Beiträge von <registered>

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    Original geschrieben von RobertBaranovski
    "Verwöhnt" wird ein Kind erst, wenn man bei jeden "Papa ich will das!" nachgibt.


    Nein, dann wird das Kind verzogen. Verwöhnt ist das falsche Wort.


    Kann mir übrigens hier jemand sagen, ob ich das Klopapier knüllen oder falten soll? Gibt es denn dazu keine Tabelle im Netz? :eek: :D

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    Original geschrieben von ChickenHawk
    Wenn man nun nicht gerade chronisch krank ist, hat man als AN also mit einer "normalen" Krankheitshäufigkeit keine Sorgen seinen Arbeitsplatz zu verlieren.


    Oben schreibst du noch, wer wirklich krank sei, brauche sich keine Sorgen zu machen. Das mit der normalen Krankheitshäufigkeit kann man auch nicht verallgemeinern. Es gibt zunehmend Menschen, die so unentbehrlich in ihren Unternehmen sind oder deren Arbeitsverhältnis auf so wackligen Beinen steht, dass sie trotz Krankheit zur Arbeit gehen. Und dabei bleibe ich.


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    Wenn jemand so oft krank ist, dass es seinen Job gefährdet, dann hat derjenige ein generelles Problem und sollte sich und seine Lebensumstände mal genauer durchleuchten.


    Krankheit hat nicht zwingend etwas mit Schuld zu tun.
    Und wie schon gesagt, es gibt Arbeitnehmer, die "dürfen" eigentlich überhaupt nicht krank sein.



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    Arbeit kann sicherlich auch krank machen, allein der AG ist sicherlich nicht der alleinige Auslöser dafür.


    Aber die Behauptung aufzustellen, Arbeit würde die Menschen krank machen (...)


    Das hat niemand so geschrieben. Ich zumindest nicht.


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    (...) bzw. vermeintlich kranke AN gehen arbeiten um ihren Job nicht zu verlieren um daraus wieder abzuleiten, der Staat vernachlässige seine Pflicht gegenüber dem Bürger ihm die körperliche Unversehrtheit zu garantieren weshalb ein staatlicher Eingriff hier dringend nötig wäre, sorry aber dieses Konstrukt kann man so nicht gelten lassen. Nicht mehr oder weniger habe ich mit meinen Postings ausdrücken wollen.


    Und wer schützt die Arbeitnehmer dann vor der Angst, die sie zur Selbstausbeutung treibt?


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    Und sicher ist nicht alles schwarz oder weiß, aber der pauschale Ruf nach mehr staatlicher Regulierung ist an dieser Stelle genauso eindimensional wie die Behauptung das sei dann gleich Kommunismus.


    Zuviel Staat tut nicht immer gut...


    Das ist interessanterweise der wahrscheinliche einzige Punkt, wo sich Hobbes mit den liberalen Denkern einig ist. Sein Staat hat nur das Garantieren von Sicherheit als Aufgabe. Nach heutigen Maßstäben wäre das also ein "schlanker Staat" bei Hobbes. Auf der anderen Seite ist er natürlich absolutistisch...


    Noch zur Regulierung:
    Ich finde den pauschalen Ruf nach "mehr" oder "weniger" Staat auch blödsinnig. Es gibt Bereiche und Fälle, da ist es sinnvoll, wenn der Staat stark reguliert und es gibt Bereiche, da sollte er sich besser weit zurückziehen.


    "Starker" Staat vs. "Schwacher Staat" das sind doch beides nur noch leere Kampfparolen.

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    Original geschrieben von ChickenHawk
    Du willst das der Staat in marktwirtschaftliche Vorgänge eingreift, das geht nun mal nur wenn man Kommunismus praktiziert, denn dort ist per Definition das Privateigentum an Produktionsmitteln aufgehoben, ob Dir diese Keule nun gefällt oder ob Du das verstehst oder nicht...


    Völlig freie Marktwirtschaft ist nicht weniger eine Ideologie als der Kommunismus. Gerade in unserer Sozialen Marktwirtschaft haben wir den Wettbewerb durch staatliche Maßnahmen gezähmt, so dass die Marktmechanismen zum Wohl der Bürger arbeiten. Du denkst da etwas zu "binär".


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    Und was hat körperliche Unversehrtheit damit zu tun, dass kranke AN trotzdem zur Arbeit gehen? Nüscht, Deine Argumentation würde nur passen, wenn die ausgeübte Arbeit krank machen würde (und dafür gibt es ja entsprechende Schutzgesetze). Das jemand aus Angst seinen Job zu verlieren trotzdem zur Arbeit geht mag evtl. nicht schön sein, hat aber nichts damit zu tun das der Staat nicht auf dessen Unversehrtheit achtet. Nicht umsonst darf man gar nicht arbeiten, wenn man nen gelben Schein hat.


