Beiträge von oecher

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    Original geschrieben von Jochen
    Effekte. Imho. Ich habe damit bisher in 9 Jahren und x00000km keine negative Erfahrung gemacht. Nur positive. Es gibt schließlich auch praktisch keine negativen Ich habe damit bisher in 9 Jahren und x00000km keine negative Erfahrung gemacht. Nur positive. Es gibt schließlich auch praktisch keine negativen Und deshalb fahre ich auf der AB genau wie außerorts immer mit Licht.


    Ich glaube auch nicht, dass Du der Leidtragende sein könntest(!) - außer natürlich bei etwas erhöhtem Verschleiß + Kraftstoffverbrauch.

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    Original geschrieben von Jochen
    oecher: Ja, der springende Punkt mit den Reflektoren ist, daß es regenete! Davon sprach ich nicht! Bei Regen haben auch Fahrräder Licht einzuschalten, vorne und hinten!


    Ja, schon - aber selbst das Rücklicht eines PKW war kaum zu erkennen! Und das hat doch nicht damit zu tun, dass es regnete - oder doch? Aber Du hast recht, im Schatten oder bei Gegenlicht hätte das schon anders ausgesehen.

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    Original geschrieben von Jochen
    Und es ging um normale Fahrsituationen! Natürlich ist das Absichern einer Unfallstelle immer riskant. Kenne das als Rettungssani. Ich habe eine Und es ging um normale Fahrsituationen! Natürlich ist das Absichern einer Unfallstelle immer riskant. Kenne das als Rettungssani. Ich habe eine Und es ging um normale Fahrsituationen! Natürlich ist das Absichern einer Unfallstelle immer riskant. Kenne das als Rettungssani. Ich habe eine orangene Jacke mit Refelektionsstreifen im Auto.


    Es geht Dir ja um die Vermeidung kritischer Fahrsituationen. Ich habe die nicht täglich; "normale Fahrsituationen" würde ich daher eigentlich anders definieren. :rolleyes:
    (So eine Weste hab ich übrigens auch. Beim bislang einzigen Mal (nachts, Autobahn), bei dem ich sie hätte einsetzen können, aber glatt vergessen. :flop: )

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    Original geschrieben von Jochen
    Zu den Geschwindigkeiten: sie werden ja nciht geändert. Es geht weiterhin um 50, 100 und Richtgeschwindkeit 130 ohne Tempolimit.


    Ja, das ist schon klar - meine ursprüngliche Argumentation vermutete eine abnehmende Aufmerksamkeit, "weil ja ohnehin (vermeintlich) alle Verkehrsteilnehmer Licht haben".
    Der Verkehrsteilnehmer erwartet nur noch Fahrzeuge mit Licht - das ist m.E. so ähnlich wie mit Schildern: Wir haben inzwischen einen Schilderwald, weil die Fahrer sich i.d.R. an der zulässigen Höchstgeschwindigkeit orientieren und sich eben nicht den Verkehrsumständen anpassen, seien es Kurven, Gefälle, schlechter Fahrbahnzustand oder Sichtverhältnisse. Der Fahrer neigt dazu, überhaupt nicht mehr mit Kurven zu rechnen, die er nicht mit der erlaubten Geschwindigkeit durchfahren kann. Übertragen auf Tageslichtpflicht bedeutet das, dass sich jedes unbeleuchtete Objekt auf der Fahrbahn überraschend auswirken könnte.

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    Original geschrieben von Jochen
    Was man hierbei immer beachten muß: es geht auch darum, das eine gegen das andere aufzuwiegen? Wie bzw, ob überhaupt, erhöht sich das Risiko für andere? Wie sehr tut es das im Vergleich zur gestiegenen Sicherheit für Autofahrer? Wer braucht mehr Sicherheit? Wer ist häufiger im Verkehr unterwegs? Kann ein Grad der Sicherheit für andere gewährt bleiben?


    Diese Fragen halte ich für letztlich entscheidend. Das ist m.E. sehr komplex und ich hab dazu keine wirklichen Antworten.
    Mein Eindruck ist, dass das Abblendlicht von PKWs tagsüber eigentlich zu stark ist und bedeutende Nachteile für Fahrräder und Fußgänger mit sich bringen würde - vielleicht auch für Motorräder.

