Beiträge von o2neuling

    Ich mach mich mal ganz unbeliebt und schlage vor, auf die Interpretation entweder erfundener oder aber rechtswidrig veröffentlichter Zahlen zu verzichten und um 18.00 mit legalen Zahlen weiterzumachen.

    Zitat

    Original geschrieben von MaxXx
    Ich glaube schon, dass die Wahlbeteiligung sehr hoch ist..


    Naja, der Spiegel korrigiert jetzt auch nach unten.


    "Sehr hoch" ist aber auch eine Frage der Perspektive. Wenn sie niedriger als 2002 wäre, könnte sie trotzdem - relativ gesehen - immer noch hoch sein. 2002 war sie zwar niedriger als 1998, aber immer noch höher als 1994 und 1990.

    Zitat

    Original geschrieben von MaxXx
    wir werden es schon noch erfahren ;)


    Eben. ;)

    Bei der Wahlbeteiligung widersprechen sich die Medien aber auch. Der Spiegel meint, sie sei höher als 2002, ARD und Reuters melden das Gegenteil. Rein vom Bauchgefühl her halte ich die Angaben von ARD und Reuters für glaubwürdiger. Aber wir werden es schon früh genug erfahren. ;)


    PS: Gerade sehe ich, dass das Wetter doch angesprochen wurde. Genau das wollte ich tunlichst vermeiden, aber egal: Es ist wirklich niemals jemandem gelungen, einen wie auch immer gearteten Zusammenhang zwischen dem Wetter und dem Wahlverhalten der Menschen nachzuweisen. Wenn die Sonne scheint, geht man im T-Shirt hin und wenn es regnet, nimmt man eben den Regenschirm mit. Ich war übrigens im T-Shirt wählen. ;)

    Ich finde es wirklich interessant zu sehen, dass viele Menschen auch im Jahre 2005 immer noch meinen, ohne inhaltliche Auseinandersetzung irgendjemanden mit der DDR-Drohkulisse beeindrucken zu können. Hallo, ich wiederhole mich ja wirklich ungern, aber es geht hier um eine Partei, die bundesweit schätzungsweise jeden fünfzehnten für sich gewinnen konnte.


    Mich übrigens nicht, damit das nicht gleich wieder unterstellt wird. Aber im Ernst: Es kann doch einfach nicht sein, dass man einer Partei 15 Jahre lang beim Wachsen zuschaut und meint, jedesmal dieselben untauglichen Argumente nennen zu können. Sprich doch mal PDS-Wähler an und frag sie, wie beeindruckt sie von der DDR-Drohkulisse sind. Vielleicht wird dann doch dem einen oder anderen klar, dass man diese Leute nur entweder anders oder aber gar nicht für sich gewinnen kann.

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    Original geschrieben von Jochen
    Naja, klabüster die Abkürzung DDR mal auseinander und Du wirst merken, daß die "auch" was anderes vorgab zu sein, als sie war. ;)


    So war das nicht gemeint. Ich meinte eigentlich den Umstand, dass die meisten Menschen in unserem Staat, den wir hier und heute haben, einen freien Rechtsstaat sehen, in dem es ein Grundrecht auf Privatsphäre gibt, das meiner Meinung nach nicht "einfach so" nach dem verdachtsunabhängigen Gießkannenprinzip, sondern nur in ganz konkreten Verdachtsfällen eingeschränkt werden darf.

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    Original geschrieben von Jochen
    was spielte das für den einzelnen Bürger in der DDR im Endeffekt für eine Rolle, ob er weiß, daß es so ist (wenn es wirklich "alle" wußten) oder ob er unbewußt belauscht wurde?


    Keine, das behauptet ja auch niemand. Aber für mich spielt es im Hier und Jetzt sehr wohl eine Rolle. Den DDR-Bezug wollte ich eigentlich gar nicht so sehr vertiefen, sondern nur das Argument abwehren, dass es dort viel schlimmer gewesen sei, das ist nämlich meiner Meinung nach kein taugliches Argument.

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    Original geschrieben von qwasy
    Ich glaube Du leidest unter Angstvorstellungen: Frag mal einen Ostdeutschen, was ein Überwachungsstaat ist.


    Ich finde die hier indirekt geäußerte Tatsache, dass es anderswo schon mal schlimmer war, ehrlich gesagt nur begrenzt überzeugend.


