Beiträge von o2neuling

    Ganz genau. Schuld an der Stagnation unserer Wirtschaft sind eindeutig die Zuwanderer, jegliche Beschäftigung mit theoretischen Langweiligkeiten wie etwa Wirtschaftswachstum bzw. dessen Abwesenheit, der Frage, wie man Leute dazu bekommt, zu investieren anstatt zu sparen und weiteren Kleinigkeiten ist reine Zeitverschwendung, weil die Ursache des Problems ja ganz klar auf die Zuwanderer zurückzuführen ist. :rolleyes:


    An der Stelle ist natürlich auch unbedingt mal wieder auf die Tatsache hinzuweisen, dass Deutschland ganz viel Geld für Europa ausgibt und nichts dafür bekommt, dies darf in so einer Diskussion keinesfalls fehlen. Schuld sind halt immer die anderen, da braucht man sich mit seinen eigenen Problemen gar nicht mehr zu befassen. So einfach kann das alles sein, fertig ist das Kochrezept, wie alles laufen muss, nicht wahr? :rolleyes:


    Also: Die Zuwanderer sollen sich endlich mal integrieren, die Grenzen werden dicht gemacht und schon geht es automatisch aufwärts, ist doch völlig klar. Begründung? Wozu? Es ist doch viel angenehmer, einfach die Behauptung aufzustellen, denn sie lenkt so wunderbar von den Problemen ab, die etwas mit dem Thema zu tun haben.

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    Original geschrieben von voicestream
    Ich finde das sind Grundvorraussetzungen um sich in einem Land Niederzulassen.


    Wenn man diesen mutigen Gedanken zu den Grundvoraussetzungen zählt, dann muss man ihn aber auch konsequent verfolgen. Kannst Du Dir vorstellen, wieviele Menschen es hierzulande gibt, die keinen fehlerfreien Text in ihrer Muttersprache verfassen können? Ach, ich vergaß, das liegt ja nur daran, dass das Bildungsniveau in den Schulen durch nicht integrierte Menschen heruntergezogen wird, ist doch völlig klar. :rolleyes:


    Von einem Zusammenhang zwischen dieser Behauptung und dem über Jahre hinweg zu niedrigen Wachstum kann zumindest mir jedenfalls keiner was erzählen. Das ist einfach nur eine umgedrehte Form des Sozialneids, den wir gerade besprochen hatten, der Unterton lautet wie gewohnt: Schuld sind immer andere, man muss sie nur ausfindig machen und kräftig mit dem Finger auf sie zeigen, dann passt es schon und man muss nichts mehr selbst tun.

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    Original geschrieben von voicestream
    Ich habe noch kein verklemmteres Land auf der Welt gesehen, wie Deutschland in dieser Hinsicht.


    Genau das ist das Problem, wir müssen einfach alle lockerer werden und unser "Stammtisch geblabber"[*] zur Selbstverständlichkeit werden lassen, denn die Schuld bei anderen zu suchen und mit dem Finger auf sie zu zeigen ist so viel angenehmer als die Suche nach Lösungen zum Thema, dass man sich diese Gelegenheit einfach nicht nehmen lassen darf.


    [*] Was ist damit überhaupt gemeint? Stammtischgelaber? Das wird zusammen geschrieben. Derartige Fehler vermeidet man besser, wenn man von anderen fehlerfreie Sprachkenntnisse erwartet - das ist übrigens nicht der einzige Fehler. Ja, ich weiß, man soll in Foren nicht auf Rechtschreibfehlern rumreiten, aber bei Leuten, die so richtig auf den Putz hauen und die Probleme auf mangelnde Sprachkenntnisse anderer schieben, tu ich das dreisterweise einfach trotzdem.

    Ja, dann kann man das ja auch so in die Debatte einbringen, das ist auch höchst willkommen, nur allzu einfache Formeln, die vom Grundton her aussagen, Zuwanderung habe einen Teil der Arbeitsmarktproblematik verursacht, müssen trotzdem nicht sein - die strukturellen Probleme gibt es länger, als es Zuwanderungspolitik gibt.


    Es ging um diese Kausalität, von der ich einfach annehme, dass sie falsch ist. Kleine Randbemerkung: Asyl- und Zuwanderungspolitik sind übrigens zwei völlig unterschiedliche Sachen, daran sollte man auch denken, weil es gelegentlich vermischt wird, was der Sache nicht dienlich ist.

