Ich fands ja schon nicht sonderlich berauschend, dass die Hälfte der Plakate, die die CDU zur Bundestagswahl bereitstellt, Angriffsplakate gegen die SPD sind ("Dafür steht rot/grün:" -- 5 Millionen Arbeitslose, alle x Minuten eine Firmenpleite, soundso viele Millionen neue Schulden pro Tag usw.). Die Zahlen sprechen zwar wirklich für sich; in den vergangenen Monaten waren sie aber auch schon oft genug zu hören. Angela Merkel selbst ist auch nicht viel besser -- mit ihren Angriffen gegen Schröder ist sie dem immer ruhigen Noch-Bundeskanzler im Auftritt weit unterlegen. Ihr fehlt eben noch ganz stark das "staatsmännische", das Schröder inzwischen perfektioniert hat.
Die CDU hat ein wirklich gutes Wahlprogramm. Aber anstatt das dem Wähler näherzubringen, wird immer nur über die SPD hergezogen. Auch wenn das inhaltlich noch so korrekt sein mag -- auf diese Weise kann man niemandem klar machen, warum die CDU die bessere Alternative zu rot/grün ist. Dass rot/grün suboptimale Politik gemacht hat, weiß inzwischen jeder. Das muss nicht wieder und wieder betont werden. Dass die CDU es besser kann, muss sich bis zur Wahl noch herumsprechen -- aber das will in Berlin wie in München offensichtlich keiner:
Zitat
Der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber sagte, die Union sei gut aufgestellt. Sie werde sicherlich noch mehr in die Offensive gehen und verstärkt auf die "negative Bilanz" der Bundesregierung hinweisen.
Der parlamentarische Geschäftsführer Norbert Röttgen sagte, die Union wolle verstärkt darüber reden, was es bedeutet, wenn Rot-Grün weiter regiere. Er verwies auf die Koalitionsspekulationen in der SPD und meinte, Bundeskanzler Gerhard Schröder "ist schon abgemeldet".
Quelle: http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/970207
Bisher hatte ich ja auch noch die Hoffnung, dass die CSU in diesem Wahlkampf einfach mal die Füße still hält, aber daraus wird -- wie dieser Thread zeigt -- natürlich wieder nichts...