    Hä? Du meinst also, solange man auf dem Papier seine Rechte hat, reicht das aus, auch wenn man in der Praxis gezwungen ist, sie nicht einzufordern?


    Auf den Rest habe ich in meinem letzten Beitrag geantwortet.

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    Original geschrieben von ChickenHawk


    Da bleibt also niemand "auf der Strecke" oder wird von Wölfen zerfleischt.


    Wenn du davon ausgehst, dass es so etwas wie ein soziokulturelles Minimum, welches über Hartz4 liegt nicht gibt, dann nicht, nein.


    Viele Betroffene würden ihre Existenz aber wohl als zerstört ansehen. Und das liegt weniger an den eigenen hohen Ansprüchen, sondern daran, dass das Leben in einer modernen westlichen Gesellschaft mehr als das nackte Überleben bedeutet.
    Leben heißt heute irgendwo auch Teilhaben. Und das geht mit HArtz4 nicht. Hobbes hätte die Sozialbürokratie natürlich auch im Ganzen abgelehnt.


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    Wie sollte der Staat in ein solches Verhältnis eingreifen, außer wenn alles in staatlicher Hand ist? Schließlich sind Eigentum etc. für alle (also auch Unternehmer) per GG geschützt.


    Gar nicht. Aber er könnte ein Bürgergeld einführen und die Unternehmen wieder stärker in die Pflicht nehmen.


    Im Übrigen: Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen (Art. 14 Abs. 2 GG).

    Hu, Kommunismus.


    Ist alles, was du nicht sofort verstehst, Kommunismus?


    Da würde der gute Hobbes aber laut lachen, wenn er gewusst hätte, was das ist.
    Ich denke, du interpretierst da etwas zu viel in meinen Beitrag hinein.


    Die von dir angeführten Leistungen des deutschen Staates habe ich mit keiner Zeile in Abrede gestellt.


    Sicher geht es Hobbes in erster Linie um die körperliche Unversehrtheit. Trotzdem kennt er auch kulturelle Errungenschaften, die erst in einem Staat entstehen können.
    Wie aber ist es um die Entwicklung der Kultur bestellt, wenn die Arbeitslosigkeit hoch ist und immer weniger Bürger am kulturellen Leben teilhaben können?


    Wie steht es um die körperliche Unversehrtheit, wenn sich jedes Jahr mehr Arbeitnehmer krank in die Arbeit schleppen?


    Bedeutet Sicherheit vor einander nicht auch, dass man sich nicht durch Lohndumping gegenseitig der Existenzgrundlage entzieht?


    Ich hasse die Kommunismuskeule, sorry.

    Ich fand den Ausflug in die VWL sehr interessant.


    Noch eine kurze Anmerkung zu HoldaTs


    "homo homini lupus"


    und dem damit gerne verbundenen negativen Menschenbild - das passt hier nämlich noch ganz gut. Der Ausspruch ist ursprünglich von Thomas Hobbes, einem politischen Philosophen des 16. Jahrhunderts.


    Hobbes' Anthropologie ist aber nicht so negativ, wie die Analogie Mensch-Wolf vermuten lässt. Hobbes legitimiert in seiner Theorie das Gewaltmonopol und die Souveränität des Staates gerade durch einen fiktiven Zustand ohne Staat, den Naturzustand.


    In diesem Naturzustand sind alle Menschen gleich, insofern, dass selbst der Schwächste durch Zusammenschluss mit anderen oder wenn der Starke schläft, diesen töten kann. Dort ist der Mensch dem Menschen ein Wolf.


    Die Menschen einigen sich darum in einem fiktiven Vertrag (Vertragstheorie) darauf, ihre Souveränität auf einen absolutistischen Herrscher zu übertragen, der als einziger im Naturzustand verbleibt, aber die Auflage hat, den Menschen Sicherheit vor einander und vor externen Gefahren zu garantieren. Dieser Herrscher ist dann der neue und einzige Souverän ("Leviathan" bei Hobbes).


    Der Vertrag kann aber laut Hobbes nur solange bestehen, wie der Herrscher (der Staat) die Sicherheit garantieren kann.


    Und damit kommen wir wieder zurück zum modernen Verhältnis zwischen Bürger und Staat:
    Wenn der Staat seine Legitimation, wie Hobbes sagt, hauptsächlich daraus zieht, dass er seinen Bürgern Sicherheit (auch vor einander) garantiert, dann kann man ruhig fragen, ob eine vom Staat geduldete wirtschaftliche Rahmenordnung, bei der so viele auf der Strecke bleiben diese hobbes'sche Minimalforderung an staatliche Gewalt überhaupt noch erfüllt.


    Ich hoffe Euch nicht gelangweilt zu haben.