Re: Re: Re: Ihr machts einem nicht leicht...
Zitat
Es kann ja nicht darum gehen, 2 Leute dafür zu belohnen, weil sie ein Leben lang miteinander verbringen wollen.
Sondern die Bevorzugung kommt daher, dass i.d.R. auch ein konkreter Nutzen für die Gesellschaft aus einer Lebenspartnerschaft herauskommt.
Doch, genau darum kann es auch gehen! Wenn zwei Menschen beschließen, ihr Leben miteinander zu verbringen, und bereit sind, dies für unbefristete Zeit zu dokumentieren ("Trauschein", "eingetragener Partnerschaftsschein" oder wie auch immer), sollte dies belohnt werden. Sie übernehmen nämlich in einem besonderen Maße Verantwortung füreinander! Und hier kommen wir zum Punkt des Vorteils für die Gesellschaft: egal, welche Geschlechter in einer solchen Partnerschaft bereit sind, die Verantwortung füreinander zu übernehmen, unterstützen sich u.a. auch finanziell - und liegen somit im Zweifels- und im Notfall dem Staat weniger bis gar nicht auf der Tasche. Von der emotionalen Balance, die eine Partnerschaft im Vergleich zum Singleleben mit sich bringen kann (und in vielen Bereichen auch tut), und deren indirekten Auswirkungen auf Gesundheit usw. fang ich jetzt gar nicht erst an, weil ich keine "hard facts" dazu zitieren kann.
Ach ja: die gesetzliche Regelung muss dafür her, weil nur so die gegenseitige Verpflichtung (!) sichergestellt ist. Bislang profitiert der Staat nämlich nicht, weil die zwei Menschen in ihrer Partnerschaft vor dem Gesetz als zwei Ledige angesehen und behandelt werden. Es profitieren durch das Gesetz also nicht nur die homosexuellen Partnerschaften durch Regelungen zur Miete, Erbschaftsrecht usw., sondern auch der Staat profitiert durch das Gesetz!
Übrigens benachteiligt diese Belohnung von gleichgeschlechtlichen Paaren auch überhaupt niemand. Und sie widerspricht auch nicht der Förderung von Familie mit Kindern - das kann sehr wohl nebeneinander existieren. Ich habe bei dieser Argumentation immer den Eindruck, als würde durch die inzwischen auch in Deutschland halbwegs augeschaffene Gesetzteslage irgendwelche Leute vom Ehemarkt "abgezogen" und somit die (Hetero-)Ehe benachteiligen. Sorry - die Homosexuellen stehen für diesen "Ehemarkt" und potenziellen "Nachwuchsgenerierungsmarkt" doch eh nicht zur Verfügung. Und kein Mann wird jetzt auf einmal schwul (und keine Frau wird auf einmal lesbisch) und heiratet nicht mehr (inkl. Nachwuchs"produktion"), nur weil gleichgeschlechtliche Partnerschaften im Gesetz in vielen Punkten gleichgestellt sind. Duh!
Was die von Mooney angesprochenen religiösen Anschauungen angeht: jedem steht frei, seine religiöse Überzeugung zu vertreten und innerhalb seiner Glaubensgemeinschaft durchzusetzten. Nur akzeptieren mir diese Leute bitte, a) dass wir in einer Demokratie leben, wo jeder über sein Leben und Glücklichwerden frei bestimmen kann und b) dass es neben seiner/ihrer Weltanschauung noch andere gibt, die - dem Grundgesetz sei Dank! - in Deutschland gleichberechtigt sind. Ein Bischof kann Regeln für seine zu behütenden Schäfchen aufstellen, aber die gelten nicht für mich und er kann sie mir auch nicht vorschreiben! Wenn ich zu zwei oder mehreren Göttern beten will (oder vielleicht auch zu gar keinem) habe ich das Recht mich dafür zu entscheiden, wenn ich lieber mit einem Mann den Rest meines Lebens verbringen will, habe ich das gleiche Recht mich dafür zu entscheiden!
(Obwohl ich mich persönlich doch für ne Frau entscheiden würde
- aber es soll ja auch andere geben - und denen gönne ich das durchaus...)