Ich weiß ehrlich gesagt nicht so recht, worin die Einseitigkeit bestehen soll. Es ist doch schon längst eingeräumt worden, dass der Zweck der ganzen Aktion darin bestand, eben gerade ohne inhaltliche Aussage oder zumindest als inhaltsfreie Aussage zusätzlich zu inhaltlichen Aussagen in bestimmten Regionen stärker zu mobilisieren. Ganz so ausschließlich inhaltlich motiviert kann jemand, der Aussagen dieser Art trifft und ausdrücklich dazu sagt, dass dies zur Mobilisierung dient, meiner Meinung nach nicht sein, sorry.
Das braucht man auch nicht zu interpretieren, sondern es ist aus dem Originaltext der Deggendorfer Rede herauszulesen. Einseitig wäre es, dann immer noch zu sagen, es sei alles nicht so gemeint gewesen. Im schlimmsten Fall wäre es also eine zweiseitige Einseitigkeit zweier Lager, die sich nicht einigen können. Überrascht es irgendwen, dass Menschen sich manchmal nicht einigen können?
Was die Frage nach dem Grund angeht: Im Restaurant bekommt doch auch jeder Gast genau das serviert, was er bestellt hat. Kann es nicht sein, dass diese Vorführung deswegen serviert wird, weil sie von "irgendwem" bestellt wurde? Wer könnte dieser "irgendwer" denn sein? Natürlich ist es sehr einfach, die Wurzel allen Übels entweder bei "den Medien" oder aber einer medial durchaus nicht inkompetenten Einzelperson zu lokalisieren, aber nicht alles, was einfach ist, ist auch richtig.
Natürlich ging es um Polarisierung und natürlich ist das Ganze Teil einer durchdachten Vorgehensweise. Was es für die angeblich so ausschließlich inhaltlich motivierte Vorgehensweise zu bedeutet hat, wenn sie auch diese Seite von sich zeigt, bleibt der Beurteilung des Publikums überlassen. Es wird doch keiner glauben, dass Politiker sich im Wahlkampf nichts dabei denken, was sie so sagen - dies bedeutet natürlich nicht, dass jede durchdachte Handlung auch ein Volltreffer sein muss. Manchmal ist es besser, sich einen Korrekturleser zu gönnen, das wurde ja auch eingesehen, deswegen gibt es die schriftliche Auseinandersetzung.