Wenn die Marktwirtschaft deshalb funktioniert, dass egal wo möglichst billig produziert wird, gehört aber auch dazu, dass irgendwo auch die nötige Kaufkraft da ist, um die Produkte zu kaufen. Und dank der seit den 80ern anhaltenden Abwärtsspirale fehlt in Deutschland immer mehr Kaufkraft für höherwertige Produkte. Und inzwischen sind wir an einem Punkt (imho), wo sich die Katze selbst in den Schwanz beißt: wir erhöhen die Löhne wenn überhaupt gerade mal in Höhe der Inflationsrate (d.h. die Kaufkraft bleibt gleich), weil es den Unternehmen nicht gut geht. Weil wir nicht mehr so viel Geld haben wie früher mal, kaufen wir nicht mehr so viel. Und weil wir nicht mehr so viel kaufen, geht es den Unternehmen so schlecht, dass sie keine größeren Lohnerhöhungen mehr machen.
Was hier seit mehreren Jahren läuft, nennen Systemiker den "Fehler des mehr des selben". Meine Prognose: er wird so weiterlaufen, denn die meisten Menschen denken linear, wo zirkuläres Denken nötig wäre. (Wobei das nicht die Lösung in sich ist, sondern nur ein Baustein im Mosaik.)
Dass unser Bildungswesen seit Jahren den Bach runter geht, ist auch hinlänglich bekannt. Ein bergauf kann ich da nicht erkennen - beide Seiten führen ihren ideologischen Kampf auf dem Rücken der Heranwachsenden weiter. Pauschal gesagt halten "die Linken" weiter an ihrer Kuschelpädagogik fest, während "die Konservativen" den Separatismus ab der 5. Klasse von anno 1900 aufrecht erhalten bemüht sind. Und so kommt es, dass wir in SPD-Ländern eine hohe Quote an Abituristen haben, die "nix können" und in CDU/CSU-Ländern eine hohe Quote an Real- und Hauptschülern haben, die nicht sehr viel zum Thema Forschung & Entwicklung beitragen werden. Trotz PISA ist hier kein Fortschritt in Sicht.
Volker Pispers hat es sehr schön formuliert: "Deutschlands Zukunft und Sicherheit wird nicht am Hindukusch verteidigt. Deutschlands Zukunft wird hier, vor Ort, in den Schulen verteidigt."
und:
"Wir müssten alles Geld was wir haben in die Schulen stecken. Da gehören Sozialarbeiter und Psychologen hin. Sozialarbeiter für die Kinder, Psychologen für die Lehrer."
Statt dessen werden im Bereich Bildung die Budgets immer weiter runter gefahren, Studierende sollen zahlen, ohne dass die Herren Professoren auch ihren Beitrag in Form von mehr als 8 x 45min Lehre pro Woche zur Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen beitragen.