Beiträge von oecher

    Re: Re: Sprache, Krieg und dummes Zeug oder: Sprücheklopfer


    Zitat

    Original geschrieben von Krähe
    Leider wird auch seitens vieler Kriegsgegner kaum differenziert zwischen der amerikanischen Regierung, die den Konflikt (zu diesem Zeitpunkt) provoziert hat, und den amerikanischen Soldaten, die einfach nur ihre Befehle ausführen - egal, ob sie diese Befehle nun gutheißen oder nicht. Insofern kann ich Deinen Ärger gut verstehen... :(


    Über die Entwicklung braucht sich niemand zu wundern und wenn die politischen Spannungen zwischen dem "Alten Europa" und den USA anhalten, wird das weiter zunehmen.
    In der anderen Richtung ist das ja nicht besser, wenn es etwa heißt, als nächstes sei Frankreich dran.


    Diese Aggressionen können einen aber erahnen lassen, was die ganze Thematik in der arabischen Welt auslöst:

    Zitat

    ägypthische Zeitung al-Ahram laut [URL=http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,243739,00.html]Spiegel Online[/URL]
    Doch die Wut der Araber wird nicht sterben und ihre Trauer wird sich nicht in Luft auflösen. Es wird nicht bloß ein paar Demonstrationen geben oder Slogans, die im Wind verhallen, denn die Wut sitzt tief und ist beschämend

    Zitat

    Original geschrieben von KX250
    Horst Gottfried weist auf die Situation innerorts hin:
    »Ergänzend zu Ihren Tipps ergibt sich aus §1 StVO (Belästigung, Gefährdung), dass die Schlussleuchte jederzeit auszuschalten ist wenn ein anderes Fahrzeug unmittelbar folgt. Da dieser Fall allerdings innerorts nahezu ständig eintritt, gilt innerorts somit ein "Quasi-Verbot"


    Also das halte ich für albern: Wie oft hat man denn im Berufsverkehr dichten Nebel? Vielleicht kenn nur ich das nicht, aber meine Nebelschlußleuchte hab ich bisher vielleicht 4 mal verwendet: Wenn ich mich richtig erinnere, war das immer nachts oder am frühen Morgen, teilweise auf Autobahnen oder in ländlichen Regionen; jedenfalls ist da nie Auto hinter Auto gefahren. :rolleyes:
    Ist natürlich keine Kritik an Dir, KX250 - Danke! :top:

    Zitat

    Original geschrieben von Snake
    wie sieht es denn momentan mit den demokratischen Strukturen in Afghanistan aus? Hat mir jemand ein paar gute(!) Links? Würd mich schon interessieren, ob das eine defacto- US Kolonie wird, oder ob sie ihre "eigenen":rolleyes: Traditionen pflegen...


    Ich hab dazu keine Links zu bieten und bin da auch nicht ganz auf dem Laufenden. Aber ich glaube, dass der amerikanische Einfluss in Afghanistan zwar vorhanden ist, dass man aber von einer US-Kolonie kaum wird sprechen können.
    Außerdem glaube ich, dass die US-Regierung im Irak mehr Einfluss ausüben will als in Afghanistan, dazu passt auch folgendes:

    Zitat

    Washington bekräftigt: USA werden Wiederaufbau Iraks leiten (dpa, 6. März 2003)
    [...] «Es ist nur natürlich zu erwarten, dass die alliierten Kräfte die leitende Rolle haben werden, nachdem sie sich an der Befreiung des Irak beteiligt und dafür Leben und Blut geopfert haben.» Irak sei nicht Ost-Timor, Kosovo und Afghanistan, fügte [Sicherheitsberaterin] Rice mit Blick auf die dortige zentrale Rolle der UN hinzu. [...]

    Es gibt auch eine andere Einschätzung, als die in dem Zeit-Artikel geäußerte.
    Ich hatte einen Artikel gelesen, in dem Blix zitert wurde und die Schuld nicht dem Sicherheitsrat (oder den 'Kriegsgegnern') gegeben wurde. Ich hab den Artikel leider nicht finden können, weiß auch nicht mehr wo und wann genau ich ihn gelesen habe - ich habe aber ein Interview der "Welt am Sonntag" mit Blix gefunden, in dem diese Aussagen enthalten sind.

