Beiträge von oecher

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    Original geschrieben von Krähe
    Was ist in der Regel so?


    Ok, sorry. Ich meinte nicht, dass die Inhalte illegal sind, sondern die Art der Verbreitung. :rolleyes:

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    Original geschrieben von Krähe
    Was heißt denn hier verbreiten? Verbreiten bedeutet in diesem Fall meiner Ansicht nach, einen Inhalt absichtlich anderen Nutzern zur Verfügung zu stellen. Wenn tatsächlich mal jemand aus Versehen solchen Schmutz heruntergeladen hat und ebenfalls aus Versehen für kurze Zeit - eben bis der Inhalt durch den Nutzer kontrolliert werden konnte - zum Download freigegeben hat, macht sich dieser Nutzer meiner Ansicht nach eigentlich nicht moralisch schuldig. Daß das nicht passieren sollte, steht völlig außer Frage; daß das aber durchaus mal passieren kann, ebenso.


    Es darf nicht passieren.
    Ein Beispiel zu völlig anderem Thema: Jeder, der Auto fährt nimmt das Risiko inkauf, sich und andere zu gefähren. Das nennt sich m.W. Betriebsrisiko. Wenn dann mal etwas passiert, und wenn es durch Reifenplatzen verursacht wird, kann man dafür haftbar gemacht werden. (Weil beim Autofahren sehr viel passieren kann, gibt es hierfür die Haftpflichtversicherung.)
    Das trifft hier m.E. genauso zu - ob beabsichtigt oder nicht.
    Moralisch schuldig ist er nicht - aber das hilft doch nicht!? Um wieder zum Auto zu kommen: Wenn jemand nicht mit Glatteis rechnet und dadurch in den Gegenverkehr kommt - ist er moralisch schuldig? - Er ist schuld, ob beabsichtigt oder nicht ändert an den Folgen nichts. Trotzdem wird die Justiz den Vorsatz anders bewerten als die Fahrlässigkeit.

    Zitat

    Original geschrieben von Krähe
    Abgesehen von einigen Ausnahmen steckt die Methodologie der Fahndung nach illegalen Internet-Inhalten noch in den Kinderschuhen.


    Na, ich weiß nicht, ob man dadurch ableiten kann, auf eine Anzeige zu verzichten...

    Zitat

    Original geschrieben von Krähe
    Anmaßung? :rolleyes: Weshalb denn "Anmaßung"? Ich habe lediglich zu bedenken gegeben, daß es unter Umständen einfach nur aus einem böden Zufall heraus einen Menschen trifft, der sich eigentlich nichts hat zu schulden kommen lassen.


    Ich wiederhole mich: Ich halte es für eine Anmaßung aus Gründen, es könne jemanden treffen, der vielleicht ein bißchen (vielleicht auch nur ausnahmsweise) unachtsam mit seinem Computer ist, auf eine Anzeige zu verzichten. Um das zu bewerten, ist die Justiz da.
    Es geht ganz klar um die Verbreitung von illegalen Inhalten! Und Vorsatz ist dabei nicht zwingend! :(

    Re: Kriege, Krisen, krasse Sachen oder: Final Resignation


    Chevygnon, Deine Beiträge hier schätze ich sehr. Diesen lese ich jedoch mit einiger Besorgnis. Zwar muss ich Dir in weiten Teilen recht geben, ich glaube aber, Du unterschätzt die Thematik in einigen Teilen ziemlich... :rolleyes:


