Beiträge von o2neuling

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    Original geschrieben von Bob_Harris
    Dummerweise fällt ein riesiger Teil der dt. Bevölkerung auf so einen Schwachsinn auch noch rein, weil IMHO die geistigen Kapazitäten gar nicht ausreichend sind, eine politische Diskussion zu verfolgen...


    Darf ich mal ganz ohne Blatt vor dem Mund sagen, dass die Kategorisierung politischer Präferenzen nach geistiger Kapazität irgendwann auch mal nervt? So weit waren wir vor ein paar Wochen schon mal und ich bezweifle, dass das wirklich sein muss. Es ist kein Geheimnis, dass jeder Mensch die geballte Konzentration geistiger Kapazität zunächst einmal bei sich selbst sieht, trotzdem stellt sich die Frage, ob und wie man das dann raushängen lässt.

    Ich möchte hier noch mal ein Wort zu der Erst- und Zweitstimmengeschichte sagen. Gelegentlich wird mit klarer Intention von Politikern kleiner Parteien das Gerücht in die Welt gesetzt, es sein sinnvoll, dass Anhänger einer der großen Parteien ihre Zweitstimme dem voraussichtlichen Koalitionspartner der favorisierten Partei geben. Das ist blanker Unsinn. Wer eine der großen Parteien favorisiert, der gibt natürlich beide Stimmen dieser Partei. Anders wäre es, wenn man absehen könnte, dass der voraussichtliche Koalitionspartner die 5% nicht schafft. Dann kann man den Koalitionspartner stützen, indem man ihm die Zweitstimme gibt. Diese Situation haben wir diesmal eindeutig nicht.


    Es ist genau umgekehrt. Wer eine der beiden regierungswilligen kleinen Parteien favorisiert, der kann seine Erststimme dem Kandidaten der nahestehenden großen Partei geben. Prinzipiell ist die Erststimme zwar unwichtig, weil sie nur darüber entscheidet, aus welchen Personen sich die künftigen Fraktionen zusammensetzen, nicht aber über ihr zahlenmäßiges Verhältnis untereinander, es kann aber in Einzelfällen zu Überhangmandaten kommen, da und nur da macht es Sinn, die Erststimme taktisch einer großen Partei zu geben, die man als möglichen Koalitionspartner sieht. Dies ist ganz sicher nicht der Fall in Bundesländern, in denen die Verhältnisse der Zweitstimmen klar sind wie etwa in Bayern. Wirklich sinnvoll ist diese Form der Wahltaktik eigentlich nur in den neuen Bundesländern.

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    Original geschrieben von Boogieman
    Daraus ziehe ich den Schluß, daß je nach dem welche Fragen man stellt, das Ergebnis sehr unterschiedlich sein kann und die Unterschiede der einzelnen Parteien nicht so groß sind.


    Ach, unterschiedlich sind die Programme der Parteien sehr wohl. Natürlich gibt es je nach Fragenkatalog unterschiedliche Ergebnisse, dies kannst Du aber auflösen, indem Du die Fragen einfach selber gewichtest, am Besten mit Papier und Bleistift, wie ich es Martyn vor ein paar Tagen geraten hatte.

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    Original geschrieben von qwasy
    Ist einem von Euch eine statistisch halbwegs verlässliche Analyse bekannt, wie sich die Intelligenz auf die Wähler der einzelnen Parteien verteilt? Als "Maßstabskrücke" könnte ja durchaus schon einmal ein IQ-Test mit einer als repräsentativ geltenden Stichprobe durchgeführt worden sein.


    Wie es mit der "Intelligenz" aussieht, weiß ich leider nicht, aber wenn Du statt "Intelligenz" einfach mal "Bildung" einsetzt, kommt folgendes Ergebnis dabei heraus, die letzte Europawahl einfach mal als Beispiel für den allgemeingültigen Trend:


    http://www.kas.de/db_files/dok…kument_dok_pdf_5721_1.pdf


    Die relevanten Zahlen sind auf Seite 19 und die Konrad-Adenauer-Stiftung aus Deiner parteipolitischen Perspektive sicherlich verlässlich genug.


    Im Prinzip kann man es ganz einfach zusammenfassen: Große Parteien = bei weniger Gebildeten deutlich erfolgreich als bei höher Gebildeten, Kleine Parteien = bei höher Gebildeten deutlich erfolgreicher als bei weniger Gebildeten. Ganz besonders ausgeprägt ist es bei den Grünen, bei allen anderen deutlich weniger, aber messbar.

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    Original geschrieben von qwasy
    Weitgehend ungeeignet erscheint mir dagegen die Quote der Akademiker als Maßstab, es gibt genug Studierte, die weit unterdurchschnittlich befähigt sind und wahrscheinlich noch viel mehr Intelligenzgesegnete, die nicht studiert haben.