    Zu Reflektoren am Tag:
    Mir scheint der effektive Nutzen von Reflektoren bei hellem Tageslicht vernachlässigbar. Bei Sonneneinstrahlung im entsprechenden Winkel bringt es sicher Aufmerksamkeit, aber bei der Beleuchtung durch Autoscheinwerfer? Heute bin ich mit dem Auto durch die Gegend gefahren und hatte wegen Regens Licht an - andere Fahrzeuge auch. Ich hab kaum das Rücklicht von denen gesehen, geschweige denn die Reflektion meines Lichts durch deren Reflektoren - das bringt einfach wenig, wenn die Umgebungshelligkeit zu hoch ist.


    Zum Rechtsfahren von Fahrradfahrern:
    Ich glaub, Du meinst Radfahren in der Stadt, ich meinte dagegen Radfahren auf Überlandstraßen. Und dazu gibt es durchaus Auffassungen, wonach es eben nicht sicherer ist, äußerst rechts zu fahren.


    Das Rumlaufen auf Landstraßen hat damit zu tun, dass von Dir formuliert wurde: "Wer außerorts auf der Landstraße herumläuft oder auf der AB mit dem Fahrrad unterwegs ist, macht auch etwas verkehrt." Ist schon ok, war wahrscheinlich auch nicht ganz ernst gemeint - ich wollte nur ausdrücken, dass sich das Rumlaufen nicht immer vermeiden läßt.


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    Original geschrieben von Jochen
    Entschuldige, aber ich sehe ein Auto, das ich nicht ohne Licht sehe mit 20 genauso wenig wie mit 60.


    Wenn sich beide Fahrzeuge mit 20 km/h bewegen, ist die Zeit, die beiden Autofahrern bleibt, den jeweils anderen zu erkennen erheblich länger. Außerdem wird bei einem spätem Erkennen die Wahrscheinlichkeit erhöht, doch noch ausweichen zu können (- weil immer noch mehr Zeit bis zur Kollision bleibt und weil bei geringerer Geschwindigkeit die Fahrphysik andere Ausweichmanöver erlaubt).

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    Original geschrieben von Jochen
    Ich glaube nicht, daß die Aufmerksamkeit abnimmt. Im Gegenteil: es gäbe endlich mal ein Bewußtsein! Es ist eigentlich logisch, daß Licht an Fahrzeugen für das Auge besser ist und die Aufmerksamkeit fördert.


    Warum soll das logisch sein? Vielleicht versteh ich Dich falsch, aber ich stelle nicht in Frage, dass ein Fahrzeug mit Licht besser erkannt wird - aber was ist mit anderen? Sei es ausgefallene Fahrzeugbeleuchtung, sei es eine unbeleuchtete Unfallstelle, seien es Kinder am Fahrbahnrand...

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    Original geschrieben von Jochen
    Ich verstehe nicht, wieso Leute, die seit Jahren den Füphrerschein haben, noch nie in einer Situation waren, in der sie gemekert haben, wie riesig der Unterschied zwischen "mit Licht" und "ohne Licht" sein kann. Ich habe es einige Dutzend Male erlebt, daß man ein Fahrzeug nicht erkannt hat, weil es kein Licht an hatte. Sei es im Sommer, im Winter, morgens, tagsüber, abends bei Dämmerung, bei Regen, bei Sonnenschein, blauem Himmel, gauem Himmel.....


    Falls das auf mich bezogen ist: Ich kenne solche Situationen. Meine Argumentation geht auch nicht dahin, Tagesfahrlicht prinzipiell abzulehnen; ich gehöre selbst zu denen, die eher früh das Licht einschalten - trotz rotem Fahrzeug.

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    Original geschrieben von Jochen
    Wer außerorts auf der Landstraße herumläuft oder auf der AB mit dem Fahrrad unterwegs ist, macht auch etwas verkehrt. ;)
    Und Radfahrer auf Landstraßen sollten ohnehin äußerst rechts fahren und Reflektoren und Lampen dran haben. Aber am besten gar nicht erst über die Landstraße fahren, sondern möglichst über Fahrradwege.