    Die von Dir genannten Organisationen geben momentan alle kein überzeugendes Bild ab. Aber was ist die Alternative? In diesen Organisationen werden die Machtkämpfe ausgetragen - sie haben eine schlichtende Funktion und sind ungeheuer notwendig. Falls diese Institutionen nicht vorhanden wären, sähe es m.E. weit schlimmer aus. Falls sie eine Linie verfolgen sollten, so würde das auch nur zeigen, dass abweichende Meinungen nicht existieren dürfen - aus welchen Gründen auch immer. Beispiele sind hier kommunistische Regime, bzw. der Ostblock. Die USA versuchen seit der Amtsübernahme durch Bush genau das zu erreichen, dass andere Meinungen irrelevant werden. Entweder andere Staaten beugen sich der Haltung der Vereinigten Staaten oder sie müssen mit den Konsequenzen leben. - "You are either with us or against us." In dieser ziemlich arroganten (oder auch naiven) Haltung liegt m.E. ein großes Problem. Unter anderem führt sie zur Bedeutungslosigkeit der UNO und des Internationalen Rechts; es wird versucht, die NATO in eine Organisation unter amerikanischer Kontrolle zu bringen (Wie hat der Brüsseler ARD-Korrespondent in der Tagesschau gesagt: "Es geht darum, wer das Sagen in Europa hat - die USA oder die Europäer."); es wird sogar versucht auf die EU Einfluss zu nehmen; außerdem wird Krieg als Mittel der Politik 'alltagstauglich'. Der Machtbereich aller anderer Länder soll so weit minimiert werden, dass sie unbedeutend werden. Ein Irak-Krieg trifft dabei nicht nur die Europäer oder die genannten Institutionen, auch die Russen, die Chinesen und die arabischen OPEC-Länder würden deutlich an Einfluß verlieren.
    Das ist m.E. eine der großen Folgen, die (jetzt) ein Irak-Krieg hätte - egal ob mit oder ohne UN-Mandat.
    Ich glaube, das ist der Grund, warum Frankreich seit Januar zunehmend dagegen Stellung bezieht und inzwischen auch nicht mehr jeder sein eigenes Süppchen kocht.
    Übrigens ist das Vermeiden öffentlicher Gegenpositionen durch verschiedene Staaten (Luxemburg, Griechenland, Norwegen) ähnlich motiviert - sie fürchten sich vor dem Druck der USA.
    Jetzt könnte man noch sagen: Ok, die Amerikaner machen das in weltweitem Interesse, es ist gut, wenn jemand die Erde kontrolliert und für Ordnung sorgt. Nur spielen die USA leider nicht immer Weltpolizist, manchmal lassen sie es lieber bleiben und manchmal übertreiben sie es.


    Warum hat Deutschland sein "Dagegen" hoch gehalten? m.E. teilweise aus o.g. Gründen, teilweise weil man dadurch einen zunehmenden Terrorismus fürchtet und weiß, dass die Regierungen arabischer Staaten, einen solchen Krieg ihrem Volk nicht verkaufen können - mit verschiedenen Konsequenzen. Ich glaube nicht, dass die Grundhaltung Schröders durch die Bundestagswahl verursacht war, wohl aber die Art und Weise, mit der es vorgetragen wurde. Diese Art war in Teilen ähnlich schwarz-weiß angelegt, wie Bushs Kriegsrhetorik - ob sie deshalb falsch war, kann ich nicht beurteilen. Ich vermute aber, dass ohne diese Festlegung es schon im Herbst zu amerikanischen Angriffen gekommen wäre - ohne irgendwelche Konsultationen auf UN-Ebene. Nur durch ein klares Kontra musste sich Bush überhaupt rechtfertigen. Was Schröder aber auch damals schon hätte machen müssen ist, sich Verbündete zu suchen.
    Die erneute Festlegung im Januar war dagegen falsch. Sie sorgte eigentlich nur für Verärgerung in den USA.


    Dass es soweit nicht hätte kommen dürfen ist sicher richtig - aber soo viele Fehler seh ich nicht auf deutscher Seite (bin natürlich auch parteiisch :rolleyes: ).
    Die Provokationen von amerikanischer Seite sind ja dazu da, um Druck auszuüben - was sollen wir also machen? Sollen wir sagen, ok Ihr habt recht, wir machen jetzt auch mit? Oder sollen wir uns aus allem raus halten? Ich halte beides für völlig falsch, denn neben der weiterhin sachlich bestehenden Ablehnung erreichen die USA damit das Ziel der Bedeutungslosigkeit Deutschlands. (Wurde ja jetzt auch verschiedentlich geäußert, Deutschland sei unwichtig – nein, momentan ist die Bedeutung Deutschlands m.E. gar nicht so niedrig, wie sie die Amerikaner gerne hätten.)


    Um Sandkastenspiele geht es hier m.E. nicht, es geht um das Verständis, das Menschen vom leben miteinander haben - egal wie sich die Sache weiterentwickelt: mit weichreichendsten Folgen, nicht nur auf abstrakter politischer Ebene irgendwo in der Welt...

    Hier ist er jetzt, der deutsch-französische Geheimplan. Aus ihm ist ein [URL=http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,234710,00.html]französischer Friedensvorschlag[/URL] geworden.


