Beiträge von <registered>

    Um das Argument noch von einer anderen Seite her aufzuziehen:


    Die Erfüllung homosexueller Kinderwünsche wäre letzten Endes Ausdruck eines egalitaristischen Gesellschaftsbildes, das auch gefühlte biologische "Nachteile", die ich einfach Besonderheiten nennen würde, konsequent auszugleichen versucht.


    Beim Marathonlauf gibt es doch auch keinen Zeitbonus für kürzere Beine.



    Gleichheit an Grundrechten, Gleichheit vor dem Gesetz, das sind die Orte, an denen (Verteilungs-) Gerechtigkeit gut aufgehoben ist.


    Aber wenn jeder immer dasselbe bekommt ist das doch - gerade bei naturgegebenen Dingen - eine Perversion der iustitia distrubutiva.


    Ich befürchte, dass das etwas hart klingt.
    Darum zur Entschärfung: sollte auf demokratischem Weg entschieden werden, dass solche Kinderwünsche zu erfüllen und zu unterstützen sind, würde ich das natürlich akzeptieren, wenn auch schmollend. ;)

    Das mit der "Vorstufe" übergehst Du einfach?


    Ich will hier nur mal gerade rücken, dass ich mit meiner Ansicht, es könne keine echte Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern geben, keine ungewöhnliche oder schlecht begründbare Position vertrete.


    Und zum Thema Scheidung:
    Hier übergehst Du, welch weit reichende juristische (und wirtschaftliche) Folgen eine Scheidung hat.
    Eine Relativierung ist im Übrigen auch kein wirklich gutes Argument.



    Die Verteidigung der gemischtgeschlechtlichen Ehe wurzelt keinesfalls zwingend nur in religiösen Überzeugungen [gell DUSA] ;). Aus staatlicher Sicht ist sie eine vernünftige Institution, die sowohl dem Staat, als auch den Eheleuten nützt.


    Genauso, wie es auch vernünftig ist, gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften einen guten rechtlichen Rahmen zu geben.


    Das schließt sich ja nicht aus. Muss und darf aber dann nicht "Ehe" heißen.

    Zitat

    Original geschrieben von StevenWort
    Also ich meine doch im Grundgesetz mal gelesen zu haben das:


    1. Alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind (egal welcher Nationalität, Religion, o.ä. angehören)


    2. Das in Bezug auf die Ehe nur die Ehe selbst unter staatlichem Schutz steht.
    Aber darum geht es ja. Die Ehe als solches ist niemals nur mit Mann und Frau gemeint, zumindest wenn man sich das ganze mal ernsthaft überlegt.


    Artikel 6
    [Ehe und Familie; nichteheliche Kinder]
    (1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.
    (2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.


    Ehe und Familie werden hier in einem Atemzug genannt.
    Und das ist anscheinend kein Zufall:
    "Der sachliche Schutzbereich des Art. 6 Abs. 1 GG ist nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts die "auf Dauer angelegte, in der rechtlich vorgesehenen Form geschlossene, grundsätzlich unauflösliche Lebensgemeinschaft von Mann und Frau." Lediglich die monogame Beziehung verschiedengeschlechtlicher Paare fällt demnach in den Schutzbereich des Art. 6 GG, was aus der Funktion als Vorstufe der Familie folgt."
    http://de.wikipedia.org/wiki/Schutz_von_Ehe_und_Familie


    Weiter heißt es dort:
    Die manchmal als „Homo-Ehe“ bezeichnete, nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz begründete Lebenspartnerschaft ist keine Ehe im Sinne des Artikel 6 Absatz 1 GG. Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Grundsatzurteil vom 17. Juli 2002 entschieden, dass das Lebenspartnerschaftsgesetz nicht gegen den grundgesetzlich bestimmten Schutz von Ehe und Familie verstößt[1]. Das Gericht hat in seinem Urteil zum Lebenspartnerschaftsgesetz ausdrücklich festgestellt: "Der besondere Schutz der Ehe in Art.6 Abs.1 GG hindert den Gesetzgeber nicht, für die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft Rechte und Pflichten vorzusehen, die denen der Ehe gleich oder nahe kommen"

    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Was du unter Marktwirtschaft verstehst, ist keine, sondern Sozialismus. Alle müssen gleich arm sein, dann ist es gut. Sozialismus ist eine Neidgesellschaft. In der Marktwirtschaft gelten andere Gesetze.


