Schaue dich doch mal um, es fehlen u.a. vor allem Handwerker, Verkäufer, Fahrer öffentl. Verkehrsmittel, usw. Und da braucht nicht jeder ein Abi dazu.
Nicht nur CEO, Ärzte, Anwälte, Richter, Angestellte im gehobenen öffentl. Dienst, Programmierer/Netzwerker, usw. Berufe, bei jenen Abi Voraussetzung ist, da anschließendes mehrjähriges Studium.
Und klar werden dabei auch finanzielle Aspekte eine Rolle spielen. Wenn ich ins Handwek gehe, fehlen mir durch Abi 2 oder 3 Jahre, wo ich ohne Abi schon Geld verdient hätte. Den Meister kann man nach paar Jahren Gesellenzeit machen. Man kann nicht gleich wenn man Geselle ist, Meister werden wollen. Da muss man erstmal paar Jahre "ackern", sich dabei Wissen und Fähigkeiten aneignen und dann Meister werden.
"Lehrjahre sind keine Herrenjahre". Sollte man nie vergessen. Wozu ich auch die Studienjahre zähle.
Das Problem mit den Handwerker, Verkäufer, Fahrer öffentl. Verkehrsmittel, usw. ist allerdings das die Bezahlung trotz des Fachkräftemangels weiterhin mau ist. Da ist selbst solange man 100% Vollzeit arbeiten kann die Bezahlung so mau das es zwar gerade existenzsichernd ist, aber man trotzdem nicht aus dem Prekariat raus kommt.
Aber spätestens wenn man aus familären Gründen oder wegen gesundheitlichen Einschränkungen nicht mehr 100% Vollzeit arbeiten kann, wird man dann schnell zum Aufstocker. Und gerade in körperlich anstrengenden Berufen ist das Risiko recht gross das man komplett berufsunfähig wird. Und dann steht man dumm da.
Meister ist auch ein relativ schwieriges Thema. Theoretisch möglich, aber wenn man nicht genug verdient um während der Meisterausbildung auf Teilzeit zu gehen aber auch nicht über Jahre so 150% belastbar ist um Vollzeitjob und Meisterausbildung durchzuziehen wird schwierig. Dann kommt noch oben drauf das der Arbeitsmarkt für angestellte Meister ziemlich klein ist, und wenn dann die Bezahlung auch nicht vel besser ist wie für erfahrene Fachkräfte. Und gerade im Handwerk wird die Selbstständigkeit wegen der benötigten Ausstattung oftmals nicht billig.
In den gehobenen (Fach)abitur-Ausbildungsberufen oder idealerweise (FH)-Bachelor hat man eher eine Chance das wenn man aus familären oder gesundheitlichen Gründen nur noch so 65-85% Teilzeit arbeite kann immer noch vernünftiges Einkommen zu erzielen, und das Risiko einer Berufsunfähigkeit ist auch wesentlich geringer. Auch eine Selbstständigkeit ist oftmals einfacher weil man in dann keinen Meistertitel braucht und oft auch nicht viel Geschäftsausstattung.
Und dann gibt es noch zig andere Dinge, wie körperlich und mental abzehrend der Job ist, und wieviel "Energie" man dann noch für den Feierabend, also z.B. auch Ehrenamt, Social Media, Nebenjobs wie Komparsenjobs, Hobbys wie Musik, etc.
Ich kenne viele die es sehr frustrierend finden 100% Vollzeit in einem normalen Job zu arbeiten egal wie gut die Bezahlung sein mag, weil es eben garkeinen Fame gibt.
Sondern Viele in meiner Generation würden es vorziehen nur so vielleicht 65-75% Teilzeit im Hauptjob zu arbeiten, und dann noch verschiedene Dinge wie z.B. Trainer für ein, zwei C/B-Jugend Teams, ein bisschen Social Media, gelegentliche Komparsenjobs, und etwas Musik mitlaufen zu lassen selbst wenn man finanziell dann auf eher weniger als mehr kommt als wie wenn man einfach 100% Vollzeit in seinem Hauptjob arbeiten würde. Aber es bringt eben ein bisschen Fame und es bleibt dann immer die Hoffnung auf mehr Fame.