Glücksspiel allgemein
Zitat
Original geschrieben von Zeus
Hmm, diese Werbung ist schon übel teuer. Aber wenn es sich nicht lohnen würde gäbe es sie schon lange nicht mehr. Also mach es wie Faber der gewinnt jede Woche zweimal.
Das klingt jetzt beinahe so, als ob er von den Gewinnen etwas einbehalten würde. Er macht aber gerade soweit ich weiss Werbung damit, daß alle Gewinne voll an die Mitspieler weitergegeben werden. Das zu versprechen fällt ihm aber auch nicht schwer, da er ja bei weitem genug an Servicegebühren für die Organisation des Systems verdient.
Aber ich glaube, wir sind uns bei der Beurteilung von Faber einig, und trotzdem hat er genügend Leute, die ihm freiwillig ihr Geld geben.
Das ist bei allen Glücksspielen das Gleiche. Die Menschen klagen über zu hohe Steuern und Abgaben, aber wenn es darum geht, daß sie etwas gewinnen können, geben sie ihr Geld freiwillig ab.
Der Staat lebt nicht schlecht davon. Ich habe auf die schnelle keine eindeutigen Zahlen gefunden, aber es sollen so etwa 4,4 Mrd. Euro sein, die die Bundesländer pro Jahr durch Glücksspiel- und Lotteriesteuer einnehmen. Von den Lotterieeinsätzen müssen zwischen 16,6 und 20 Prozent ans Land abgeführt werden.
Eines der "fairsten" Glücksspiele ist Roulette. Theoretisch werden 97,3% der Einsätze als Gewinne wieder ausgezahlt. Vom Rest leben die Spielbanken aber sehr gut und das sogar obwohl sie über 80% ihres Gewinns als Steuer abführen müssen. Albert Einstein wird die Aussage zugeschrieben: "You cannot beat a roulette table unless you steal money from it." 
Die Einführung eines Glücksspiels ist eine bequeme Art an Geld zu kommen. Zum Beispiel haben verschiedene Indianer-Stämme in den USA die Sonderregelungen für ihre Reservate dafür genutzt, Casinos zu eröffnen und sich so ein schönes Einkommen zu verschaffen. Und auch die Palästinenser hatten dieses Konzept schon erkannt und davon zu proftieren versucht, daß in Israel Glücksspiel illegal ist. Zum Beispiel wurde in Jericho das "Oasis Hotel Casino Resort" in Zusammenarbeit mit österreichischen Investoren eröffnet. Die aktuelle Spannungssituation hat diese Geldquelle dann leider wieder versiegen lassen.
Vergleichsweise gute Aussichten, mit Glücksspiel zu ein paar Mark zu kommen, hat man beim sogenannten "kleinen Spiel" in den Casinos, also den Automaten in den Casinos, nicht zu verwechseln mit den Groschengräbern in schmuddeligen Spielhallen. Wobei ich eben nur von "vergleichsweise" und "sogenanntem" kleinen Spiel spreche, weil die Casinos damit schon längst deutlich mehr Umsatz als mit den klassischen "großen Spielen" wie Roulette machen. Die Automaten haben eine Ausschüttungsquote von teilweise über 90%. Der Einsatz beträgt meist zwischen 50 Cent und 2,5€. Von den typischen "einarmigen Banditen" mit reinem Münzeinwurf, Mechanik und Hebel an der Seite haben sich die Geräte weit entfernt. Man kann auf dem Bildschirm bis zu 5 Linien gleichzeitig spielen und zusätzlich zum Münzschlitz gibt es auch einen Einzug für Geldscheine, übrigens jeder Größe! Als ich das erste Mal gesehen habe, wie ein Zocker lässig einen Hundertmarkschein hineingesteckt hat, dachte ich, daß er das Geld ebensogut auch gleich in einen Shredder stecken könnte.
Das tückische an den Geräten ist, daß man mit ihnen durchaus Geld gewinnen kann und zwar viel schneller als bei Lotto. Davon leben die Casinos ja auch, wer nur verliert, verliert auch bald das Interesse. Stattdessen zeigen die Geräte ja immer wieder Gewinne an, mit denen sich aber die Zocker häufig nicht zufrieden geben und auch dann weiterspielen, wenn sie mal einen "Gewinn" von ein paar Hundert Euro angezeigt bekommen. Häufig spielen sie dann, bis sie wirklich keine einzige Münze in der Tasche haben, die sie hineinstecken können. Gemeinerweise gibt es dann in den Casinos auch Geldautomaten...
Die Chance, an einem solchen Automaten Geld zu gewinnen, ist gar nicht so schlecht, aber die Chance süchtig zu werden ist beträchtlich. Mir ist mein Geld zum Glück für Glücksspiel zu schade, aber habe mich mehrmals mit einem Süchtigen unterhalten und mitbekommen, wie schwer es für ihn ist, davon loszukommen.
Im Vergleich dazu ist die übliche Vera****** durch Faber und Co. beinahe harmlos.
Grüße,
Lanturlu