    Zitat

    Welt am Sonntag, 30. März 2003
    Blix: [...] Ich hatte sogar kurz vor ihrer Entscheidung, in den Krieg zu ziehen, das Gefühl, dass unsere Arbeit sie [- die US-Regierung -] irritierte. Ich hatte das Gefühl, sie wollten, dass wir verschiedene Ergebnisse unserer Inspektionen so herausstreichen, dass sie eine Resolution im Sicherheitsrat erhalten hätten.
    [...]
    Es ist klar, dass es wichtige Leute innerhalb der amerikanischen Administration gibt, die Waffeninspektionen als unnötigen Umweg sahen. Verantwortlich ist jedoch der Präsident - und ich glaube, er meinte es ehrlich, als er seine Rede vor der UN hielt, und auch, als die erste Resolution verabschiedet wurde. Die USA haben uns geholfen, indem sie sich zunächst hinter uns stellten. Doch nach dreieinhalb Monaten ließ man durchklingen, dass der Prozess nicht zu den gewünschten Resultaten führt. Aber das ist eine ziemlich kurze Zeit.


    Ich halte das ganze Interview für lesenswert.


    Die in dem Zeit-Artikel zum Ausdruck gebrachte Einschätzung ist m.E. teilweise falsch: Frankreich hat lange offen gelassen, am Irak-Krieg teilzunehmen, ihr Flugzeugträger hat (ich glaub) im Februar sog. Manöver im Mittelmeer durchgeführt und war damit m.E. de facto Teil der Drohkulisse. In der deutsch-französisch-russischen Initiative wurde die Drohkulisse ausdrücklich als notwendig erwähnt - die USA haben den Vorschlag geradezu erbost zurückgewiesen; bei Umsetzung dieses Plans hätten natürlich auch die genannten Länder an der Drohkulisse mitgemacht. Es war nur längst viel zu spät; die USA hatten den Aufmarsch ja schon begonnen, bevor sie überhaupt an die UNO herangetreten sind - und damals hat niemand Deutschland um Hilfe gefragt, sie war gar nicht erwünscht. Das wurde Schröder ja auch vorgeworfen: Er hätte im Wahlkampf Deutschlands Teilnahme an einem Irak-Feldzug im Wahlkampf ausgeschlossen, obwohl das damals niemand von Deutschland erwartet hätte.


    Wie ist es denn möglich, dass sich ein deutscher Bundeskanzler öffentlich zu etwas positionieren konnte, das angeblich (noch) gar kein Thema war und sich ein gutes halbes Jahr später offenbar doch genauso entwickelt hat, wie das der Bundeskanzler damals befürchtet hat - und sogar gegen den UN-Sicherheitsrat, gegen viele enge Verbündete der USA, gegen die große Mehrheit aller Nationen und gegen die Meinung der Weltbevölkerung.
    Mein Eindruck ist jedenfalls nicht, dass Schröder hellseherische Fähigkeiten besitzt oder dass es sich um einen Zufallstreffer handelt. Jetzt diese Entwicklung ausgerechnet dem anzukreiden, der als erster (wichtiger) Politiker öffentlich erklärt hat, dass er dies für völlig falsch hält, halte ich doch für fragwürdig.


    Übrigens, etwas was dazu ganz gut passt:

    Zitat

    Die Zeit, 27. März 2003
    [...] Schon beim deutsch-französchen Gipfel in Schwerin im Juli hatte der [französische] Präsident den deutschen Bundeskanzler hinter verschlossenen Türen mit seinen Befürchtungen über Amerikas Kriegsentschlossenheit derart alarmiert, dass Gerhard Schröder im Wahlkampf sofort die Friedensfahne hisste. [...]

    Ich würde gerne einen Link angeben, aber entweder der Artikel ("Chiracs Kalter Krieg") ist gar nicht online oder ich find ihn nicht.

    Einen interessanten [URL=http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,243288,00.html]Artikel[/URL] habe ich bei Spiegel Online gefunden. Dabei wird auf die Londoner Times Bezug genommen.


