Zu der Sache, ob Dich persönlich die Vergangenheit Deiner Großeltern beeinflusst, wollt ich jetzt doch mal noch was loswerden:
Sicherlich ist es so, dass es keinen direkten Einfluss gibt, weil alles vor Deiner Zeit passiert ist - im Vergleich zu Deinem Mathelehrer (um mal bei dem Beispiel zu bleiben). Allerdings wird es sehr viele indirekte Auswirkungen auch auf Dein Leben geben, die Du entweder erst später oder vielleicht auch nie verstehen wirst, obwohl sie da sind. Denn: alles was Deine 4 Großeltern erlebt haben, prägte ihr psychisches Erleben und damit auch Verhalten. In irgendeiner Konstellation gaben sie das an ihre Kinder = Deine Eltern weiter, die davon auch einiges an Dich weitergeben bzw. weitergegeben haben. Und falls die Großeltern noch lebten, haben sie Dich auch direkt als Kind beeinflusst.
Ich nehme mal ein Beispiel aus meiner Familiengeschichte um das etwas deutlicher zu machen:
Meine Großeltern hatten wohl Schwierigkeiten mit dem Nachwuchs - irgendwie wollte das nicht so recht funktionieren. Und das im Klima des Mutter-Primboriums inkl. Mutterkreuz und pi-pa-po. Das hat bis zu meinem Bruder und mir die Folge, dass in unserer Familie keinen Muttertag gibt und ich über alle den Kopf schüttel, die diesen Kult noch immer betreiben. Dann hat es irgendwann mit einem Kind geklappt, welches aber dank Bunkeraufenthalten usw. mit ca. 1 Jahr gestorben ist. Zu dem Zeitpunkt war meine Mutter schon nachgekommen - und jeder kann sich an 2 Fingern ausrechnen, mit wie viel Verlust- und sonstigen Ängsten sie großgezogen wurde. Was auch zur Folge hat, dass meine eigene Mutter in vielen Dingen eher der ängstliche Typ ist. Tja, und da haben wir die indirekte Auswirkung des 2. WK auf mich 
Und genau so kannst Du in fast jede Familiengeschichte reingucken und schauen, was sich sowieso von Generation zu Generation weitergibt bzw. wiederholt - und welche Spuren auch das 3. Reich und der Krieg in einer Familiengeschichte bis in unsere Generation hinterlassen hat. Natürlich wird das lang nicht so stark wie der erwähnte Mathelehrer, der einem ständig das Gefühl gab, man sei eh eine Null - klar. Aber gewisse Auswirkungen lassen sich durchaus nachvollziehen.
Und hierzu wollt ich auch noch was loswerden:
Zitat
Ich glaube dass Widerstand exponentiell häufiger gewesen wäre wenn der Einzelne eine Chance gehabt hätte damit das System zum Wackeln zu bringen. Es hätte sicher hunderttausende Stauffenbergs gegeben wenn die Leute eine ebenso reele Chance gehabt hätten mit ihren Aktionen wirklich etwas auszurichten, und wenn es nur gewesen wäre eine Welle in Gang zu setzen, so in der Art der Montagsdemos in Leipzig. Aber diese Chance hat der Einzelne sicher nicht gesehen.
Fast das gleiche könntest Du genau heute schreiben über den immer mehr werdenden Überwachungsstaat, den unsere Innenminister Stück für Stück hochziehen. Da geht auch keiner auf die Straße, obwohl die Datensammelwut immer mehr zunimmt, wovon (um es mal etwas polemisch mit dem anderen Thema zu verknüpfen) die Jungs im 3. Reich und bei der StaSi nur geträumt hätten. Auch das Argument "wenn ich mir nix zuschulden kommen lasse, brauch ich auch keine Bedenken haben - und es dient der Sicherheit" ist wieder salonfähig geworden. Tja, genau das Argument sagte mein imaginärer Opa schon zwischen 33 und 45 zu den Abweichlern und mein imaginärer Onkel zu den anderen Abweichlern die er nach Hohenschönhausen gebracht hat... 
Fazit: solange der Mensch sich in seiner Komfortzone befindet und es nicht allzu heiß wird, hält er die Klappe - und jeder für sich alleine sieht eh keine Chance, aber die Nachbarn bleiben ja genauso vor RTL II hocken... Und so war das damals und so ist das noch oder wieder heute.