HoldaT
Mir gefällt deine an den (traurigen) Realitäten orientierte Einstellung. Sicher ist es besser, das Beste aus der Situation zu machen, als zu resignieren.
Trotzdem finde ich es wichtig, nicht kampflos das Feld zu räumen und zu versuchen, die Regeln für das Wirtschaften in Deutschland fair mitzugestalten.
Ich bin davon überzeugt, dass langfristig gesehen trotz aller vermeintlichen Zwänge doch die Bürger eines Landes über die genaue Ausgestaltung der marktwirtschaftlichen Verfassung entscheiden. Die Alternative zu einer als einigermaßen gerecht empfundenen Gesellschaftsordnung ist ein Anstieg der Kriminalität bis hin zum Bürgerkrieg. Und den will doch auch keiner, weil dann viele der jetzt in Deutschland ansässigen Unternehmen überhaupt nicht mehr richtig wirtschaften könnten.
Noch zwei Anmerkungen zu Flexibilität und Mobilität:
Die meisten Bürger können den Wettbewerb gegen das hypermobile Kapital nur verlieren. Die Situation hat sich so schnell geändert, dass viele durch Haus, Kinder oder andere Verpflichtungen stark gebunden sind. Derartige Bindungen lassen sich nicht von heute auf morgen auflösen.
Dasselbe Problem sehe ich bei den Aktien. Natürlich ist es logisch, sich am Aktienmarkt zu beteiligen, um mitzuprofitieren. In Deutschland ist die Aktionärskultur aber völlig unterentwickelt, nur ein geringer Prozentsatz aller Deutschen hat überhaupt welche. Der Börsencrash und der dadurch verursachte Vertrauensverlust in diese Anlageform (Ha! Endlich sind wir wieder bei der Telekom) werden wohl nie überwunden werden.
Dazu kommt noch, dass doch eine Steuerreform ansteht, die zu einer höheren Besteuerung von Aktiengewinnen führt. Schließlich ist noch fraglich, ob man überhaupt "Hartz-4-sicher- in Aktien investieren kann.