    Hinzu kommt, dass im Fall der DDR klar war und jeder wusste, dass es sich nicht um eine freie Gesellschaft handelt. Unser jetziger Staat behauptet von sich, ein freier Staat zu sein, also muss er auch anderen Ansprüchen genügen und sich gewisse Bedenken einfach gefallen lassen.

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    Original geschrieben von qwasy
    Daher ist der Punkt innere Sicherheit durchaus ein legitimer Punkt, der sowohl von der Union und auch anderen Parteien durchaus ähnlich gesehen, durchaus begründet wird und nicht nur der kurzfristigen Stimmengewinnung dient.


    Ja, sehr schön, aber wie sieht es denn aus, wenn es mal konkreter wird? Mir konnte bisher niemand erklären, in welcher Art und Weise ich davon profitiere, dass demächst 72 Monate lang auf Vorrat gespeichert wird, mir wem ich telefoniere. Bitte nicht "stimmt doch gar nicht" sagen: So wird es kommen, und zwar völlig verdachtsunabhängig.


    Die Frage ist völlig ernst gemeint. Bisher habe ich auf die Frage "Wie verbessert das die Sicherheit" immer die Antwort "Es verbessert die Sicherheit auf jeden Fall" erhalten. Das ist ungefähr so, als würde jemand die Frage "Wie komme ich zum Hauptbahnhof" mit dem Satz "Diese Stadt hat einen Hauptbahnhof" beantworten.


    Außerdem gibt es noch sowas wie das Gebot der Verhältnismäßigkeit, d.h. selbst wenn eine Maßnahme dazu geeignet wäre, den einen oder anderen Gesetzesverstoß zu verhindern, dann bedeutet das gerade eben nicht automatisch, dass diese Maßnahme auch legitim ist, wenn sie gleichzeitig andere Menschen beeinträchtigt.


    Ich sehe es jedenfalls so: Ich überlege mir sehr genau, welchen Unternehmen ich für welche Zwecke welche Daten gebe, werde auf jeden Fall weiter so verfahren und sehe nicht so recht ein, weshalb ich es beim Staat anders handhaben sollte. Seit Jahren wird das Gebot der Datensparsamkeit gepredigt, d.h. Unternehmen und Behörden sollen nur genau die Daten erheben, die sie zwingend für ihre Arbeit brauchen.


    Jetzt soll plötzlich alles anders sein? Warum? Geheimdienste und Ermittlungsbehörden haben seit Jahren umfassende Abhörmöglichkeiten. Vorratsdatenspeicherung ist eine völlig andere Sache, die sehe ich als unumkehrbaren Dammbruch in die falsche Richtung.

    Re: Re: Presse: Merkel will notfalls noch mal Neuwahlen


    Zitat

    Original geschrieben von lanturlu
    Im Spiegel Artikel wird aber noch deutlicher, daß es Überlegungen gibt, sie auch ohne absolute Mehrheit der Abgeordneten zur Kanzlerin zu wählen.
    Das ganze klingt noch sehr unausgegoren.


    Hm, eigenartig. Das würde ja voraussetzen bzw. nur dann gehen, wenn die Gegenseite nicht dasselbe tut. Genau dies schwirrt in der Diskussion aber immer herum.


    Konkret gefragt: Kann es sein, dass da der eine oder andere an die hingemalte rot-rote Drohkulisse nicht mal selbst glaubt? Anders ergibt es gar keinen Sinn.

    Zitat

    Original geschrieben von lanturlu
    Natürlich sind das alles Spinnereien. Aber die gedeihen im Moment gerade sehr gut. Zum Beispiel innerhalb der CDU, die von auch "theoretischen Gedankenmodellen" spricht. :D


    Es ist eine ganz, ganz schlechte Idee und ich glaube auch nicht, dass jemand sowas wirklich ernsthaft in Erwägung zieht. Reuters hat übrigens auch schon ein Dementi gemeldet, dieses finde ich aber gerade nicht wieder. :D Oder wurde vielleicht das Dementi wieder dementiert? ;)

    Ach so, da bin ich ja beruhigt. ;)


    Beim Wirtschaftswachstum habe ich übrigens sogar maßlos untertrieben, weil ich noch die zwei Jahre alte Zahl im Hinterkopf hatte. Letztes Jahr waren es sogar 8%, das sind fast chinesische Größenordnungen. Wirtschaftlich entwickelt sich das Land wirklich gut, das einzige größere Problem ist Korruption, da gibt es aber auch eine spürbare Besserung.