:confused:
Leider sind psychische Störungen nur begrenzt mit Knochenbrüchen o.ä. zu vergleichen. Zwar geht auch die Wissenschaft mehr dazu über, erstmal den Kriterienkatalog aufzustellen und dann mit Versuchsgruppen die "ideale Behandlung" herauszutesten und in der ein und anderen Vorlesung kam es mir schon so vor, als wäre der Therapeut sowas wie ein Automechaniker. Motto: Diagnose: Depression - ah, da wähle ich Werkzeug ADPR, Reparatur, äähh, Intervention XY.
Leider funktioniert die Psyche nicht ganz so einfach ![]()
Natürlich ist es erstmal wichtig, an der Realität und den Erklärungsmustern des Betroffenen oder Klienten (jeder Berufszweig hat eben sein eigenes Vokabular) "anzudocken". Denn jeder wird wahrscheinlich eine eigene Ursachenerklärung mitbringen. Und er wird gute Gründe haben, statt A immer B gemacht zu haben (um mal bei Deinem Beispiel zu bleiben). Allerdings ist es afaik und imho nicht damit getan, genau rauszufinden, warum hab ich jetzt B statt A getan, schau mir mal kurz an, wie A geht und laufe morgen in die Welt und mache mal A oder B, wie es mir beliebt.
Der Kopf kann vieles sehr schnell verstehen, die Seele hat allerdings ihr komplett eigenes Timing und ihre eigenen "Heilungswege". Und die sind bei jedem nu mal anderst.
Klar ist auch, dass nach Studien ca. 50% der Diagnostizierten nach einer bestimmten Zeit keine Therapie mehr brauchten/wollten und sozusagen von alleine gesundeten. Hab grad einen netten Essay gelesen, wie man ein schlechter Therapeut wird
Denn eigentlich brauch ich ja nur da sitzen, ab und zu mal nicken oder "hm-mh" sagen und nach der herausgefundenen Zeitspanne der Studien sollte ich zumindest einen Heilungserfolg von 50% erzielen
Was dann in der Therapie doch wirkt (und die Sache im Optimalfall beschleunigt) sind v.a. die Therapeuten-Klienten-Beziehung, die Ressourcenaktivierung (und noch ein paar andere Dinge, die man bei Grawe nachlesen kann :D).
Soweit erstmal....