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    Original geschrieben von Handyfreak83


    Dieser Politik haben wir es doch zum Teil zu verdanken,dass wir soviele Arbeitslose haben!


    :rolleyes:


    Da sind sie wieder, die Expertenmeinungen, die ganz genau wissen, warum wir soviele Arbeitslose haben: Wegen der Zuwanderung, ist doch ganz klar! :rolleyes:


    Sorry, für den Vergleich wird man mich steinigen, aber das ist Populismus auf demselben Niveau wie die Sozialneid-Debatte von links und weil er so ähnlich ist, ist er auch genauso erfolgreich.


    Wie gedenkst Du denn das Demografieproblem zu lösen? Glaubst Du, dass man nur eine kleine Stellschraube umlegen und ein paar gute Worte unters Volk streuen muss und schon werden soviele Kinder gezeugt, wie wir brauchen?


    Es ist übrigens nicht nur die Demografiefrage, sondern auch der Mangel an qualifizierten(!) Leuten in einigen Bereichen. Du kannst gerne davon ausgehen, dass Zuwanderungspolitik nicht als Selbstzweck betrieben wird.


    Echt jetzt, die einen sagen, es wird alles besser, wenn man die Reichen anzapft und die anderen wissen genau, dass natürlich die Zuwanderung am Arbeitsmarktproblem schuld ist.


    Strukturelle Probleme, über die seit Jahrzehnten geredet wird? Ach was, das sind die Zuwanderer. Beides ist natürlich so simpel, dass es natürlich funktionieren muss. :rolleyes:


    Was meinst Du denn, weshalb beispielsweise Großbritannien und die USA kein Demografieproblem haben? Bestimmt nicht, weil sie mehr Kinder bekommen als wir, tun sie nämlich nicht, sondern wegen ihrer Zuwanderungspolitik.


    o2neuling

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    Original geschrieben von qwasy
    Es ist etwas anderes, ob ich als außenstehender Beobachter anderen den Intellekt abspreche, oder ob ich dies im direkten Gespräch tue.


    Interessanter Gedanke. Würde man den heimlich fortsetzen, könnte man glatt auf die Idee kommen, man müsse seine "Leute, die Dinge tun, die ich nicht nachvollziehen kann, sind einfach nur intellektuell überfordert"-Attitüde einfach nur gut genug verstecken und schon wird eine Tugend draus. Das kann es ja wohl auch nicht sein. Im Gegenteil, vielleicht ist der Versuch, sie auf diesem Wege loszuwerden, auch einfach selbst ein Zeichen von Überforderung.


    Manchmal frage ich mich, warum so viele Menschen überhaupt immer wieder diese Vergleiche ins Gespräch bringen. Wäre die SED/PDS/Linkspartei/was-auch-immer-Problematik so sonnenklar, wie Du es hier darstellst, dann wären diese Vergleiche überhaupt nicht notwendig, weil man ja einfach argumentieren könnte, warum Vorschlag 1 und Vorschlag 2 und Vorschlag 3 dieser Partei so nicht gehen.


    Mit anderen Worten: Die Wiederholung dieser Vergleiche und Erinnerungen an die Vorgeschichte der Linkspartei bewirken kein Umdenken, sondern im Gegenteil eher eine Verhärtung der jetzigen Situation, weil die Leute es einfach schon längst wissen, ihnen aber andere Dinge wie etwa konkrete Sorgen bezüglich ihrer materiellen Lage und meinetwegen auch blanker Protest wichtiger sind und deswegen erst recht auf Durchzug geschaltet wird.

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    Original geschrieben von qwasy
    Nach einigen Gesprächen mit PDS-Sympathisanten komme ich für mich tatsächlich zu dem Schluss, dass diese rein gar nichts verstanden haben.


    Sorry, es geht hier um eine Entwicklung, die sich jetzt über 15 Jahre hinzieht sowie um ein Drittel der ost- und um ein Zehntel der gesamtdeutschen Bevölkerung. Irgendwann kann man sich einfach nicht mehr auf die "die haben es einfach nicht verstanden"-Schiene beschränken. Vielleicht könnte man sich stattdessen wenigstens still und leise mal die Frage stellen, ob man vielleicht selbst etwas nicht so recht verstanden hat.


    Es ist dafür übrigens auch nicht zu spät. Die beiden großen Lager haben Programme vorgelegt, die sich sehr wohl voneinander unterscheinden. Noch stehen zwei Monate zur Verfügung, um sich auf diese Programme zu konzentrieren. Aber leider befürchte ich, dass diese Zeit stattdessen verwendet wird, um in moralisierender und mahnender Art und Weise über die angeblich bevorstehende Einführung des Kommunismus in Deutschland zu sprechen.


