ZitatOriginal geschrieben von Zappi
... Das wird aber auch entsprechend stark oder eben weniger bei der Srafmessung berücksichtigt.
Dann sieht unser Rechtsstaat vor, dass sich gestörte Menschen in die Obhut eines Therapeuten zu begeben haben, so eine solche Therapie erfolgversprechend ist. Und natürlich ist der Therapeut dann auch gefordert. Deshalb verwundert mich der Einwand unserers Dipl-Psych ("Und der Therapeut soll dann gucken, dass die Krankheit das Zimmer verlässt?") dann doch etwas. So es denn möglich erscheint, ist es doch seine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Krankheit das Zimmer verlässt oder den Patienten zumindest, oder?
Nun, das ist ein Thema, über das wir Psychos auch untereinander diskutieren und streiten ![]()
Mein Eindruck ist manchmal, dass Fachfremde die Vorstellung haben, der Therapeut ist sowas wie der KFZ-Mechaniker, der einfach mal die Zündkerzen wechselt, Öl austauscht, die Bremsbelege erneuert und ggf. noch ein paar Softwareupdates für die Motorsteuerung einspielt. Der Therapeut "bastelt" in seinem stillen Kämmerlein irgendwas und der Klient kommt repariert geheilt wieder zur Türe raus.
Nun, mit Menschen isses leider etwas komplizierter. Viele haben sich schon dran versucht, viele versuchen sich noch immer dran, aber jeder hat so seinen eigenen Willen und seine eigene Verhaltenssteuerung. Die lässt sich zwar beeinflussen, aber nie komplett vorhersagen.
Da ich nicht im therapeutischen Bereich arbeite, kann ich Dir nur meine "halbqualifizierte" Meinung zu sagen, vielleicht äußert sich unser anderer Onkel ja nochmal genauer (und korrigiert mich wieder :D) ![]()
Ich persönlich bin der Meinung, dass Therapie eine Hilfe zur Selbsthilfe darstellt. Der Klient ist in Bereich X nicht handlungsfähig bzw. sein Verhaltensrepertoire reicht nicht aus, um bestimmte Situationen zu bewältigen, bisherige Versuche scheitern. Also begleitet ihn der Therapeut auf einem Lernprozess - sowohl auf kognitiver als auch auf der emotionalen Ebene. Dabei wendet er Methoden an, die sich als erfolgreich bewießen haben (zumindest einige Therapieformen :D) Das klingt jetzt mechanischer als es in der Praxis ist - lernen tut nämlich in dem Fall oft ein bisserl weh
Quintessenz ist jedenfalls, dass nicht der Therapeut die problematischen Situationen in Zukunft bestehen können muss/soll, sondern der Klient alleine. Deshalb: egal wie Du es drehst, ab einem bestimmten Punkt hat der Klient spätestens (wieder) die volle Verantwortung für sein eigenes Verhalten.
Was von uns Psychologen dann v.a. vor Gericht verlangt wird, ist imho im Grunde nicht zu leisten: wir werden gefragt, (um es mal etwas salopp zu formulieren) ob man den Klient wieder auf die Menschheit loslassen kann. Und da können wir nur eine Prognose abgeben, keine Garantie. Hinzu kommen die schon von wrywindfall angesprochenen "Übersetzungsprobleme" - Psychologen haben ihre Fachsprache, Juristen eine völlig andere. Und beide Seiten haben oft wenig bis null Ahnung vom Fachgebiet des anderen, was die Kommunikation dann nochmal schwieriger macht.
Insgesamt ist es ein schwieriges Gebiet und es ist imho oft auch eine Frage der gesellschaftlichen Bewertung bzw. des Kontextes. Für mich gibt es da wenig bis keine absoluten Aussagen, sondern immer ein
einerseits.... andererseits...![]()
So, und jezt lass ich mal den echten Onkel ran... ![]()
