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Original geschrieben von AdministratorDr
Ein wenig differenzieren muss man aber schon, Sencer. Denn ich kann das Risiko eines Verkehrsunfalls minimieren, wenn ich
a) kein Auto fahre
b) Straßen meide
c) mich von allen zurückziehe.
(fiktiv)
"Fiktiv" ist der springende Punkt
Genauso fiktiv:
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Vor einem Terroranschlag kann ich mich nicht in der weise schützen, weil es mehr willkürlich auftritt. Die Bahn, die benutzt man schonmal. In den Urlaub werden auch die meisten von uns fliegen.
Vor einem Terroranschlag kann ich mich persönlich schützen, indem ich a) keine Bahn mehr fahren (wozu?), Urlaub auf dem Fahrrad in einer Rundreise durch die deutschen Wälder mache (Sport hält fit!) und ich - Du ahnst es
- mich von allem zurückziehe.
Für die tägliche Praxis sind vermutlich mehr Leute auf ihr Auto im Stadtverkehr, auf Landstraßen und Autobahnen angewiesen als Personen in Regional- und Fernzügen. Statistisch bleibt das Auto das höhere Risiko zu sterben, das lässt sich nu mal nicht wegdiskutieren.
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Wahrscheinlich, so vermute ich, möchte man sich der Gefahr eines Verkehrsunfalls garnicht erst bewußt sein. Denn dann würde keiner mehr in den Wagen steigen.
So ist es. Der Mensch ist nu mal ein sehr irrationales Wesen, auch wenn wir das nicht wahrhaben wollen. Zig Menschen entwickeln eine Angst vor'm Fliegen (auch ohne Terrorismus), fahren aber täglich 20km mit ihrem Auto - zum Teil auch noch notorisch ohne Sicherheitsgurt. Zur Abwechslung verfallen inzwischen einige in Terrorgefahrhysterie und -panik trotz Autofahren und verkennen hier die Statistik. Dem zugrunde liegt wohl auch die banale, aber bei jedem Menschen vorhandene Täuschung der eigenen Unverwundbarkeit. Denn am Steuer hab ich es ja in der eigenen Hand! Ich bin in Kontrolle! Ja, ist man ja auch - bis zu dem Punkt, wo ich die Kontrolle in einer besonderen Situation verliere - und wie schon geschrieben gehen in Deutschland einige Tausend Menschen jedes Jahr bei drauf, Kontrolle hin oder her. Den gefestigsten Glauben, den die Deutschen haben ist doch, man könne ein Auto bei 100 oder gar 180km/h noch kontrollieren
Diese Leute haben vermutlich noch nie ein Fahrsicherheitstraining mitgemacht oder wenn dort nur wenig gelernt...
Ich wohne in der Nähe von Frankfurt am Main. Durch die vielen schönen Skyskraper möchte man meinen ist das hier wie gemacht als Anschlagsziel, von den ganzen Bänkern, welche die 3. Welt dank dem dominierendem Wirtschaftssystem verarmt halten mal ganz zu schweigen. Wenn Du noch einen Blick in die angesprochene Kriminalitätsstatistik wirfst, magst Du lieber einen großen Bogen um diesen Moloch machen
Trotzdem lebe ich hier ganz gut in meiner eigenen Illusion der Unverwundbarkeit und kenne die "Schwächen" der Statistik (der Flughafen mit dort anfallenden Verstößen gegen diverse Einreisegesetze zählen mit in die Kriminalitätsstatistik der Stadt) - die Wahrscheinlichkeit, dass mir auf dem Weg über die A66 etwas zustößt ist zigmal höher, als dass mich ein Terroranschlag oder eine kriminelle Handlung in der Stadt trifft (zumal ich gewisse Straßen meide, weil ich gewöhnlich keine "Handgranate und Stoff beim Jugo holen gehe" :D).
Mein Fazit: weil Ängste zum großen Teil irrational sind, lässt sich mit ihnen wunderbar spielen, auch mit dem Ziel, Leute zu manipulieren. Das wussten Staats- und Religionsführer schon immer für eigene Zwecke auszunutzen - die einen mehr, die anderen weniger. Und nur weil wir eine Demokratie haben bedeutet das nicht, dass das bei uns nicht auch vorkommt.