    :confused: Ob Reflektoren am helligten Tag helfen können, Fahrräder zu erkennen... - imho eher in Ausnahmefällen. Und dass Radfahrer äußerst rechts fahren sollen schützt sie auch nicht unbedingt vor Unfällen, da wird dann eher bei Gegenverkehr überholt. Besser sehen kann man Radfahrer am Fahrbahnrad ja auch nicht, daher versteh ich Dich nicht ganz. Und Radwege gibt's ja längst nicht überall. Noch was: Wenn Du mal versucht hast auf ner Autobahn ne Unfallstelle abzusichern, dann kannst Du Dir vorstellen, dass es auch nötig sein kann, auf ner Landstraße rumzulaufen.

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    Original geschrieben von Jochen
    Wie mann es dreht und wendet: diese Radfahrer sieht man auch nicht deshalb schlechter, weil Autos Licht an haben. Ganz davon abgesehen, daß außerorts wesentlich mehr Autos unterwegs sind und wesentlich mehr Autounfälle passieren wegen mangelnden Lichts als Radunfälle.
    Aber auch innerorts sehe ich das gleiche Argument wie bzgl. der Motorradfahrer. Daß man Autos besser sieht, bedeutet bei Weitem nicht, daß man andere schlechter sieht. Das ist imho ein Trugschluß.

    Ich sehe die Gefahr darin, dass die Aufmerksamkeit abnimmt, weil ja ohnehin (vermeintlich)alle Verkehrsteilnehmer Licht haben. Hätten Fahrzeuge kein Licht, wäre ja durchaus Verkehr auch unter ungünstigen Bedingungen vorstellbar: halt mit anderen Geschwindigkeiten.

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    Original geschrieben von Blarney
    [Zur Isolation der US-Politik:]
    Das hat nicht Deutschland erreicht, das ist das Resultat der George&Rummy-Show.


    Ich kann doch nicht den Kritiker eines falschen Verhaltens fuer das falsche Verhalten verantwortlich machen!


    Ja, das seh ich auch so. :)
    Die USA halten ihre Politik aber nicht für falsch und unterstellen jeder Kritik Antiamerikanismus und ähnlich niedrige Motive. Seit einigen Wochen glaube ich, dass das nicht nur vorgeschobene Argumentation ist, sondern tatsächlich die Überzeugung vieler in der US-Regierung.


    Die Gefahr der Isolierung halte ich derzeit auch noch für gering. Mir ist nur aufgefallen, dass sich Rau so scharf wie nie geäußert hat, und andere Staats- und Regierungschefs sich momentan zurückhalten.


    Zitat

    Original geschrieben von Blarney
    >die deutsche Außenpolitik hat m.E. einen Drahtseilakt vollbracht, dessen Ausgang lange ungewiss war und ich hoffe, dass man nicht schon wieder eine solche Herausforderung sucht.
    Warum nicht? Wenn man von der Richtigkeit des eigenen Handelns ueberzeugt ist, und dafuer gute Gruende hat, muss man das auch vertreten. Ich hielte es fuer Grundfalsch, aus "Beziehungsgruenden" den Schwanz einzuziehen und einen Krieg gutzuheissen - wo kommen wir denn da hin!?!?!?


    Die deutsche Position ist ja bekannt, daher muss nicht ständig nachgelegt werden.
    Ich will den vergangenen Drahtseilakt nicht verurteilen, vielleicht war er wirklich nötig; letztlich kann man m.E. sagen, dass er nicht verkehrt war. Dennoch hätte die deutsche Außenpolitik auch versuchen können, früher Verbündete für ihre Position zu finden - das ist nicht geschehen, man hat lieber einen "deutschen Weg" formuliert. (Ich will das wie gesagt gar nicht komplett in Frage stellen, aber die Vorgehensweise war riskant und sollte m.E. nicht oft wiederholt werden.)


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    Original geschrieben von Blarney
    Das ist derzeit meines Erachtens nach die erste echte Gelegenheit fuer eine "Abnabelung" Europas. Ich hoffe wir nutzen sie...


    Ich bin sehr gespannt, wie sich das weiter entwickelt. Europa muss m.E. aber aufpassen nicht zu sehr auf Konfrontantion mit den USA zu gehen, auch wenn sich das bei Fortsetzung gegenwärtiger US-Politik kaum vermeiden lässt. - Immerhin würden wir dann vielleicht sogar wieder die Briten mit im Boot haben; die Londoner Regierung hat wohl inzwischen Zweifel an den ehrenhaften Motiven und der Vorgehensweise der verbündeten Amerikaner bekommen.


