Die Lebenserwartung hat bestenfalls indirekte Auswirkungen auf die Rentenbezugsdauer. Stirbt jemand mit 64 Jahren, ist die Bezugsdauer Null. Ebenso, wenn jemand mit 30 stirbt. Auf der Einnahmeseite hat früheres Ableben aber exorbitante Auswirkungen.
Eigentlich ist die Situation noch wesentlich komplexer.
Es gibt nämlich auch Leute die schon Anfang 50 so gravierende gesundheitliche Probleme bekommen das sie schon mit 54 als vollständig Erwerbsunfähig gelten und deshalb die Rente bekommen.
Manche davon versterben dann innerhalb weniger Jahre und haben nur ein paar Jährchen Rentenbezugsdauer, aber andere überleben dann durchaus noch 35 Jahre.
Und dann gibt es noch die Konstalltion mit der Grossen Witwenrente.
Oder glaubt wirklich ernsthaft jemand, dass Menschen, von der Statur einer Ricarda Lang, von denen man analog den USA nunmehr auch in D zunehmende Anzahlen sieht, gesund und munter 80 Jahre alt werden? Medizinischer Fortschritt? Jawoll! Zauberei? Never ever!
Auch das kann man nicht vorhersagen. Helmut Kohl war auch nicht schlanker und wurde doch beachtliche 87 Jahre. Und sein Vorgänger Helmut Schmidt war zwar schlank hat dafür aber geraucht wie ein Schlot (vielleicht hat gerade das geholfen schlank zu bleiben) was eigentlich auch nicht gesund ist und wurde sogar 96 Jahre. Hingegen wurde Guido Westerwelle nur 54 Jahre.
Das die RV am Ende ist, ist trotzdem seit > 25 Jahren absehbar. Eigentlich für den Westen schon vor der Wende. Biedenkopf mit Miegel als "seinem Wissenschaftler" propagierten bereits in den 1980ern das aufziehende Problem. BiKo wurde deshalb von Kohl kalt gestellt und kam erst als Sachsenkönig nach 1989 wieder auf die politische Bühne. Dinge, die Jahrzehnte in der Zukunft liegen, wollen die Leute nicht hören. Im Großen, wie im Kleinen. Deshalb sparen und bewegen sie sich zu wenig, und fressen als Ausgleich zu viel. Wie das endet? Keine Ahnung. Es wird nicht enden. Es wird weiter gewurstelt. Und wer als junger Mensch halbwegs klar im Kopf ist, erkennt das und geht.
Das Dilemma ist das eine Umlagefinanzierte Rentenversicherung eigentlich nur in geburtenstärkeren Gesellschaften funktioniert, was in Industrienationen schon lange nicht mehr der Fall ist. Eigentlich hätte man schon recht früh Mitte der Siebziger auf ein Kapitalgedecktes System umstellen müssen.
Aber Deutschland musste wegen der Deutschen Teilung bei der Umlagefinanzierten Rentenversicherung bleiben, denn nur in einem Umlagefinanzierten System kann man einfach neue Gebiete integrieren. Denn dann kommen eben nicht nur neue Bezieher sondern auch neue Beitrittszahler hinzu. Bei einem Kapitalgedecktem System wäre die Wiedervereinigung nahezu unmöglich gewesen.
Und dann in den Neunzigern konnte man nicht mehr wirklich umstellen, denn das Problem ist, das die Renten der bisherigen Rentner ja weiterbezahlt werden müssen. Also braucht es den Rentenbeitrag. Und der fehlt dann damit die Erwerbstätigen eigene Kapitalstöcke aufbauen können.
Und das ganze Riester- und Rürup-Dings hat die Situation auch nicht verbessert sondern eher verschärft. Denn vorallem Geringverdiener eigentlich eine zusätzliche Altersvorsorge bräuchten können sie sich nicht leisten. Hingegen nutzen die Besserverdiener die sie garnicht bräuchten als Steuersparmodell.