So, jetzt muss ich mich hier mal ganz stark für den Zivildienst (und den Wehrdienst) aussprechen
Einmal aus persönlicher Erfahrung heraus: Da kann ich primär sagen, dass mir der Zivildienst sehr viel gebracht hat. Ich hatte freilich auch eine sehr angenehme Stelle: Ich war auf einer Jugendfarm, das ist im Prinzip einfach ein Angebot an alle Kinder von 6 bis 14 Jahren aus dem Ort, dort ihre Nachmittage (ab 14 Uhr) mit Hüttenbau, Pferde füttern, reiten, basteln usw. zu verbringen. Einmal hatte ich da sehr humane Arbeitszeiten (im Sommer von 10 bis 18, im Winter von 9 bis 17 Uhr), außerdem hat die Arbeit größtenteils wirklich Spaß gemacht (natürlich gab es auch Ausnahmen). Und auf nen Lehrgang musste ich auch nicht
Aber vor Allem habe ich in dem Jahr ganz nebenbei einiges über den Umgang mit Kindern wie auch handwerkliches Arbeiten und vieles mehr gelernt und außerdem das Gefühl, eine wirklich sinnvolle Arbeit zu tun. Ganz abgesehen davon wie das gesamtgesellschaftlich aussieht und ob das jetzt eine Benachteiligung oder sonstwas ist: Ich persönlich bin froh, dass ich Zivildienst machen durfte.
Zitat
Original geschrieben von BigBlue007
Das Folgende ist natürlich eine Milchmädchenrechnung, aber ich sag mal: Unter diesen 4.3 Millionen Arbeitslosen gibt es mit einiger Wahrscheinlichkeit mindestens soviele Sozialschmarotzer, wie es insgesamt ZD-Leistende gibt.
Der Teil, der wirklich für diese Arbeit geeignet wäre, dürfte aber deutlich darunterliegen. Der Vorteil am Zivildienst (wie auch noch mehr am Wehrdienst, aber darauf komme ich später noch) ist doch auch dass dort Menschen aus allen sozialen Schichten dabei sind und dadurch auch Positionen besetzt werden können, die zumindest eine gewisse soziale Kompetenz erfordern. Überspitzt ausgedrückt: Den Alkoholiker der daheim seine Kinder schlägt möchte ich nicht als zwangsweise eingesetzten Betreuer auf einer Jugendfarm oder im Kindergarten sehen.
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Original geschrieben von DUSA-2772
[...]mit einem Tageslohn von - was? 20, 25 Euro? [...]
Ich weiß jetzt nicht mehr wieviel ich genau gekriegt hab -- aber für jemanden der gerade von der Schule kommt ist es im Allgemeinen durchaus genug. Obwohl ich als Schüler nebenher gejobbt habe konnte ich mir als Zivi eher mehr leisten. Im Gegensatz zu dem Hungerlohn, den die FSJler bekommen 
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Original geschrieben von LikeAVirginHandy
Ich bin auch für die TOTALE Abschaffung des Zivi-Dienstes und der Bundeswehr. Es gibt genug Leute die den 'Job' als Berufssoldeten machen würden!!!! 
Und was wäre das für eine Armee? Der große Vorteil an der Wehrpflicht ist, dass dort alle sozialen Schichten etc. aufeinandertreffen. Die durchschnittliche Intelligenz liegt in Berufsheeren deutlich unter diesem Niveau. Dadurch dass sich dann eher diejenigen beim Bund wiederfinden würden, die sozial oder familiär weniger stark eingebunden sind, würde die Verknüpfung vom Bund zum "Rest der Menschen" verloren gehen -- Stichwort "Staat im Staate", bei näheren Fragen wendet euch an euren Geschichts- oder Gemeinschaftskundelehrer
Außerdem ist es für eine Berufsarmee auch schwieriger, kompetenten Nachwuchs für Führungspositionen zu finden -- soweit ich weiß kommt ein Großteil derer, die eine Offizierslaufbahn einschlagen, erst während dem Grundwehrdienst auf diese Idee. Nebenbei: Ich hab jetzt keine Quellen aber schon mehrfach gehört dass die Berufsarmee in Frankreich im Nachhinein auch nicht mehr als so toll angesehen wird, eben wegen den genannten Problemen.
Zum Abschluss möchte ich auch noch eine aktuelle Pressemitteilung der Jungen Union Deutschlands zu u.a. diesem Thema zitieren, der ich mich im Großen und Ganzen anschließen kann:
Zitat
Junge Union zur Bundeswehrdebatte: Dr. Strucks Diagnose ist falsch!
Zu den jüngsten Äußerungen der SPD-Minister Peter Struck und Renate Schmidt
zur Ausrüstung und Struktur der Bundeswehr sowie zur Wehrpflicht erklärt der Vorsitzende des Bundesarbeitskreises Sicherheitspolitik der Jungen Union Deutschlands, Bundesvorstandsmitglied Heiko Rottmann:
„Truppenarzt Dr. Struck liegt mit seiner Diagnose falsch, wenn er die Belastungen der Bevölkerung durch die Praxisgebühr und notwendige Ersatzinvestitionen für die Bundeswehr-Planung in einen Zusammenhang stellt. Es geht keineswegs darum, angesichts leerer Sozial- und Bundeskassen sinnlos Geld für teures Militär-Spielzeug zu verpulvern, denn die Bundeswehr lebt seit Jahren schon von der Substanz. Sie geht quasi schon auf dem Zahnfleisch.
Zwar mag Dr. Struck mit einigen strukturellen Wurzelbehandlungen bei seiner Therapie nicht ganz falsch liegen. Wenn er aber nicht bald die dringendsten (Finanz-)Löcher in der Truppe stopft, dann wird jegliche Fähigkeit zum kraftvollen Zubeißen verloren gehen.
Da wird es auch nichts nützen, wenn Strucks Kollegin Renate Schmidt die Aushöhlung des zivilen Ersatzdienstes und somit der Wehrpflicht betreibt. Auch hier wird nur an Symptomen kuriert und nicht nach der sinnvollen Modernisierung des Grund-wehrdienstes gefragt. Die Junge Union setzt sich in ihren Landesverbänden schon seit langem intensiv und konstruktiv mit der Zukunft der Wehrpflicht und des Zivildienstes auseinander:
So möchte beispielsweise der Landesverband Schleswig-Holstein bei der Rekrutenausbildung einen Schwerpunkt auf Katastrophenbewältigung und Objektschutz legen. Eine solche Entscheidung, die innere und äußere Sicherheit –wie in anderen Ländern auch – erfolgreich miteinander vernetzt, würde den Sinn des Pflichtdienstes besser erkennbar machen und wäre ein Beitrag zu mehr Sicherheit.
Die von einigen Mitgliedern der Bundesregierung verfolgte Salamitaktik zur Aushöhlung der Allgemeinen Wehrpflicht und zur Abschaffung ihres Ersatzdienstes ist hingegen unehrlich und wird sowohl Streitkräfte und Katastrophenschutz als auch karitative Organisationen langfristig schädigen.“
Quelle
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