Beiträge von oecher

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    Original geschrieben von Andre
    Die Fälle ähneln sich doch immer wieder: Das Ende kam durch, selbst herbeigeführte, Kriege und/oder innere Machtkämpfe.


    Ein Anfang ist also schonmal gemacht... ;)


    Ich bin nicht sicher, ob das im Interesse der Menschheit oder speziell des "Alten Europa" ist. Allerdings glaub auch ich, dass die gegenwärtige amerikanische Politik das Ende der Weltmacht USA einleiten könnte - ich hoffe aber, dass das in den USA selbst erkannt und gegengesteuert wird...

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    Original geschrieben von Anja Terchova
    Die Maschine von oecher hat aber eindeutig vier Engine, da kan es nur eine 707 eine BA 146 oder ein A340 sein.

    Hiermit dementiere ich überhaupt ein Flugzeug zu besitzen - geschweige denn eins mit vier Triebwerken. ;)

    Antwort auf diesen Beitrag:


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    Original geschrieben von cybulska
    Diese Aufgabe wird möglicherweise völlig unlösbar sein. Es wird allgemeinhin verkannt, daß die Iraker und überhaupt der islamische Kulturkreis gar keine "Demokratisierung" durch den westen will. Diese würde wahrscheinlich sowieso auf die Etablierung eines den Staaten hörigen Regimes herauslaufen, das deren wirtschaftlichen Ziele befördert.


    Eine Demokratisierung würde m.E. eher den wirtschaftlichen und v.a. geopolitischen Interessen der USA entgegen stehen. Vielleicht meinst Du das auch: dass deshalb eher ein anderes Regime angestrebt wird.


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    Original geschrieben von cybulska
    imho setzt sich Deutschland einer viel größeren Gefahr aus, wenn es sich mit den Kriegskoalitonären solidarisiert und so zu einem potentiellen Terrorziel macht. Eine direkte Bedrohung Europas durch den Irak besteht meiner Ansicht nach nicht, so wie ich auch die Verbindungen des Irak zu Al'Quaida stark bezweifle.

    Ich stimme da mit Deiner Einschätzung völlig überein! Aber eine Solidarisierung Deutschlands forder ich nicht und halte sie (u.a.) aus genau dem von Dir genannten Grund für falsch.
    Vielleicht wäre es das beste, wenn man beim Wiederaufbau die "Koalition der Willigen" bewusst möglichst wenig einbezieht. Es würde dann auf die bekannte Aufgabenteilung hinauslaufen - also die USA sind für's grobe zuständig, die Europäer für die Aufbauarbeit. In Europa wollte die aber diesmal kaum jemand - dennoch ist es vielleicht jetzt auch für die Europäer die beste Lösung. Das "Alte Europa" sollte aber in der Tat darauf achten, sich weiterhin von dem Vorgehen der USA zu distanzieren.


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    Original geschrieben von cybulska
    Du übersiehst hier die Möglichkeit, daß die Generalversammlung einschreitet. Nach dem "uniting for peace"-Beispiel aus der Korea-Krise könnte die Generalversammlung eine (zumindest symbolische weil weil wohl nicht durchsetzbare) Resolution gegen den Krieg verabschieden.

    Beschlüsse der Generalversammlung sind im Unterschied zu denen des Sicherheitsrats nicht bindend, also in der Tat nur symbolisch und ohne jeden völkerrechtlichen Anspruch. In mehreren öffentlichen Sitzungen des Sicherheitsrats wurde aber schon ausführlich darüber diskutiert, genauso in einigen Bündnissen (Bsp. Blockfreie Staaten). Die Position der Nationen ist also m.E. für die Nachwelt ausreichend deutlich artikuliert worden.


    Jetzt hab ich noch mal nachgelesen:

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    Charta der Vereinten Nationen, Artikel 12
    (1) Solange der Sicherheitsrat in einer Streitigkeit oder einer Situation die ihm in dieser Charta zugewiesenen Aufgaben wahrnimmt, darf die Generalversammlung zu dieser Streitigkeit keine Empfehlung abgeben, es sei denn auf Ersuchen des Sicherheitsrats.


    Jetzt vermute ich einerseits, dass sich der Sicherheitsrat weiterhin offiziell mit der Angelegenheit beschäftigt - was de facto wahrscheinlich eher weniger der Fall ist -, andererseits wundert mich das Beispiel aus der Korea-Krise, da doch damals - wenn ich mich richtig erinnere - der UN-Sicherheitsrat den Einsatz der USA legitimierte (weil die Sowjetunion die Abstimmung boykottierte). Daher wäre der Sicherheitsrat damals ja auch mit der Frage beschäftigt gewesen. Ich kann mich aber auch nicht an das von Dir genannte "united for peace"-Beispiel erinnern - verwechsel also vielleicht etwas.


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    Original geschrieben von cybulska
    Unsere Bundesopposition z.B. tut aber im Moment genau das Falsche, nämlich sich demonstrativ auf die Seite der Kriegskoalitionäre stellen und damit der Regierung diplomatisch in den Rücken fallen.