    Mir ist schon klar, worauf Du hinaus möchtest, aber das war jetzt wirklich sehr durchschaubar. ;)

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    Original geschrieben von rasputin
    Martyn meint wohl, dass er Wowereit zwar nicht als künftigen Parteivorsitzenden der SPD sieht - sehr wohl aber als möglichen Kanzler.


    Aber ganz bestimmt nicht jetzt! :rolleyes:

    Re: Re: Fischer "bürstet" Merkels Außenminister


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    Original geschrieben von qwasy
    Allerdings wurde auch deutlich, warum der werte Herr Fischer bei den seinen nur noch bedingt Rückhalt findet [...]


    Huch, davon weiß ich gar nichts. :confused:

    Ich versteh auch gar nicht, weshalb Martyn jetzt plötzlich Klaus Wowereit als den zukünftigen Kandidaten an der Spitze der SPD sieht. Darf ich mal fragen, woher Du die Idee überhaupt hast? Ich glaube, dass in der Zeit nach Schröder, also ab nächster Woche, ganz andere Leute wichtige Rollen in der SPD spielen werden, z.B. Franz Müntefering (klar), Kurt Beck (oft unterschätzt, ziemlich angesehen, in seinem Bereich sehr erfolgreich, in der politischen Mitte angesiedelt, im Hintergrund einflussreich, Beispiel für eine SPD-geführte Regierung ohne Grüne) und vielleicht auch Matthias Platzeck (noch ziemlich jung, aber bundesweit bekannt und geschätzt, charismatisch, ebenfalls in der politischen Mitte, Beispiel für eine funktionierende Große Koalition). Klaus Wowereit ist überhaupt nicht besonders einflussreich in der SPD.

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    Original geschrieben von qwasy
    Ich bin kein Politiker und stehe nicht in der Öffentlichkeit, daher unterliege ich nicht dem Druck, dass ich meine Meinung allgemeinverträglich formulieren muss, sondern kann klar sagen, was ich denke.


    OK.

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    Original geschrieben von qwasy
    Aber eine Diskussion darüber ist zumindest hier in diesem Rahmen sicherlich müßig, jeder möge sich selbst sein Bild verschaffen.


    Das sehe ich allerdings auch so. Bei Regionalwahlen entscheiden zuerst eínmal die Leute in der Region, um die es geht, und die haben diese starke emotionale Ablehnung nicht in diesem Maße.


    Bei einer bundesweiten Wahl ist das etwas völlig anderes, deswegen sehe ich auch überhaupt keinen Widerspruch darin, in einzelnen Bundesländern zusammenarbeiten und es auf Bundesebene trotzdem ganz deutlich auszuschließen.

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    Original geschrieben von qwasy
    Für mich sind sie in der untersten Schublade, dort wo ich auch das Pack von der anderen Seite einsortiere.


    Das möchte ich so trotz nicht vorhandener Sympathie für die PDS nicht stehenlassen. Wo die PDS in Parlamenten vertreten ist, nimmt sie, da kannst Du sagen, was Du willst, ganz regulär an der parlamentarischen Arbeit teil, stellt Anträge, arbeitet in den Ausschüssen mit usw.


    Die anderen tun das wiederum überhaupt nicht, sondern gehen zu den Ausschusssitzungen gar nicht erst hin, nehmen, wenn überhaupt, dann nur sehr selten an Plenarsitzungen teil und stellen wenig bis keine Anträge. Wer die wählt, kann also mehr oder weniger sicher sein, dass seine Stimme keinerlei politischen Wert hat.


    Im Grunde tun die genau das, was sie anderen vorwerfen: Sie integrieren sich nicht und lassen sich fürs Nichtstun kräftig von der Gesellschaft finanzieren. Das tut die PDS nicht. Deswegen muss man sie noch lange nicht OK finden, aber einfach so gleichstellen kann man sie meiner Meinung nach auch nicht.

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    Original geschrieben von qwasy
    PS: diesen Diskussionszweig müssen wir nicht vertiefen[...]


    OK, dann frag ich mich allerdings, warum er überhaupt angestoßen wurde.

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    Original geschrieben von holden
    Mir wäre neu, daß der Kanzler MdB sein muß.


    Muss er nicht. Das würde auch dem Grundsatz der Gewaltenteilung widersprechen. Interessant ist eher, dass er überhaupt darf.

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    Original geschrieben von qwasy
    Für einen Demokraten ein Schlag ins Gesicht ist die Koalition mit der direkten SED-Nachfolgerin, [...]


    Möchtest Du wirklich auf dieser Schiene weitermachen, die seit 15 Jahren nicht funktioniert?