    AdministratorDr
    Gott, Religion und Moral werden gerne als unterstützende Elemente für Kriege angeführt. Meist soll damit v.a. der Rückhalt in der Bevölkerung oder der Kampfeswille der Soldaten gestärkt werden. In den westlichen Ländern setzt m.W. kein Land so stark darauf, wie die USA.


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    Original geschrieben von me45
    Zumindest Bush glaubt gar nichts. Wer ihm den Schwachsinn abkauft, ist wirklich leichtgläubig. Ihm geht es um wirtschaftliche Interessen (hat ihm nicht die Öl- und Rüstungsindustrie den Wahlkampf finanziert?!), was er natürlich nicht so sagen kann, deshalb versucht er sein Handeln (im Nachhhinen) zu rechtfertigen und irgendwie zu begründen


    Ich vermute ehrlich gesagt ziemlich das Gegenteil. Ich bin der Ansicht, dass für Bush religiöse Motive mit die wichtigsten sind. Das trifft mit Sicherheit nicht auf die gesamte Regierung, sowie deren Berater zu, dort spielen wohl eher wirtschaftliche und/oder geostrategische Motive die Hauptrolle.

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    Original geschrieben von Elefant
    In der Sache geb' ich Dir recht lieber Jochen, der aktuelle Zustand (=kein Tagesfahrlicht in Deutschland für alle) hat aber einen Vorteil:


    Motorradfahrer fallen früher auf und fahren dadurch sicherer! Die Jungs und Mädels auf den Bikes haben keine Knautschzone und keine Airbags... ich gönne ihnen daher den Vorteil mit Licht zu fahren und aufzufallen von ganzem Herzen :)


    Auch Radfahrer hätten mit dem Tagesfahrlicht ihre Probleme...

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    Original geschrieben von Nomadd
    Könnte man denn diese Leute nicht noch viel besser sehen, wenn diese noch zusätzlich die Nebelscheinwerfer einschalten würden :D?


    Sinnvoll wäre dann doch auch noch den Warnblinker zu verwenden, oder? :confused: :D

    Morgen bringt die ARD um 20:15 in "Monitor" einen Beitrag über die religiöse Motivation von Bush. Lohnt sich vielleicht einzuschalten.

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    [i]Original geschrieben von Blarney[i]
    Du unterstellst hier, dass Rau das als Vertreter der deutschen Regierung bzw. in seiner Funktion als Bundespraesident tut.


    Ich habe das vielmehr so verstanden, dass er als Mensch aus seiner Erfahrung mit dem zweiten Weltkrieg, und als Christ gegen die Argumentation von George W. Bush ist: "Nirgends in der Bibel werde zu Kreuzzügen aufgerufen, sagte Rau. Die Einstellung des US-Präsidenten sei nicht verbindlich für alle Christen. "Der Papst hingegen spricht in dieser Frage wohl eher für die ganze Menschheit."

    Du hast wahrscheinlich recht, dass die Äußerungen eher privater Natur sein sollen. Dennoch - und dessen ist sich Rau bewusst - wird eine solche Meinungsäußerung in Washington wahrgenommen. Und daher hat mich das Interview in der Schärfe jetzt überrascht.
    Rau ist ja jemand, der normalerweise nicht mit scharfer Kritik um sich wirft, er wählt seine Worte sehr bedacht. Zudem ist die öffentliche Kritik an der US-Politik abgeflaut; die Einschätzung, jetzt ohnehin nichts ändern zu können und auf lange Sicht nicht um eine - möglichst gute - Beziehung zu den USA herumzukommen, hat m.E. dazu geführt, dass der Irak-Krieg mit seiner Entstehung in Diskussionen weitgehend ausgeklammert wird und daran gearbeitet wird, alte Kontakte zu verbessern. Insofern wundert mich Raus Kommentar, da er dieser Linie nicht folgt.

    Zitat

    [i]Original geschrieben von Blarney[i]
    Ich kann weiterhin nicht sehen, wieso man "isoliert" ist, wenn man eine (gut begruendete) eigene Meinung vertritt - insbesondere wenn diese Meinung die vorherrschende Meinung in dem Volk ist, von dem man gewaehlt wurde. Gute Freundschaft zeigt sich gerade durch Ehrlichkeit und Offenheit und vertraegt auch mal Kritik.


