ZitatEs ist wie bei allen Suchtkranken, denen ihre "Droge" mehr wert ist als alles andere: derjenige muß (von) selbst erkennen, das er süchtig ist und er muß von sich aus Hilfe wollen, bzw. zulassen.
Diese auch unter Therapeuten verbreitete Ansicht, die (Sucht)betroffenen müssten erst an ihrem persönlichen Tiefpunkt angekommen und der Leidensdruck hoch genug sein, bezeichnete Gunther Schmidt mal in einem Vortrag als "höchst zynisch" und damit von professioneller Seite aus als nicht vertretbar. Zumal es die Sichtweise mehr auf das Problem verlagert als auf die Ressourcen und damit Lösungswege des Klienten.
Entsprechend finde ich es schwierig, hier Allgemein-Tipps zu geben, denn die Motivation etwas am PC-Spielverhalten zu ändern kommt wenn nur aus den individuellen Ressourcen von Deinem Kumpel - und die kennt hier niemand.
Was Du imho machen kannst ist, Dich als "Co-Abhängiger" informieren, wie Du für Dich am besten mit der Situation umgehst - genauso die Eltern. Wie Du schon richtig erkannt hast, kannst Du bei der Erpressung "WoW oder ich" nur verlieren - d.h. überlege, wie Du zwar sachlich Konsequenzen aufzeigen kannst, gleichzeitig aber die Beziehungsebene stärkst. Mach bei nem Treffen z.B. deutlich, dass Du nicht über WoW reden möchtest, sondern über alles andere und unterbreche Deinen Kumpel immer wieder, wenn er damit anfängt. Wenn Du noch benennen kannst, wie's Dir dabei geht, erkennt er vielleicht, wie sehr er sich vom "real life" schon entfremdet hat - und dass es trotzdem Spaß machen kann sich mit Dir zu treffen.
Für weitere Tipps guckst Du am besten mal in die schon geposteten Links. Oder schenkst ihm zum Geburtstag / Weihnachten mal das Buch "Verhaltenssucht: Diagnostik, Therapie, Forschung von Grüsser & Thalemann ![]()