Fair bedeutet aus meiner Sicht, den Tarif so zu nutzen, wie er vom Anbieter geplant und in den AGB definiert war. Als Mobiltarif für ein Gerät ohne Stromanschluss .
Du bist also der Meinung AGB stehen über dem Gesetz? Solange das Gesetz keine Optionsklausel zulässt, dass Anbieter und Kunde abweichende Regeln vereinbaren dürfen, sind diese Regeln absolut. Also Endgerätefreiheit, Ende. Oder würdest du auch einen Vertrag so nutzen, wie der Anbieter es vorsieht, wenn in den AGB steht, dass du monatlich einen Liter Blut als Bezahlung zu leisten hast? Ist auch per se schon unwirksam die Klausel, deiner Argumentation aber wäre es fair, dem Anbieter den Liter Blut zu geben, oder, wenn die Regel gekippt wird, darf der Anbieter dann den Tarif kündigen.
Was ist also fair? Fair ist wenn sich beide Seite an den geschlossenen Vertrag halten, dieser besagte, keine tarifliche Begrenzung des Datenvolumens. Ende. Es gab keine Klausel die das einschränkte. Also wäre es fair, wenn der Anbieter im Vertrag oder den AGB mitteilt, wie er sich die tarifliche Nutzung vorstellt, also dass o2 sagt, ab 500 GB ist das nicht mehr vertragsgemäßes Nutzen. Wäre fair. Aber, geht nicht, denn dann haben wir den unlauteren Wettbewerb und die Mitbewerber und die Verbraucherzentralen auf der Matte, mit Abmahnungen und Klagen auf Unterlassung. Also kann o2 nur den Gang gehen wie sie es gemacht haben, die Leute kündigen, fristgerecht und halten die Klappe zu den Gründen. Würden sie Gründe handfest nennen, dann würde ihnen das rechtlich um die Ohren fliegen. Ist es nicht sehr merkwürdig, dass man sich zu dem Thema der Kündigungen sehr zurückhält und jetzt dann die Tariferhöhung kommt?
Freenet Funk hat damals mehr oder weniger gesagt warum sie einige Nutzer kündigten, weil diese einen Bug mit dem 1GB-Tarif nutzten. Wäre es also sowas ähnliches würde man es sagen. Man sagt natürlich nicht, dass die User den Tarif nicht wie geplant genutzt haben, bezahlen und bitte nicht nutzen, sondern haben bezahlt und genutzt, wie verwerflich. Das wird immer vergessen, die Leute haben das bezahlt, was der Anbieter verlangt hat.
Das Paradoxe ist, o2 hat im eigenen Hause schon einen Tarif, der klar sagt, wie es sich verhält, den Prepaid max mit 999 GB max. LTE und danach 50/32 Mbit. Könnte man genauso als Vertragstarif anbieten. Aber dann kann man ja nicht mit unlimited werben. Und das ist der Punkt, man verkaufte einen Tarif, der unlimited heißt, hat dazu den Tarif freudig mit Prio verkauft, die ganzen Leute kamen und einige nutzten ihn so wie er verkauft wurde und dann hat man festgestellt, mit 25 Euro/Monat wird es nichts.