    Falls die Aussagen den Tatsachen entsprechen, zeigt das aus meiner Sicht eine Mischung aus schlichter Dummheit und Naivität in der US-Regierung. Entweder glaubt sie tatsächlich (offenbar bis heute), dass der Irak die Grundlage für Terrorismus bietet, oder sie meint, einen Vorwand gefunden zu haben, gegen den Irak vorgehen zu können - und ohne, dass die Welt das merken würde.
    Die persönlichen Vorwürfe Bushs an Schröder lassen sich auch immer eindeutiger dadurch erklären, dass Schröder die "uneingeschränkte Solidarität" versprochen hatte - aus Schröders Sicht beschränkte sich das auf den Terrorismus, der zwar laut Bush bekämpft wird, was in Deutschland aber weitgehend anders gesehen wird.
    Der Artikel stärkt Schröders Ablehnungskurs aber m.E. den Rücken, weil eindeutig hervorgeht, dass dieser Krieg schon längst gewollt war...

    Ich wollte nochmal auf die Sendung "Monitor" hinweisen. Für Leute, die sich dafür interessieren, ob Bush religiösen Motiven folgt, wird es wahrscheinlich (hoffentlich) interessant sein. Ich schau's mir jedenfalls an.
    Sendungsbeginn ist 20:30 Uhr nach einem Brennpunkt.

    Der langjährige Außenminister Genscher hat sich aber ganz anders als Kohl geäußert, daher hab ich meine Zweifel, dass Kohl seine Treuelinie zu den USA hätte durchsetzen können.
    Ich hab kurz nach einem Link gesucht, in dem Genschers Ansichten deutlich werden - hab leider nichts Aussagekräftiges gefunden. Er war aber bei "Gabi Bauer" zu Gast (ich glaub im Februar), und da hat er die Linie der Bundesregierung fast durchgängig unterstützt.

    Zitat

    Original geschrieben von Jochen
    Möglich. Aber auch eher eine Vermutung.
    Ich suche aber immer noch DAS belegte Argument, das gegen Licht am Tage spricht. Die Gegenargumente sind bisher nur Befürchtungen und Vermutungen.


    Da hast Du recht - ich hab dazu keine Studie parat; m.E. sollte man aber die Vermutungen, die die Lichtpflicht kritisch sehen, deshalb nicht leichtfertig abtun - was Du aber glaub ich auch gar nicht wolltest.


    Ich habe zu dem Thema keine eindeutige Meinung, weil ich Vor- und Nachteile sehe, die ich nicht wirklich sinnvoll abwägen kann.

    Zitat

    Original geschrieben von Jochen
    Daß man mit Licht am Tage Autos besser sieht, ist definitiv erwiesen. Daher schalte ich es auch ein ohne irgendwelche Skrupel zu haben, daß ich damit Kinder und Radfahrer gefährde.


    Als Einzelfall wirst Du damit wahrscheinlich auch keine anderen Verkehrsteilnehmer gefährden; die Probleme fangen m.E. erst dann an, wenn dies die Regel wäre.

    Zitat

    Original geschrieben von Jochen
    Irgendwie verstehst Du mich ständig falsch oder legst es falsch aus.


    Irgendwie hab auch ich den Eindruck, dass wir aneinander vorbei argumentieren.

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    Original geschrieben von Jochen
    Nein, das ist etwas völlig anderes. Schilder sind für bestimmte Gegebenheiten gedacht. Licht am Tage wäre immer vorhanden. Und es geht um einen ganz anderen optischen Effekt.
    Du führst hier etwas ins Feld, das mit Licht am Tage wenig zu tun hat.
    natürlich ist der Mensch im Straßenverkehr häufig "optisch- kognitiv" (nenne das jetzt mal so) überfordert und dazu tragen auch Schilder bei.


    Nein, das ist nicht mein Punkt.
    Ich meine nicht, dass Schilder zur Überforderung des Autofahrers beitragen (auch ab und zu der Fall), sondern dass Schilder inzwischen notwendig geworden sind, um Unfälle zu verhindern.
    Ganz platt: Der deutsche Autofahrer erkennt eine scharfe Kurve nicht am (unter Umständen nicht mehr verfolgbarbaren) Straßenverlauf, sondern daran, dass die Kurve durch Schilder angekündigt wird, Überholverbot, Geschwindigkeitsbegrenzung - ich denk, Du verstehst, was ich meine.
    Das jetzt auf Licht übertragen: Der Autofahrer 'sucht' nach Verkehrsteilnehmer mit Licht - alles andere hat einen zusätzlichen Überraschungseffekt mit langsamerer Reaktionszeit.