Nun, was soll ich sagen? Ich habe meinen Führerschein mit 16 gemacht (genau: in den USA - einmal Straße runter und wieder hochfahren, fertig) und bin noch 3 Wochen vor meinem 17. Geburtstag das erste mal auf deutschen Straßen unterwegs gewesen
Damals ging es noch, heute nicht mehr - zum 18. hab ich den US-FS einfach in einen deutschen umschreiben lassen und habe somit nie eine deutsche Fahrschule von innen gesehen.
Ob ich in dem Alter jetzt reif genug war, schon ein Fahrzeug zu lenken, kann ich natürlich schlecht selbst beurteilen (die meisten meinen da nämlich eh "ja klar, warum denn auch nicht?" ;)), aber offensichtlich waren meine Eltern dieser Ansicht. Fahren gelernt hab ich anfangs auch erstmal in Begleitung hauptsächlich meiner Mutter, nach Feierabend im Gewerbegebiet, wo die Straßen wenigstens einigermaßen amerikanische Verhältnisse haben. Und die hab ich dringend gebraucht - meine mom schüttelt heute noch den Kopf, wie großzügig ich um die Kurven bin
Auch Landstraße, Autobahn, Einparken usw. hab ich erstmal in Begleitung meiner Eltern gemacht bzw gelernt. Da ich mich mit ihnen gut verstehe und trotz des damaligen Alters wenig Stress mit ihnen hatte ging das auch sehr gut. Schließlich fällt es einem im einsetzenden Ablösungsprozess vom Elternhaus nicht gerade leicht, sich von Eltern oder überhaupt Erwachsenen was sagen zu lassen.
Und genau da sehe ich auch die Schwierigkeit in dem Konzept: nicht alle Jugendlichen verstehen sich bombig mit den Eltern. Wenn ich da so an einige KlassenkameradInnen von damals zurückdenke, hätte es nach 2km die erste lautstarke Auseinandersetzung während dem Fahren gegeben und das Auto wäre womöglich sonstwo gelandet. Da ist eine neutrale(re) Person denn doch besser. Sprich, auch einige Eltern sind für den "Job" nicht gerade geeignet. Als Beispiel seien nur mal überängstliche Mütter und immer-alles-besserwissende-und-bevormundende Väter genannt. Einer 19jährigen Teilnehmerin bei uns, die sich in Mainz hat abholen lassen um zurück nach Worms zu kommen, weil sie sich nicht auf die Autobahn traut - u.a. weil auch ihre Mutter total Schiss vor Autobahn hat - hab ich den Satz um die Ohren gehauen: "Überlegen Sie mal, was Ihre eigene Angst beim Fahren ist, und wieviel Angst Ihrer Mutter mit im Auto sitzt, die da nicht unbedingt hingehört" 
Andererseits hat das Begleiter-Konzept auch was für sich: wenn ich bedenke, was andere aus ihren Fahrschulen erzählt haben - Zeitung lesende Fahrlehrer, Schläfchen haltende Fahrlehrerinnen etc. - frag ich mich, wofür die überhaupt Geld bezahlt haben. Die Theorie kann man sich imho eh zu min. 60% in den Hintern schieben - die wichtigsten Verkehrregeln kennt man hoffentlich ja noch aus dem Fahrradunterricht in der 4. Klasse. Und richtig Fahren lernen geht eben nur in der Praxis, mit jedem Kilometer wird man sicherer. Von daher ist das in der Summe denn doch ein sehr guter Ansatz.
Trotzdem bin auch ich der Meinung, dass 18 als Altersgrenze "ausreicht". Klar haben auch wir wie jeder Jahrgang in dem Alter genug Flausen im Kopf gehabt und genug Schei*e gebaut. Aber [url=http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,269410,00.html]Artikel wie z.B. dieser hier[/url] (da gehts um den steigenden Alkoholkonsum der unter-18jährigen) lassen mich dann doch sehr nachdenklich werden, was bei den heutigen Kids und Teens in der Erziehung und auch sonst so alles falsch gelaufen ist bzw. falsch läuft... Das spricht eher dafür, dass das Verantwortungsbewußtsein im Vergleich zu meiner Zeit doch eher abgenommen hat.