläuft, dass die Werkstattskosten steigen.