    Die wichtigsten Punkte: Verdopplung, später Verdreifachung der Inspekteure, Begleitung von "UN-Sicherheitsoffizieren", Ausweitung der Luftaufklärung, Zollkontrollen, Aufbau einer Geheimdienstbehörde.

    Zitat

    Original geschrieben von Krähe
    Wieso "verdienterweise"? :confused: Es gibt ja etwas wie den "guten Glauben", und wenn man sich ein Spiel angebliches Spiel herunterlädt, das sich aber dann leider als etwas anderes herausstellt, kann einem meiner Ansicht nach niemand einen Strick daraus drehen (wenn man mal den urheberrechtlichen Aspekt vernachlässigt). Und ich denke, daß wirklich niemand dazu gezwungen werden kann, seinen Computer bei längeren Downloads zu beaufsichtigen.


    m.E. auf jeden Fall! Wer solche Programme einsetzt, muss damit rechnen, dass er illegale Inhalte anbietet - das ist ja eh in der Regel so. Dass es sich hier zufällig um Kinderpornographie handelt, macht die Sache doch nicht besser!? Liebe Leute, wenn Ihr diesen Scheiß verbreitet, dann müßt Ihr auch damit rechnen, dafür Verantwortung übernehmen zu müssen. Auch wenn die Sache unabsichtlich passiert. Und inwieweit das unabsichtlich passiert oder nicht, dafür ist die Strafverfolgung und die Justiz zuständig. Auch diese sind inzwischen mit Computertechnologie vertraut.
    Bis die Anzeige eingegangen ist (und bearbeitet wird), hat dieser User übrigens weiterhin die Möglichkeit, den Mist zu löschen...


    Ich versteh zwar Eure Gedanken, halte es aber für eine Anmaßung aus diesen Überlegungen auf eine Anzeige zu verzichten. :flop:

    Zitat

    Original geschrieben von Krähe
    [...]
    Da muß man wirklich extrem behutsam vorgehen, denn falls jemand tatsächlich nur seinen Computers über Nacht hat laufen lassen, wie "der Chef" es beschrieben hat, ist das kein Grund, das Leben dieser Person (unter umständen) zu ruinieren.


    Wenn dieser Typ weiterhin die Datei anbietet, dann ist das Grund genug, ihm Schwierigkeiten zu machen - wenn nicht, dann wird die Anzeige auch zu nichts führen.


    Re: Re: Kinderporno - Wo kann man Anzeige erstatten???


    Zitat

    Original geschrieben von OnRoP
    Mal ehrlich: Wenn du Anzeige erstattest, triffst du nie die Urheber, sondern nur Leute wie DICH (Denn du hast das Video runtergeladen und damit anderen angeboten)!


    Eine Anzeige ist nicht nur dazu da, die Urheber zu treffen! :mad:


    Weitere interessante Links im Zusammenhang: (Beschäfitigen sich beide nicht direkt mit der deutsch-französischen Initiative.)


    Das [URL=http://www.manager-magazin.de/ebusiness/artikel/0,2828,234097,00.html]Manager-Magazin[/URL] hat ein interessantes Interview, das sich v.a. mit Medien im Umfeld des Krieges beschäftigt.
    Das nächste Interview hat [URL=http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-234547,00.html]Spiegel Online[/URL] mit Eugen Drewermann geführt. Es soll eine Psychoanalyse von Bush sein - ich halte es in einigen Teilen doch für ziemlich extrem. Die geschilderten Tendenzen halte ich allerdings für zutreffend, wenngleich dies nicht zu dem Schluß führen darf, dies sei die Ursache des ganzen Konflikts.


    DagBOs Links find ich alle drei sehr lesenswert! Die ersten beiden sind sicherlich eher einseitíg - trotzdem :top:

    Zitat

    Original geschrieben von autares
    Sorry, aber Du weisst, dass NewsMax irgend etwas zwischen Bild, Shortnews und Blitz Illu ist?


    Na, dass das kein seriöser Journalismus ist, hab ich mir schon gedacht. :rolleyes:
    Aber selbst die berühmt berüchtigten britischen Boulevard-Zeitungen kommentieren das nicht derart extrem.
    [URL=http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,234588,00.html]Spiegel Online[/URL] hat wieder eine interessante Presseschau zusammen gestellt. :top: