Beiträge von xrw

    Mit »Backbone« bezeichnest du also die reine IP-Verbindung ohne spezifische Funktionalität? Und die Anmeldung gehört doch ins Kernnetz, soweit ich es bisher verstanden hab, und sollte demnach normalerweise bei 1&1 passieren und nicht bei Vodafone.


    Ich bin inzwischen auch relativ überzeugt, dass die Zellen mehr wissen, als du glaubst, weil sonst sowas wie in Österreich in der Tat kaum möglich wär. Übrigens scheint es dort auch üblich zu sein, bestimmte Tarife nicht nur von Technologien auszuschließen, sondern auch von der Nutzung einzelner Bänder.


    Ganz allgemein scheint man heute stark zwischen Infrastruktur und Funktion unterscheiden zu müssen; die haben keine so eindeutige Zuordnung mehr. Im Fall von MOCN scheinen Kernnetzfunktionen an der Zelle gebündelt zu werden. Und da kommt es mir erstmal unplausibel vor, dass das etwa mit Spusu funktionieren kann, wenn die Zelle nichts von Spusu weiß. Bei 1&1 käme es halt drauf an, ob es da wie bei Spusu läuft oder doch eher wie bei richtigem Roaming mit Vodafone als Mittler.


    PS: Konkretere Frage zum Charakter des National Roamings: Funktioniert National Roaming, wenn im Endgerät Roaming deaktiviert ist? Gemini behauptet ja (was ich auch vermuten würd), womit man an sich ausschließen könnte, dass es technisch gesehn Roaming ist (aber die Sicht des Endgeräts ist natürlich nur ein Teilaspekt).

    Ja, aber im österreichischen Äquivalent zum Produktinformationsblatt müssen halt auch die Informationen zu Verkehrsmanagementmaßnahmen drin sein (die im Prinzip auch schon in der Netzneutralitätsverordnung vorgesehn sind). Die Motivation der BNetzA ist mit schon klar, aber sinnvoll ist das im Ergebnis so nicht, und ganz allgemein zweifle ich zunehmend an der Kompetenz der BNetzA.

    Ich bezweifle allerdings, dass National Roaming in dem Sinn Roaming ist. Wobei 1&1 wohl vor dem eigenen Netz kein richtiges Kernnetz besessen hat, womit es nicht völlig unplausibel wär. Aber hieße, dass 1&1 insofern abhängiger von Vodafone ist als Spusu, was ich mir nur schwer vorstellen kann.

    Aber der Datenstrom geht doch normalerweise gerade nicht an Vodafone, sondern ins 1&1-Kernnetz wie bei einem Full-MVNO. Zumindest bin ich davon bisher ausgegangen, und insofern ist das für mich auch nicht so klar.

    Soweit ich seh, ist aber alles, was da eventuell in Betracht käme, reines EU-Recht, das in Österreich genauso gilt. Bezüglich Transparenz gibts halt in Deutschland die TK-Transparenzverordnung der BNetzA, wo im Wesentlichen bloß diese sehr mäßig nützlichen PIBs gefordert werden (und wo sinnvollere Informationen wie in Österreich sogar ausdrücklich verboten sind). Im Mobilfunk ist ausschließlich eine Angabe der »geschätzten maximalen Datenübertragungsrate« erlaubt (und gegebenenfalls eine Drosselung, aber nur wenn sie volumenbedingt ist). Selbst wenn sie wollten, dürften sie in Deutschland eine Priorisierung im Überlastfall nicht reinschreiben.

    Weil ich im österreichischen Forum andauernd von der Priorisierung les, hab ich da jetzt doch nochmal nachgeforscht. Dass es technisch nicht möglich ist, scheint zumindest falsch zu sein, weil es in Österreich offensichtlich praktiziert wird und das weitgehend die selbe Technik ist. Der Hauptunterschied ist wohl, dass es in Österreich ziemlich weitgehende Veröffentlichungspflichten dafür gibt, während es in Deutschland als Betriebsgeheimnis betrachtet wird.


    Das ist z.B. die Seite der Telekom in Österreich dazu: https://www.magenta.at/internet/bandbreitenoptimierung


    Bei 4G-Zugangsnetz (also wohl inklusiv 5G NSA) gibts 11 Verwendungsgruppen, wo die unterste im Überlastfall noch 5% der Bandbreite der höchsten kriegt, und zwar unabhängig von den regulären Bandbreiten, auf die es aber jeweils gedeckelt ist (das ist damit eine nicht ganz triviale Optimierungsrechnung).


    Bei 5G ist es dagegen abhängig von den regulären Bandbreiten, wobei Tarife zur stationären Verwendung erstmal 80% Abschlag kriegen. Manche Tarife kriegen dann noch 20, 60, 80 oder 90 Prozent Abschlag. Ansonsten ist es proportional zu den so reduzierten Bandbreiten (vermutlich auch wieder gedeckelt, falls weniger als die nominellen Abschläge nötig ist).


    Beispiel für die Angaben bei einem konkreten Tarif (100 Mbit/s, ansonsten alles in den höchsten Klassen): https://www.rtr.at/files/stagi…025A956_RAGB_414_2026.pdf


    Die ganzen Dokumente gibts hinterlegt bei der RTR (Äquivalent zur BNetzA): https://www.rtr.at/TKP/service…_vertragsbedingungen.html


    Hutchison hat offenbar generell 4 Leistungsprofile, wobei A die 10fache Priorität von D hat und die Nutzungsklasse stationär nochmal halbiert wird.


    Gemini weiß übrigens auch Prioritäten für Deutschland nach Marke, wonach z.B. Vodafone > Otelo > Lidl Connect. Ich glaub da zwar kein Wort, aber dass es Priorisierungen für den Überlastfall gibt, halt ich auch in Deutschland und insbesondere bei Vodafone für wahrscheinlich.

    Sie trennen das offenbar nicht so direkt (in dem Zitat steht ja beides drin), und es ist auch nicht klar, was da eventuell auch an Technik dabei ist. In der Regel läuft das ja auch nicht direkt, sondern zumindest am Anfang meistens über Vantage. Und konzernintern gibts auch noch die 1&1 Towers. Sie sprechen aber auch bei ihren Büros von Leasing, und könnte auch sein, dass da Mobiliar u.Ä. Teil des Vertrags ist (ist den Ausführungen nicht genauer zu entnehmen). Jedenfalls finanzieren sie nicht alles selber.