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Original geschrieben von Olzge
Allerdings frage ich mich ernsthaft, wie ein demokratischer US-Präsident die ganze Kacke, die Georgy Porgy in vier Jahren angerichtet hat, wieder hinbiegen soll. Eine Wahnsinnsaufgabe!
Egal wer nächster Präsident wird - er wird die negativen Folgen nicht restlos beseitigen können.
Die Folgen können die USA m.E. gar nicht alleine in den Griff kriegen; beispielsweise vermute ich stark, dass die Europäer im Irak die Aufgabe der Krisenbewältigung früher oder später übernehmen müssen.
Selbst wenn das alles optimal laufen sollte (was mit Sicherheit nicht der Fall sein wird), werden die Folgen die Welt noch lange beeinflussen.
Insbesondere betrifft dies das Völkerrecht (fürchte ich). Zudem entsteht vermutlich weiterer Terrorismus durch die gegenwärtige Politik, mit der sich die Weltpolitik dann herumschlagen muss. 
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Original geschrieben von Olzge
Ich bin der Meinung, dass Europa beginnen sollte, sich viel vehementer vom transatlantischen Bündnis zu distanzieren und eine eigene Sicherheitspolitik zu entwickeln, die sich auf Neutralität, aktive Friedenspolitik und Wehrhaftigkeit (auch atomare Abschreckung) stützt.
Ich vermute, dass genau das auch passieren wird. Das geht halt nicht ganz so auf die Schnelle und die USA haben ja auch schon ganz schön Druck gemacht, damit genau dies nicht passiert.
Dennoch wird es m.E. in den jetzigen EU-Ländern eine engere Rüstungskooperation zu geben, um das militärische Potential zu steigern.
Weitergehende Zusammenarbeit wird es zwischen D/F/B/L geben, zu denen (so meine Hoffnung) nach Berlusconi auch Italien hinzustößt, evtl. dann auch die NL, womit wir dann wieder die Gründungsstaaten der EWG hätten.
Die Geschwindigkeit der Entwicklung wird m.E. maßgeblich davon abhängen, was in Washington für eine Politik gemacht wird.
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Original geschrieben von Olzge
Um dieses Ziel zu erreichen, sehe ich es als unabdingbar an, aus der NATO auszutreten oder diese ganz aufzulösen, da sie nach dem Ende des Kalten Krieges ihre Daseinsberechtigung verloren hat und momentan nur noch als eine Art US-Fremdenlegion dient.
Das sehe ich anders.
Deutschland und Frankreich (und auch Belgien und Luxemburg) haben verhindert, dass die NATO nur das ausführende Organ der USA darstellt. Aber in der Tat haben die USA die NATO m.E. schwer geschwächt, so dass man in der Tat fragen kann, ob sie noch eine Daseinsberechtigung hat.
Ich bin dennoch der Ansicht, dass wir die NATO als Brücke über den Atlantik unbedingt benötigen - gerade auch wenn es schlecht läuft. Europa (oder auch speziell Deutschland) kann und darf es sich nicht leisten, so einfach Beziehungen in irgendeinen Teil der Welt (und die USA sind nun bei Leibe nicht der unwichtigste) zu kappen.
Behaltet die langfristige Entwicklung im Auge! Eine Konfrontation zwischen Europa und den USA ist alles andere als wünschenswert.
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Original geschrieben von Olzge
Übrigens: Was glaubt Ihr, was die häufigste Antwort auf die Frage wäre, welches Land der Welt momentan den Weltfrieden am meisten gefährdet? Ich würde wetten, USA. Dies ist allerdings ganz und gar meine subjektive Meinung.
Entsprechende Umfragen gab es ja weltweit vor ein paar Monaten. Die Ergebnisse waren fast überall so, wie Du sie erwartest.