    Ich bin übrigens auch der Meinung, dass die PDS eine alte Sache ist und eigentlich längst erledigt sein sollte. Allein schon die völlig unnatürlich hohe Mitgliederzahl und das völlig überhöhte Durchschnittsalter zeigen, dass sie nicht die moderne Alternative ist, als die sie sich darstellt. Aber es bringt einfach nichts, sie auf dieser Schiene anzugreifen, weil sie an der Stelle leider, wie es sich gezeigt hat, nicht verwundbar sind.

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    Original geschrieben von qwasy
    Einschränkung dieser Verantwortung ist auch mit Freiheitsentzug gleichzusetzen. Genauso ist die geplante Enteignung der Besserverdienenden extremer Einschnitt in die Freiheit. Das Solidaritätsprinzip wird hier zu Gunsten polemischer Hetze überzogen und ad absurdum geführt


    Steuern sind genausowenig wie die in den letzten Jahren konsequent und mit guter Begründung praktizierte Absenkung, Streichung und Umstrukturierung notwendiger Sozialleistungen eine Enteignung. Stichwort "polemische Hetze": Die Behauptung ist doch ganz offensichtlich selbst eine polemische Hetze, Deine Enteignungsbehauptung würde doch nie im Leben einer Überprüfung durch das höchste Gericht standhalten.


    Eine Bemerkung noch zur angeblich falschen Umverteilung: In diese Kategorie gehört auch die Erhöhung der Mehrwertsteuer zur Entlastung der Sozialversicherungsbeiträge. Zum einen hat dieser Ansatz eine wirklich verblüffende Ähnlichkeit mit der angeblich schädlichen Ökosteuer und zum anderen geschieht dies ja unter anderem auch mit der Begründung, man wolle durch die Entlastung der Sozialversicherungsbeiträge etwas gegen die Schwarzarbeit tun, für die keine Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden.


    Ja, woher soll dieser Effekt denn kommen? Wenn eine Handwerkerrechnung aufgrund niedrigerer Sozialversicherungsbeiträge günstiger wird, dann steigert das tatsächlich die Attraktivität legaler Arbeit, aber nicht, wenn derselbe Betrag dann als Steuer wieder dazukommt, und das tut er, da es sich um eine Dienstleistung handelt.


    Es herrscht übrigens zur Zeit aus nachvollziehbaren Gründen eine Geiz-ist-Geil-Stimmung, insofern kann man durchaus befürchten, dass nach dieser Steuererhöhung gleich viel, also unter dem Strich sogar weniger Geld ausgegeben wird - vielleicht wird auch einfach noch mehr gespart, als das bisher schon der Fall ist, aber das darf man ja so nicht sagen, weil es in eine nachfrageorientierte Richtung geht und man sich somit der Gefahr aussetzt, sich als Kommunist zu outen. :rolleyes:

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    Original geschrieben von Martyn
    Die PDS ist imho keine extreme Linkspartei. Die DKP und einige einzelne Mitlglieder der PDS kann man als extrem Links ansehen, aber die jetzige Partei als PDS nicht.


    Ich seh das ähnlich, allerdings ist die Frage wirklich sehr schwierig zu diskutieren, weil es eigentlich fast immer irgendwann ins Emotionale abgleitet. Besonders interessant finde ich es übrigens, dass nach meiner Erfahrung die emotionalsten Beiträge zu dem Thema, oft gespickt mit angsterfüllten Warnungen vor der Wiedereinführung des Kommunismus, von Leuten kommen, die aus dem Westen kommen und nie etwas damit zu tun hatten und denen es einfach schwerfällt, die Zeitachse mit zu berücksichtigen und die PDS in ihrer gegenwärtigen Form auch als Regionalpartei zu sehen.


    Ob sie das wirklich ist oder zu recht so gesehen wird, ist eine andere Sache, bei einem bin ich mir jedenfalls ganz sicher: Die Überschrift des Beitrags, auf den sich hier alles bezieht, lautet "Radikale Verbrecherpartei - und kaum jemand schreit?" und nein, ich schreie nicht und befürchte auch keine Verbrechen von dieser Partei, sondern eher von selbsternannten Sicherheitsexperten, deren "wir speichern jetzt 4 Jahre und in Zukunft 7 Jahre lang, wer mit wem telefoniert hat"-Gesetze man dann mühsam vom Bundesverfassungsgericht zerpflücken lassen muss.

