Der Staat wollte den vierten Player nicht des vierten Players willen, oder für die Kunden, sondern um Konkurrenz bei den Frequenzvergaben mit entsprechend höheren Erlösen. Hätten man ernsthaft einen vierten Netzbetreiber gewollt, der nicht die nächsten 10 Jahre auf dem Niveau von 1992 rumkrebst, hätte man mehr Unterstützung gewährt. Frankreich hat es mit Free gezeigt wie es geht.
Man kann dem deutschen Staat ja vorwerfen das er vorallem die Frequenzauktionen 2000 und 2010 durch zu niedrige Ausbauanforderungen verbockt hat, aber 2019 kann man ihm relativ wenig vorwerfen.
Das Problem war das es kein guter Zeitpunkt für einen Neueinstig war, weil keine attraktiven Basisfrequenzen zur Auktion standen, und ausserdem ohnehin der Kuchen längst verteilt war. Es war eher eine Dummheit von 1&1 sich darauf einzulassen.
Der letzmögliche Einstieg wäre die Frequenzauktion 2015 gewesen, da hätte sich ein Neueinsteiger zum Beispiel 1 Block 700 MHz (B28), 3 Blöcke 1500 MHz (B32) und 1 Block 1800 MHz (B3) holen können. Damit hätte man ein vernünftiges Basisnetz schaffen können.
Warum sollte man die Providerverträge abgeben?
Wenn man das Lizenzhaltende Unternehmen verkauft, dazu sich eben einen entsprechenden langfristigen Vertrag sichert, bzw den alten mit Telefonica fortführt, besteht keine Notwendigkeit die Leute los zu werden. Wenn man keine Lizenz mehr hat, ist die Anordnung der BNetzA hinfällig, bzw. man bezieht sie mit ein, so dass die Entscheidung wieder geändert werden kann.
Die Drillischkunden sind aber das Einzige was 1&1 für einen poteniellen Käufer überhaupt intressant wäre.
Die vielleicht bestenfalls 500 Basisstationen, die n78 Frequenzen und die paar Kunden die einen 1&1 Mobilfunkvertrag haben sind doch nicht der Rede wert.