    Prost! :D


    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Dann nenn mir mal ein besser funktionierendes System als die Marktwirtschaft? Da fällt auch keiner total durch den Rost, wir haben eine "Soziale Marktwirtschaft" und nicht Manchester-Kapitalismus.


    Und dazu reicht das Etikett?

    bernbayer
    Das mag ja sein.
    Trotzdem ist die Meinungsvielfalt unter den deutschen Ökonomen und Volkswirtschaftlern weit größer, als es die Medienhoheit des IFO-Instituts nahe legt.


    Darüber hinaus:
    Spätestens seit dem Ende der Ära Adam Smith, der auch noch Moralphilosoph war, versteht sich die Ökonomie als Wissenschaft, für die ethische Erwägungen keine Rolle spielen.


    Das bedeutet aber auch, dass man bestenfalls Aussagen darüber machen kann, was effizient ist. Nicht aber darüber, was die Mehrheit für gerecht hält, wie die Leute leben wollen und so weiter.
    Problematisch ist dabei, dass oft theorielastig und wenig empirisch geforscht wurde; die modellhafte Unterstellung eines Menschen ohne moralische Präferenzen vereinfachte zwar die Theoriebildung, bedeutete aber auf der anderen Seite eine Blindheit gegenüber wichtigen Aspekten des Alltags.

    Ich möchte Abakus wenigstens insofern zur Seite springen, als ich den klassischen Ehebegriff auch beibehalten will.
    Damit meine ich die Ehe zwischen Mann und Frau in dem Willen, auch mal Kinder zu bekommen.


    Eine Ausweitung des Begriffs auf gleichgeschlechtliche Paare entwertet in meinen Augen die gemischt geschlechtliche Ehe ein Stück weit.


    Unter manchen Homosexuellen scheint eine gewisse "want-it-all"-Mentalität vorzuherrschen. Bei "Life of Brian" hieß es an einschlägiger Stelle: "Aber du hast keine Mumu. Eine Gebärmutter hast du auch nicht."


    Versteht Ihr, was ich meine?


    Ich fände es blöd, den Ehebegriff bis zur Unkenntlichkeit zu verbiegen, nur damit 10% der Bevölkerung sich noch akzeptierter fühlen, wobei die übrigen 90% einen Verlust an Identität und Selbstgewissheit verbuchen müssen.


    Akzeptanz und Toleranz sollte man nicht bis zur Selbstaufgabe treiben.
    Wer weiß, wofür das Wort "Ehe" steht und wie es entstanden ist, kann eine Ausweitung des Begriffs nur absurd finden.


    Und nb., davon abgesehen bin ich für die Gleichstellung gleich geschlechtlicher und gemischt geschlechtlicher Lebenspartnerschaften. Aber bitte unter einem anderen Namen.

    Übrigens:


    Wenn man die Mindestlohndebatte schon im Kontext der Globalisierung diskutiert, sollte man sich auch vergegenwärtigen, dass der ständige Verweis auf das niedrigere Lohnniveau im Ausland zum Zwecke der Lohndrückerei (und das auch bei Stellen, die gar nicht ausgelagert werden können!) mit der Zeit einen neuen wirtschaftlichen Isolationismus und Protektionismus politisch salonfähig machen könnte.


    Und das würde mehr schaden als Mindestlöhne.

    ilbasco


    Es gibt tatsächlich viele Arbeitnehmer, die zu stolz sind, ergänzend Alg II zu beantragen, obwohl sie bezugsberechtigt wären.


    Zur "ökonomischen Sicht" sei noch angemerkt, dass die gängigen marktwirtschaftlichen Großtheorien für sich beanspruchen, gerade auch Nutzen maximierendes Verhalten so kanalisieren zu können, dass vereinfacht gesagt am Ende alle davon profitieren.


    Wenn es aber gar keine Grenzen nach unten gibt, muss man allen Unternehmern unterstellen, aus ethischen Erwägungen heraus einen auskömmlichen Lohn zu bezahlen. Da versagt dann die Theorie und es muss wenn man es zuspitzt der - gerade bei Wirtschaftsliberalen verhasste - neue Mensch (also ein freiwillig mehr als nötig zahlender Unternehmer) unterstellt werden, damit das Wirtschafts- und Gesellschaftssystem nicht leidet.


    Ich will ja nicht sagen, dass ein flächendeckender Mindestlohn unbedingt die beste Lösung ist. Aber so wie es sich momentan entwickelt kann es auch nicht bleiben.