    Ich finde es ehrlich gesagt reichlich daneben, wie das Urheberrecht inzwischen ganz offen für reine Partikularinteressen missbraucht wird. Das Urheberrecht war ursprünglich mal dazu da, um Künstlern die Kontrolle über ihre Kunstwerke zu geben. Interessiert sich dafür eigentlich überhaupt noch jemand?


    Aber gerade im Bereich des Urheberrechts haben sich Europa und Deutschland auch nicht immer ausschließlich mit Ruhm bekleckert, da wurden und werden nämlich einige Fehler 1:1 kopiert - warum ist das Kopieren von Gesetzen eigentlich keine Urheberrechtsverletzung? Das wäre doch mal was. :rolleyes:


    o2neuling

    Re: Re: Re: Radikale Verbrecherpartei - und kaum jemand schreit?


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    Original geschrieben von qwasy
    Und denen spreche ich jeden Intellekt ab.


    Und genau das kann nur daneben gehen bzw. ist lange genug daneben gegangen, denn in dem Moment, in dem Du jemandem den Intellekt absprichst, ist es so sicher wie das Amen in der Kirche, dass er sich den Rest gar nicht erst anhören und jegliche gut gemeinte "Hilfe" ablehnen wird.


    Wir reden hier von einer Partei, die als einzige(!) zur Zeit auf 15 Jahre konstantes Wachstum zurückblicken kann. Gut, 100%ig konstant war das Wachstum nicht, 2002 gab es eine kleine Delle, das war aber auch die einzige.

    Zitat

    Original geschrieben von qwasy
    Letztlich eine extrem egoistische Sichtweise, die all jene der Freiheit und des eigenverantwortlichen Menschseins beraubt [...]


    Wer raubt Dir denn bitte Deine Freiheit und Dein eigenverantwortliches Menschsein und wodurch? Beim Stichwort "extrem egoistische Sichtweise" musste ich übrigens spontan an den abgesprochenen Intellekt denken.


    --


    Kleiner Nachtrag: Meine Freiheit und mein eigenverantwortliches Menschsein rauben mir übrigens Leute, die 48 Monate lang wissen wollen, mit wem ich telefoniert habe. Das nur mal als Denkanstoß, dass es über die zweifellos zu Recht dominierende Sozialdebatte hinaus auch noch andere Themen gibt, die einigen Menschen wichtig sind.

    Soweit ich weiß, ist das eine reine Kulanzangelegenheit, auch mit dem eigentlichen Kassenbon. Versuch es halt einfach mal, vielleicht sind die Leute so kulant, stell Dich aber darauf ein, dass es möglicherweise nicht klappt. Bei Einkäufen im Ladengeschäft ist die Umtauschmöglichkeit eine freiwillige Leistung des Verkäufers.

    Re: Radikale Verbrecherpartei - und kaum jemand schreit?


    Zitat

    Original geschrieben von qwasy
    Stattdessen sympathisieren die enttäuschten SPDler mit den Kommunisten der SED, die weitaus mehr Verbrechen an Land und Leuten zu verantworten haben als die ebenfalls völlig indiskutable NPD.


    Wer sind denn diese Kommunisten? Kannst Du welche namentlich benennen? Mir fällt da außer der weniger denn je zu sagen habenden Frau Wagenknecht ehrlich gesagt keiner ein. Nein, dies ist keine Äußerung von Sympathie der Linkspartei gegenüber.


    Zum "weitaus mehr"-Vergleich sag ich mal nichts, immerhin ist er ja durch das nachfolgende ein wenig abgeschwächt, aber erzähl das lieber keinem, der betroffen war, es könnte unangenehmes Feedback geben.


    Ansonsten fällt mir noch ein, dass das Arbeiten mit Bezeichnungen à la "Radikale Verbrecherpartei" 15 Jahre lang versucht wurde und ebenso lang nicht funktioniert hat. Inhaltlich bestreite ich das gar nicht, aber wer sie weg haben will, der wird es anders versuchen müssen.


    o2neuling

    Halte mal die nächsten Tage Ausschau nach einem Update für diese Erweiterung. Normalerweise sollten Erweiterungen so ein Minor Update überstehen, manchmal klappt es doch nicht, dann gibt es aber meistens nach wenigen Tagen eine angepasste Version.