    Immerhin wird inzwischen wesentlich differenzierter argumentiert als noch vor ein paar Wochen - Ausnahme ist halt im wesentlichen die CDU-Vorsitzende; ich könnte mir vorstellen, dass das in der CDU/CSU einige bewusst so laufen lassen, um sie bald abzusägen.

    alles eher OT:

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    Original geschrieben von cybulska
    Aber meiner Meinung nach ist das letzte Druckmittel, das die Kriegsgegner jetzt noch haben, die Drohung, daß die USA nach Kriegsende auf dem Wiederaufbau sitzen bleiben.


    Es ist m.E. nach so, dass ein Wiederaufbau - alleine von UK und GB (und vielleicht noch einigen Staaten) - mit Demokratisierung oder überhaupt einem neuen Regimeaufbau praktisch aussichtslos wäre. Das ist eine große Aufgabe, die v.a. die USA m.E. noch immer unterschätzen.
    Es wird nicht damit getan sein, Wahlen zu organisieren (alternativ: ein Staatsoberhaupt einzusetzen) und die Infrastruktur größtenteils wieder herzustellen. Inspesondere die USA werden große Probleme haben, als Ordungsmacht im Irak fungieren zu können - eine solche Ordnungsmacht wird aber zwingend erforderlich sein. Das trifft in etwas schwächerem Maße auch auf die Briten zu. Deutschland kann aber nicht daran gelegen sein, dass der Irak zerfällt, dass es Bürgerkriege gibt, dass die ganze Region möglicherweise mit hinein gezogen wird. Daher wird - so blöd das letztlich ist - Deutschland nach dem Krieg alles daran setzten müssen, damit von Deutschland im Vorfeld geäußerte Bedenken gegen den Krieg, sich nicht bewahrheiten.

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    Original geschrieben von cybulska
    Ich weiß, das ist Illusion, ich finde es aber unangemessen daß einige Leute (,Zeitungen, Fernsehsender...) jetzt schon ankündigen, widerspruchslos zahlen zu wollen.
    Das heißt den Krieg ohne Protest als rechtmäßig anzuerkennen.


    Auch ich halte derzeitige Initiativen über eine deutsche Finanzierung des Wiederaufbaus für verfrüht, aber Protest gegen den Krieg ist m.E. davon durchaus zu trennen. Dieser Protest ist ja auch deutlich geäußert worden.

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    Original geschrieben von cybulska
    In letzter Konsequenz hast Du aber völlig recht: es geht um die irakische Bevölkerung, da darf man im Ernstfalll keine Prinzipien reiten.


    Es geht m.E. nicht ausschließlich um die irakische Bevölkerung, es geht dabei auch direkt um deutsche Interessen und eine Bedrohung für die Region, die letztlich auch uns hier in Europa betreffen könnte.

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    Original geschrieben von cybulska
    Die Weltgemeinschaft hätte die Möglichkeit zum frühzeitigen Einschreiten gehabt und hat auch immer noch die Möglichkeit sich zu sperren, und was tut die UNO?? Überlegen wie man den zerbombten Irak wiederaufbauen kann :mad:


    Entweder ich versteh Dich falsch, oder ich muss Dir widersprechen.
    Was soll denn die UNO nach Deiner Ansicht tun? Protestiert wurde doch - und zwar so massiv wie wahrscheinlich überhaupt noch nie.
    Wie soll die UNO denn einschreiten? Die UNO selbst kann praktisch gar nichts tun, weil die USA (und UK) im Sicherheitsrat Vetorecht haben - bleiben also die Mitgliedsstaaten.
    Was soll dann also beispielsweise Deutschland machen? Wirtschaftssanktionen? Austritt aus der NATO? Abbruch diplomatischer Beziehungen? Vielleicht überseh ich einige Dinge, aber das alles halte ich nicht für sinnvoll.

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    Original geschrieben von Maka
    Demonstrieren, um seine persönliche Meinung zum Ausdruck zu bringen, ist natürlich legitim. Doch haben sich die Demonstranten auch mal gefragt, ob das wirklich was bringt?
    Ich glaube nicht.
    Imho ist das nur verschwendung der Steuergelder. (Polizei, BGS, Sanitäter, Ärzte, usw.) Denn wenn man einmal die Zahlen sieht, was zb. ein Castortransport kostet wirds einem schwindelig.
    Ich will natürlich nicht alle Demonstranten damit ansprechen, doch wenn ich die einzelnen morgens um halb zehn schon auf den Demos sehe, frage ich mich, was Arbeiten die denn?


    Na, also mit der Argumentation kommst Du aber nicht weit. Da stellt sich ja dann direkt die Frage, was denn ein Streik überhaupt soll - da verschwenden die Arbeiter das Geld dessen, von dem sie Geld wollen.


    Nein, das seh ich anders. Das Demonstrationsrecht halte ich für ungeheuer wichtig.
    Deine Argumentation unterstellt beispielsweise dem Sport auch einen größeren Stellenwert als der Politik - oder warum werden denn Sportereignisse mit Steuergeldern finanziert. (Da kommt dann neben der Polizei auch noch die direkt dafür geschaffene Infrastruktur dazu, die fast immer - zumindest in großen Teilen - öffentlich finanziert ist.)

    In Deutschland gibt es ja Rechte, seine Meinung zu äußern und auch Protest zu bekunden. Es ist natürlich so, dass viele (jetzt) eigentlich gar nicht gegen irgendwas in Deutschland demonstrieren wollen, sondern gegen andere Nationen. So zu protestieren, dass das dort wirklich ankommt ist nicht ganz einfach...