Und Inhalte wie Todesanzeigen erschaffen sich von selbst?
Soweit ich weis sind Todesanzeigen doch garnicht kostenlos sondern müssen von den Hinterbliebenen bzw. sonstigen Auftraggebern wie Vereine, Firma, etc. bezahlt werden.
Das war ein Grundfehler der meisten Unternehmen im Internet: Zuerst jahrelang kostenlose Dienste anbieten und die Leute daran gewöhnen und dann annehmen, dass plötzlich dafür bezahlt wird.
Nur dadurch das früher im Internet sovieles kostenlos hatte das Internet aber eine Chance zu dem zu werden was es jetzt ist.
Und oft war es ja auch so, das man z.B. bei Musik schon viel mehr oder weniger illegal heruntergeladen hat, weil es einem zu teuer war jeden Song oder jede Single-CD zu kaufen. Aber von seinen Liebelingsartists hat man sich dann doch das eine oder andere Album als echte CD gekauft und ist zu dem einen ander anderen Live-Auftritt oder Konzert gegangen. So hat man dann am Ende schon freiwillige etwas bezahlt.
Wieviele Leute hätten sich wohl einen Facebook Account gemacht wenn er 8,99€ im Monat kosten würde?
Wieveiel Leute hätten sich auf TikTok angemeldet wenn es ebenfalls 8,99€ im Monat kosten würde?
Wiviele Leute würden Wikipedia nutzen wenn die Nutzung entweder 2,99€ im Monat oder 14,99€ im Halbjahr kosten würde?
Wiviele Leute hätten sich hier auf TT angemeldet wenn es 2,99€ im Monat oder 14,99€ im Halbjahr kosten würde?
Wiviele Leute würden sich überhaupt Festnetzinternet und Mobilfunkinternet buchen wenn Alles von Wikipedia über Foren wie TT bis hin zu Facebook und TikTok nochmal extra Geld kosten würde?
Ich glaube dann wären wir wieder genau da wo wir schon bei WAP 1.2.1 und UMTS waren, nämlich das die Leute es prinzipiell schon gerne nutzen würden, aber nicht bereit sind die geforderten Wucherpreise dafür zu bezahlen, sondern lieber ganz drauf verzichten.
Mails sind keine echte Kommunikation? Das muss ich dringend meinem Arbeitgeber und meiner Familie mitteilen. Auch Onlineshops ohne Mailadresse? Wie bekommst du deine Bestellbestätigungen?
Zumindest bei Kleinbestellungen will ich die Bestellbestätigung eigentlich garnicht haben, so gesehen sind viele Bestellbestätigunen für mich keine erwünschte Kommunikation sondern schon eher sowas wie Spam. Nennen wir es Semi-Spam.
Ich beobachte seit Corona eher, dass sich endlich hier in Schland diesbezüglich etwas tut. Man kann viel, viel mehr online erledigen, als vor 2020. Plötzlich gehen z.B. bei unserer Stadtverwaltung Dinge online bzw. per E-Mail, da hätte ich vorher persönlich hindackeln, eine Wartemarke ziehen und mich dann mindestens 30 Minuten auf den Flur setzen müssen. Nur, um ein Formular abzuholen oder abzugeben.
Schulungen? Bei meinem Arbeitgeber, falls sinnvoll möglich, mittlerweile als Videokonferenz. Insbesondere die wiederkehrende Arbeitssicherheitsunterweisung bietet sich da an. Kennt ohnehin jeder, ist nur Auffrischung und ich brauche dafür nicht extra 20km irgendwohin zu fahren, sondern sitze gemütlich am Laptop.
Ich glaube eher, dass wir da noch viel mehr Entwicklung sehen werden und auch brauchen.
Die Digitalisierung von Behördendiensten ist zwar schon ein Vorteil, aber zumindest für Privatpersonen und Kleinunternehmen seher ein sehr, sehr kleiner Vorteil. Für grössere Unternehmen ist es natürlich schon ein ziemlich grosser Vorteil.
Als Privatperson meldet man vielleicht so alle fünf Jahre ein Kraftfahrzeug ab und an. Da kann man ruhig auch in die Zulassungsstelle gehen. Denn wenn man es noch nie gemacht bekommt man es online auch nicht viel schneller hin. Und bis in fünf Jahren hat man es eh schon wieder vergessen und bis dahin wurden wahrscheinlich die Seiten komplett umgebaut. Ganz anderes natürlich für grössere Unternehmen wo fast jeden Monat Fahrzeuge an- und abgemeldet werden müssen. Da sind Onlinezulassungen natürlich eine grosse Erleichterung. Ich sag ja eben Businessding.
Und was Schulungen betrifft empfinde ich es eher als Bereicherung da auch mal andere Leute als die normalen Kollegen zu treffen, in den Pausen ein kleines Snackbuffet zu haben, und ein bisschen Smalltalk machen zu können. Eine Onlineschulung ist zwar schon irgendwie bequemer, aber ist eben eine reine Reduzierung auf den fachlichen Inhalt und macht den Alltag eher öder als ihn zu bereichern.