Naja, NoTeen, mein "Argument" war eigentlich eher ein Erklärungsversuch mit Hilfe unserer Geschichte.
Deine Haltung zum Thema Qualität teile ich. Und die These, dass die Lebensmittel im Schnitt schlechter werden eigentlich auch.
Ich glaube aber nicht, dass die Lebensmittel von guter Qualität vom Markt verschwinden. Der Trend, den ich sehe, läuft darauf hinaus, dass die "gesunde Mitte" weg fällt, also die vereinfacht gesagt guten Lebensmittel zu einem akzeptablen Preis. Was übrig bleibt sind Billiglebensmittel und "Luxusprodukte", die man sich nicht immer leisten kann.
Wichtig finde ich noch, nicht zu vergessen, dass viele Lebensmittel zu stark unterschiedlichen Preisen in der EU verkauft werden. Am besten kenn' ich mich da mit Schokolade aus, die in Deutschland vor der Einführung des Euro oft zum Kampfpreis von 99 Pfennigen verkauft wurde. Ein Schwellenpreis, mit dem die Industrie nie zufrieden war. Heute kosten die zwei großen Marken bis zu 69 Cent.
Darauf wollte ich aber eigentlich gar nicht 'raus. Es geht mir nur darum, dass die Schokolade derselben Marke in der EU zu sehr verschiedenen Preisen gehandelt wird. Eine Tafel Milka bleibt eine Tafel Milka, auch wenn sie 20 Cent mehr kostet. Man könnte höchstens noch argumentieren, dass die höheren Preise im Ausland unsere - ich bring's fast nicht fertig das zu schreiben - "günstige" Schokolade quersubventionieren was dann wieder eine höhere Qualität erlaubt.
Ohne die Kalkulation der Hersteller zu kennen ist es anscheinend wirklich schwierig, sinnvolle Aussagen über die Legitimität höherer Preise zu treffen.
Mein Vertrauen in den Markt hält sich aber in Grenzen, wenn ich mir ansehe, bei wie vielen Produkten Nestlé und Unilever die Finger im Spiel haben.
Ich denke der Schlüssel zu besserer Qualität, mehr Transparenz und faireren Handelsbeziehungen zwischen Hersteller und Verbraucher liegt in einer Re-Regionalisierung großer Teile der Lebensmittelversorgung.
Das wäre auch noch besser für die Umwelt und brächte idealerweise wieder eine stärkere Bindung zum Produkt, also ein größeres Interesse dafür, was man eigentlich isst, mit sich.