Versteh die Aufregung auch nicht so ganz. Unser anderer Altbundeskohl hat auch wenig später einen Beratervertrag wo an der Backe gehabt, wo auch nicht so ganz klar war, was er für die Menge Kohle eigentlich berät. Wenig später ist er dann bei seinen alten Kumpels in der Industrie rumgetingelt, um die durch sein "Mißgeschick" entstandenen Strafgebühren bei seiner Partei in Form von Spenden auszugleichen. Da haben zwar auch ein paar rumgemosert, aber ansonsten ist nicht viel passiert.
Und dass Herr Schröder wegen dem Posten die Regierung hat platzen lassen samt Neuwahlen anzetteln halte ich auch für Unsinn. Hallo - der Kerl war vorher Ministerpräsident von Niedersachsen und darauf der VW Auto-Kanzler! Zwar ist bei VW in Wolfsburg grad so einiges in Aufruhr, aber die hätten doch nächstes Jahr, wo sich die Wogen vermutlich wieder geglättet haben, mit absoluter Sicherheit ein Pöstchen für ihn übrig gehabt! Fragt mal den Herrn Gabriel. Zumal Schröder seinerzeit auch in einem Privatjet von VW irgendwo hin geschippert wurde - und die Rechnung eine längere als die tatsächliche Flugzeit auswies. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt und damit niemand was Böses denkt durfte Herr Selenz 4 Seiten in seinem Buch umschreiben (einstweilige Verfügung), denn sie waren wohl zu suggestiv 
Und was den Imagesschaden angeht: mir wäre neu, dass VW großen Imageschaden genommen hätte oder aufgrund ihres korrupten Systems (nein, es sind nicht Einzelne, wie gerne dargestellt wird) auf einmal weniger Autos verkaufen würden. Wenn die Gaspreise aufgrund der neuen Pipline sinken bin ich der erste, der sich drüber freut.
Und das auf Vorstands- und Aufsichtsratsebene die Leute nicht per Auswahlverfahren sondern nach Gesprächen am Pissoir und in der Sauna abgemacht werden dürfte ja wohl auch niemand überraschen, oder? Und so jemand wie ein Altbundeskanzler kommt da doch schnell irgendwo unter. Also imho nix besonderes.
Klaro ist die Sache moralisch vielleicht nicht sehr sauber. Aber noch herrscht auch für Ex-Politiker die freie Berufswahl und dass sie dann erstmal als Putzhilfe wo anfangen, weil sie entweder gar keine gescheite Ausbildung haben oder seit Jahrzehnten nicht mehr in ihrem Job gearbeitet haben (also für das, was sie mal gelernt haben auf dem Arbeitsmarkt rein gar nicht mehr zu gebrauchen sind) wird ja wohl auch niemand erwarten, oder?
Als kleine Nummer, die jederzeit arbeitslos werden könnte und nicht vom nächsten Unternehmen angerufen wird mit der Bitte, doch möglichst schnell dort anzufangen und sich selbst um alles kümmern muss, ist das natürlich "unfair". Aber auch hier gibt es genügend Beispiele, wo sich Vitamin B bezahlt gemacht hat.
Fazit: ein stinknormaler Vorgang. Toll find ich das zwar alles auch nicht unbedingt, aber man kann es imho nicht dem Schröder ankreiden. Wenn wäre eine generelle gesellschaftliche Diskussion von Nöten, aber die mag eh niemand führen. Also regen wir uns ein wenig auf und morgen ist eh alles wieder vergessen.