Die Landbevölkerung (zu der ich mich zähle) würde beim derzeitigen Angebot aber wahrscheinlich auch nicht auf ein 9€ Ticket wechseln, weil es im Auto viel flexibler und bequemer ist.
Ein 9€ Ticket egal ob es nun wie bei der Sommeraktion ein Monatsticket ist, oder ob es nur ein Tagesticket wäre, würde sich aber bereits ab der ersten Fahrt lohnen und wäre somit immer ein Gewinn.
Und es gibt durchaus Strecken wo die Bahn genauso gut ist wie das Auto, und sogar Vorteile bietet, z.B. wenn man Alkohol trinken möchte, oder das man nebenbei am Smartphone online sein kann.
Die Landbevölkerung wird doch schon durch Straßen bis in jede Ecke subventioniert und zahlt ja auch deutlich weniger für Wohnraum. Alles hat seine Vor- und Nachteile.
Eine Strasse kostet ja nicht viel, und beim Zustand wie z.B. Schlaglochbeseitigung und Winterdienst geizt man vielerorts auch ziehmlich. Die Strassen in den Dörfern und Kleinstädten sind kein Luxus.
Und sonst sieht es auch mit der infrastruktur schlecht aus, bei stationären und Mobilen Breitbandausbau war die Landbevölkerung auch lange Zeit ausgeschlossen als die Grosstädter schon Orange Is The New Black, House of Cards, The Man in the High Castle kannte die Landbevölkerung nur vom Hörensagen, denn via GSM/EGE und DSL mit irgendwas zwischen 384IP und bestenfalls 3000IP war Streaming völlig undenkbar.
Und es gibt noch unzählige ander Dinge, wie z.B. Kinderbetreuung oder Zugang zu Hochschulbildung.
Zwar gibt es auch au dem Land und in den Kleinstädten mittlerweile Kitas, aber bei Öffnungszeiten von 8-13 Uhr ist es unmöglich nebenbei erwerbstätig zu sein. Denn wenn man sein Kind erst um 8:10 Uhr abgeben und dann um spätestens 12:50 Uhr wieder abholen muss, dann aber jeweils ca. 40 Minuten Autofahrt hätte, könnte man bestenfalls drei Stunden von 9-12 Uhr arbeiten. Aber wenn man dann Kitakosten + Fahrtkosten in Relation zu dem setzt was man mit so einen 9-12 Uhr Job verdienen Kann wäre das eine Draufzahlsache.
Und wenn die Kindern mal gross sind und Abi haben müssen sie zwangsläufig ausziehen und eine teure Wohnung finden weil das tägliche pendeln zur Hochschule unzumutbar wäre. Bei Grossstadtbewohnern können die Kinder durchaus in den ersten Semestern noch zuhause wohnen bleiben und mit Semesterticket und ÖPNV zur Hochschule pendeln, bis sie weiter im Studium sind und eine Hiwi-Stelle oder einen halbwegs solide bezahlten Studentenjob haben.