ZitatDesweiteren sieht der Tvöd vor, dass ein Teil des Gehaltes Leistungsabhängig gezahlt wird. Ich weiß jetzt schon wer das meiste abbekommt: Ar***kriecher, Parteianhänger, Schleimer.
Ist doch überall gleich...
Die Idee ist ja schonmal was. Nur setzten leistungs- und erfolgsabhängige Entgelte ein paar Dinge voraus:
- Gute Führungskräfte, die ihre Mitarbeiter führen können.
- Im Schritt davor braucht es sozusagen einen Vorstand, der weiß, wohin sein Unternehmen bzw. seine Verwaltung denn will. "Die Sonne scheint von oben." ist die positive Formulierung des viel häufiger (warum wohl? ;)) gebrauchten Satzes "Der Fisch stinkt vom Kopf."
- Für eine gescheite Führung braucht es ein Zielvereinbarungssystem mit transparenten Kritierien, wann wie welche Ziele schlecht, durchschnittlich, gut, sehr gut erreicht sind.
- Entsprechend braucht es ein Zielkontrollsystem, bzw. ein gutes Leistungsbeurteilungssystem. Leistungsbeurteilungen sind zwar immer mit der subjektiven Sicht verfälscht, aber mit einem guten System kann man es objektiver machen - bzw. gute Systeme sind objektiver als schlechte Systeme. Nur so können Beurteilungen und Beförderungen "nach Nasenspitze" ausgeschlossen oder wenigstens minimiert werden.
- Dazu braucht es Führungskräfte, die mit den Systemen umgehen können und auch in Sachen Mitarbeitergespräche fit sind. Und sie werden andere Aufgaben bekommen als bisher: sie führen und nehmen kaum noch Fachaufgaben wahr.
- Insgesamt reden wir hier von einer komplett anderen Unternehmenskultur, als der ÖD bisher gewohnt war.
- Dinge werden sachorientiert entschieden, nicht mehr politisch.
Der geneigte Leser möge in der Liste gucken, wo aktuell die Pferdefüße für den ÖD sind, um so etwas umzusetzen.
Ach ja: in der Wirtschaft gilt übrigens das gleiche und auch dort wird es mal mehr, öfters weniger gut umgesetzt. Es kommt nicht von ungefähr, dass die deutschen Unternehmen in Sachen Führungsqualitäten in Benchmarkstudien dermaßen beschissen abschneiden
Sowohl große AGs, von vielen Mittelständlern, die nie ein Führungsseminar besucht haben ganz zu schweigen...
ZitatDennoch muss es Ziel sein, den Verwaltungsapparat auf das minimal nötige Maß zu reduzieren. Die Mitarbeiter der Verwaltung betreiben nämlich keine Wertschöpfung, sondern unterstützen diesen Prozess für andere Wirtschaftsobjekte.
Ja, das wäre in der Tat wünschenswert.
Nun ist es numal so, dass diese ganzen Verwaltungen historisch gewachsen sind, und zwar hauptsächlich nicht aus sachorientierten Gründen, sondern weil mit genügend Geklüngel mal die Abteilung eine Stelle mehr bekommen hat, mal die andere. Wegnehmen lässt sich da keiner gerne was, denn es gilt ja den Status zu verteidigen - auch im Dienstleistungssektor ÖD.
Und dann ist es so, dass unser Staat - also die ganzen Burschen, die da hocken (nein, nicht die Leute auf der unteresten Ebene, die die Arbeit machen) - mit immer komplizierteren Verwaltungsvorschriften einmal sich selbst bzw. die angestellten Drohnen beschäftigt hält. Und damit nicht der freien Wirtschaft dient, sondern immer mehr schadet. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Jede Partei hat noch vor der Wahl versprochen, die Verwaltungsarbeit und die Verordnungen zu entschlacken, bei rausgekommen sind unterm Strich immer neue und mehr Verordnungen. Geht mal den nächstbesten Mittelständler in eurer Stadt fragen,wie viel Arbeitszeit pro Woche draufgeht, wo er nur mit Papieren für den Staat beschäftigt ist! Am besten fragt ihr einen niedergelassenen Arzt, der kann euch dann gleich erste Hilfe leisten ![]()
Profitieren von dem System tun zwei Gruppen: der ÖD, die den ganzen Schlamassel verwalten und kontrollieren und die Juristen, die die ganzen Paragraphen aufstellen.
Um den Bogen wieder zu dem Streik zu bekommen: würden endlich mal die ganzen Vorschriften entschlackt, so dass die produktive Wirtschaft wieder produzieren kann statt verwalten, braucht es natürlich hinterher auch weniger Leute im ÖD. Ich gönne zwar jedem dort seinen Arbeitsplatz... aber dann doch nicht auf Kosten der Allgemeinheit.
Haken an der Sache ist nur, dass diejenigen, die jetzt auf die Straße gehen im Grunde nur die Leidtragenden des Systems sind, in dem sie zwar arbeiten und so der Aufrechterhaltung dienen, das sie aber nicht geschaffen haben und in ihren Positionen auch gar nicht verändern können. Weder mit mehr noch mit weniger Arbeitszeit.