    Ja und nein.
    Die amerikanische Regierung hat die Kritik aus Deutschland am Irak-Kurs leider nie wirklich ertragen wollen. Inzwischen haben sie dazu auch allen Grund, denn in der Tat hat es u.a. Deutschland erreicht, dass die US-Politik weltweit isoliert ist. Nur wenige Regierungen trauen sich noch die US-Regierung öffentlich zu unterstützen, diese Regierungen stehen unter enormem innenpolitischen Druck. Das Problem liegt m.E. vor allem darin, dass die US-Administration Kritik - egal von wem - nie ernst genommen hat. Das ist leider eben keine "gute Freundschaft"; auch Ehrlichkeit und Offenheit sind von amerikanischer Seite her m.E. keine Merkmale der derzeitigen Beziehung zwischen USA und Deutschland (und eigentlich allen anderen Ländern).
    Die Gefahr der Isolierung sehe ich dann, wenn von deutscher Seite weiterhin scharfe Kritik an der Entstehung des Irak-Kriegs geübt wird, aber alle anderen Länder längst wieder versuchen, die Beziehungen zu verbessern. Ich hoffe sehr, dass sich die Bundesregierung sehr eng mit Frankreich abstimmt, damit keine Isolierung entsteht; der Bundespräsident wird hoffentlich über diese Bemühungen unterrichtet. Nach meiner Einschätzung hätte die Irak-Krise auch einen anderen Verlauf nehmen können, hätten sich die Franzosen nicht im Januar der deutschen Kritik angeschlossen - die deutsche Außenpolitik hat m.E. einen Drahtseilakt vollbracht, dessen Ausgang lange ungewiss war und ich hoffe, dass man nicht schon wieder eine solche Herausforderung sucht.

    Zitat

    [i]Original geschrieben von Snake[i]
    Alle schreien laut auf, wenn es um die deutsch-amerikanischen Beziehungen geht; allerdings finde ich es wirklich wichtig, seine ehrliche Meinung zu äußern anstatt in ständigem Diplomatieschleim seine Geradlinigkeit zu verlieren.
    Insofern: Rau :top:


    Geradlinigkeit ist schön und auch ich kann Raus Äußerungen durchaus unterstützen, der Zeitpunkt scheint mir unter Umständen unglücklich gewählt.
    Es geht auch nicht nur um deutsch-amerikanische Beziehungen, es geht um das langfristige politische Gewicht Deutschlands (und anderer Länder). Es geht auch um europäische Einigung, um Wirtschaft natürlich und es lassen sich mit Sicherheit viele weitere Punkte anführen.

    Bemerkenswert finde ich, dass jetzt sogar Rau scharfe Kritik an Bush und seiner Regierung äußert. Das wundert mich doch etwas, da ich eigentlich davon ausgegangen bin, dass Deutschland seine Beziehungen zu den USA wieder verbessern will.
    Ich nehme an, dass sich Rau durch den ziemlich schlechten Kriegsverlauf, weltweit anhaltende Proteste und die in den USA zunehmende Kritik an Teilen der Regierung ermutigt gesehen hat. Vielleicht hat er inzwischen sogar die ernsthafte Hoffnung, dass die USA auf Deutschland zukommen müssen. Ich bin mal gespannt wie sich das weiter entwickelt und hoffe, dass das nicht der Anfang einer erneuten Isolation Deutschlands ist - was momentan noch nicht so aussieht, dennoch sind m.W. die Staatsführungen der kriegsablehnenden Nationen wesentlich zurückhaltender.
    http://www.n-tv.de/3150477.html


    Die International Herald Tribune hat am Wochenende einen Artikel veröffentlicht, den ich sehr interessant finde. Darin wird den USA und UK unterschiedliche Gründe für diesen Irak-Krieg unterstellt.
    Großbritannien - so die Argumentation - führt deshalb Krieg, um internationales Recht (die UN-Resolutionen) durchzusetzen: "The British came to save the United Nations, not to bury it."
    Diese Argumentation lässt sich auf alle anderen Staaten im Visier der US-Regierung nicht anwenden.
    Daraus ergibt sich die Einschätzung, dass Großbritannien in weiteren von den USA geplanten Kriegen die USA nicht unterstützen würde.