So gerne auch mancher betonen mag, dass die Kinder nicht die Altersvorsorge darstellen: Nüchtern gesehen sind sie es.
Und ohne unsere Kinder, sprich ohne Nachfrager, werden auch die privaten Rentenversicherungen/Fonds nicht sonderlich gut laufen.
Wer etwas anderes behauptet, versteckt sich doch nur vor der Realität. Das soll nicht heissen, dass das der Grund für Kinder sein muss. Man sollte Kinder in allererster Linie bekommen weil man es will.
Das ein Kind immer irgendwo zu Einschränkungen führt, sollte jedem klar sein. Ebenso sollte auch jeder überlegen, ob das, was das Kind den Eltern geben kann nicht das überwiegt, worauf sie verzichten müssen. Sind Erfolg und materieller Reichtum denn die richtigen Ideale in unserer Gesellschaft?
Aber auch die Gesellschaft in Deutschland sollte sich fragen, ob sie nicht besser irgendwann von ihrem Egotrip herunterkommen soll. Wenn die Mitbürger (vor allem Nachbarn) lieber die Polizei zwecks Ruhestörung rufen, das Spielen auf Spielplätzen verbieten, oder die Kinder bedrohen, anstatt mit den Eltern zu sprechen, muss man sich doch fragen, ob diese Gesellschaft Kinder überhaupt verdient hat. Sicherlich kann es manchmal ärgerlich sein, wenn beim Obermieter wieder Lärm ist, aber man muss das auch mal tolerieren können. Wofür gibts Oropax? Statt der Mutter, die ihren Kinderwagen mühsam durchs Treppenhaus schleppt, hinterherzurufen "Ruhe da draussen", könnte man ihr auch mal helfen.
Dann ist da auch noch die staatliche Seite. Ob Strafen für Kinderlose sinnvoll sind will ich anzweifeln, aufgrund der finanziellen Lage werden Belohnungen für Familien aber nicht drin sein. Wofür ich definitiv bereit wäre höhere Steuern zu zahlen, sind Kostenlose Kinderkrippen und Kindergärten für jedes Kind. Das ist etwas, woran der Staat auf jeden Fall arbeiten sollte. Wichtig ist dabei aber, dass a) genügend b) gut ausgebildetes und c) gut bezahltes Personal vorhanden ist. Ich will nicht, dass ein lustloser ehemaliger KfZ-Mechaniker auf 400€ Basis meine Kinder betreut (oder eben genau das nicht tut...). Aber ich glaube, dass vor allem in Westdeutschland die Bereitschaft fehlt, Kinder in die Obhut von Kindergärten zu geben. In Ostdeutschland denkt man da etwas anders, aber dort gibts ja ohne Frauen auch bald keine Kinder mehr...
MfG
PS: Was die Renten angeht, braucht ihr euch zwecks Beitragssenkung keine Hoffnungen zu machen. Im Laufe der nächsten 20-30 Jahre wird der Rentensatz auf 30-40% des durchschnittlichen Einkommens sinken. Aufgrund der wachsenden Zahl der Rentenempfänger und der sinkenden Zahl der Einzahler, wird der Rentenbeitrag im günstigsten Falle gleich bleiben. Ich finde es aber dennoch sinnvoll, dass zumindest ein Grundbetrag staatlich abgedeckt wird, denn IMHO ist die private Rentenvorsorge kein heiliger Gral, sondern ein recht riskantes Unterfangen.
Ich bin 22 und bezahle monatlich 180€ für private Altersvorsorge, aber falls da mal was schiefgeht bin ich froh, zu wissen, dass ich später zumindest nicht unter der Brücke lande...